MENA BLOG


Themenverfehlung

Sonntag, 13. Mai 2012

Märtyrer für Jerusalem

Donnerstag, 10. Mai 2012

Seltsame Gewaltfreiheit

Sonntag, 15. April 2012

Shakehands mit dem Diktator

Sonntag, 11. März 2012

Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Sonntag, 11. März 2012

Wer spricht eher für den Iran? (Update)

Dienstag, 06. März 2012

Wer spricht eher für den Iran?

Dienstag, 28. Februar 2012

Das friedliche Atomwaffenprogramm

Donnerstag, 23. Februar 2012

Mahmud gratuliert Abbas

Freitag, 10. Februar 2012

Ein glänzendes Vorbild

Sonntag, 29. Jänner 2012

Aktuelle Analysen
& Beiträge


Wahrheit und Propaganda

Dienstag, 15. Mai 2012

Sehr geehrte Kurier-Redaktion,

Sie schreiben in der aktuellen Kurier-Ausgabe im Zusammenhang mit dem Ende eines Hungerstreiks palästinensischer Häftlinge, die Palästinenser würden heute den „‘Tag der Katastrophe‘ (Nakba) begehen, den Tag der Gründung Israels und damit ihrer Vertreibung“. Es ist zweifellos zutreffend, dass im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges Hunderttausende Palästinenser zu Flüchtlingen wurden, doch ist es falsch und unzulässig, dies als Folge ihrer „Vertreibung“ darzustellen.


Wochenbericht, 7.5. bis 13.5.2012

Montag, 14. Mai 2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen war in der vergangenen Woche einigermaßen unspektakulär. Der Grund dafür war nicht unbedingt, dass es nichts zu berichten gegeben hätte, sondern dass eigentlich recht brisante Meldungen – wie etwa neue Enthüllungen über das iranische Atom(waffen)programm sowie Todesdrohungen gegen einen in Deutschland lebenden iranischen Musiker – kaum aufgegriffen wurden.


Immer diese Missverständnisse (Update)

Montag, 07. Mai 2012

Die Presse veröffentlichte heute einen Leserbrief von MENA zu Hassan Mousa, jenem Mitglied des Schurarates der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, der vom Gazastreifen aus im Interview mit einem iranischen Fernsehsender zur Verschleppung israelischer Soldaten und zur Gewalt gegen Israel aufgerufen hat (hier).


Wochenbericht, 30.4. bis 6.5.2012

Montag, 07. Mai 2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wies in der vergangenen Woche gleich mehrere Besonderheiten auf. Einerseits war ungewöhnlicher Weise der Kurier die Zeitung mit den meisten relevanten Beiträgen. Andererseits, und nicht weniger ungewöhnlich, war dieses Mal Libyen das Land, über das am meisten zu lesen war. Aufschlussreich war schließlich auch noch, worüber so gut wie nichts berichtet wurde.


Immer diese Missverständnisse

Donnerstag, 03. Mai 2012

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) hat ein Problem: Immer wieder werden deren Vertreter fürchterlich missverstanden. Im Jahr 2009 geschah dies dem damaligen Präsidenten der Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh. In einem von ihm persönlich bearbeiteten Schulbuch war unter dem Bild eines im Kampfe sterbenden „Märtyrers“ zu lesen: „Ein Muslim, der auf dem Weg Allahs und zur Verteidigung der Heimat stirbt, ist ein Märtyrer (Sahid). Er wird von Allah mit dem Paradies belohnt, wie Allah es im Koran versprochen hat.“ Als Kritik daran laut wurde, dass dies vielleicht nicht unbedingt der Stoff sei, der Volksschulkindern im islamischen Religionsunterricht beigebracht werden sollte, hatte er eine völlig schlüssige Erklärung parat: Wie profil damals berichtete, ginge es in dem betreffenden Abschnitt „um die Geschichte der Belagerung von Medina und wie die ersten verfolgten Muslime starben – als Märtyrer, wie auch die ersten Christen‘, erläuterte Schakfeh.“ Für Zweifel an dieser Erklärung hatte er keinerlei Verständnis – nicht einmal für den Einwand, dass Handgranaten und Gewehre, wie sie in dem Bild zu sehen waren, in der Frühzeit des Islam doch eher ungewöhnliche Waffen gewesen sein mussten.


Wochenbericht, 23.4. bis 29.4.2012

Montag, 30. April 2012

Die Nahostberichterstattung österreichischer Tageszeitungen wich in der letzten Woche von einigen der sonst üblichen Muster ab. Einerseits bot die Verteilung der erschienenen Beiträge auf die untersuchten Medien ein recht ungewohntes Bild. Andererseits gab es im Grunde keine wirklich dominierenden Themen – die Grass-Debatte ist vorüber, der Streit um das iranische Atomprogramm befindet sich nach den letzten hochkarätigen Gesprächen in einer Art Latenzphase und die Gewalt in Syrien ist nach dem Zusammenbruch des ohnehin nie wirklich existierenden Waffenstillstandes fast aus der Berichterstattung verschwunden.


Ein neuer Hoffnungsträger (zweites Update)

Donnerstag, 26. April 2012

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

heute veröffentlichte derStandard.at eine Replik von Michael Bröning auf meinen „Kommentar der Anderen“, der am 2. April in der Standard-Printausgabe erschienen ist. Bröning wirft mir darin vor, ich würde eine „Nahostanalyse mit Scheuklappen“ betreiben, „abgestandene Rhetorik“ präsentieren und die „komplexe Wirklichkeit“ der Region nicht zur Kenntnis nehmen. Der inhaltlichen Auseinandersetzung hätte er einen größeren Gefallen getan, wenn er, statt solch pauschale Angriffe zu reiten, Antworten auf die Kritik gegeben hätte, die ich an seinem Beitrag über den „Richtungsstreit in der Hamas“ (Standard, 31. März 2012) formuliert habe. Erlauben Sie mir dennoch, auf einige Punkte seiner Replik einzugehen.


Wochenbericht, 16.4. bis 22.4.2012

Montag, 23. April 2012

In der letzten Woche wurde die Nahostberichterstattung von zwei Themen dominiert: dem „Waffenstillstand“ in Syrien und den Ereignissen rund um den Formel 1-Grand Prix in Bahrain. Darüber hinaus kann anhand eines Standard-Beitrages exemplarisch gezeigt werden, woran die Beschäftigung mit dem Nahen Osten in österreichischen Medien oftmals krankt.


Nebenbei, aber symptomatisch

Mittwoch, 18. April 2012

Es ist nur ein kurzer, unscheinbarer Absatz, aber er ist bezeichnend: Der Standard berichtet über Schätzungen des „Stockholm International Peace Research Institute“ (Sipri) über die weltweiten Rüstungsausgaben 2011. Dem globalen Trend einer Stagnation der Aufwendungen für militärische Anschaffungen „entzieht sich der nahöstliche Raum: Die meisten Länder investieren nach wie vor mit steigender Tendenz, wohl auch im Hinblick auf den drohenden militärischen Konflikt zwischen Israel und dem Iran.“ (Standard, 18. Apr. 2012)


Niemand hat die Absicht, eine Bombe zu bauen

Dienstag, 17. April 2012

In einem Gastkommentar im heutigen Standard ist über die jüngsten Verhandlungen mit dem Iran zu lesen: "Obama hat ein iranisches Atomarsenal als 'inakzeptabel' bezeichnet. Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, hat wiederholt geäußert, dass der Besitz dieser Waffe eine Sünde sowie auch 'nutzlos, schädlich und gefährlich' sei. In diesem Punkt ist man sich also einig. Darin könnte die Grundlage für ein Abkommen liegen". Vielleicht muss man so naiv sein, wenn man der Profession der "Friedensforschung" nachgehen will. Aber die Angelegenheiten, um die es hier geht, sind für eine derartige Gutgläubigkeit eindeutig zu ernst. Ein Blick in die Geschichtsbücher mag genügen, um zu demonstrieren, was von Versprechungen zu halten ist, die Diktatoren gelegentlich von sich geben: Im Juni 1961 sprach DDR-Staatschef Walter Ulbricht den berühmten Satz: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Drei Mal dürfen Sie raten, was zwei Monate später geschah.

Missing Links


Was in österreichischen Medien kaum Platz findet...

TÜRKEIS BRUCH MIT ISRAEL

Die von WikiLeaks veröffentlichten E-Mails, die die Hackergruppe Anonymous der US-Sicherheitsfirma "Stratfor" illegal entwendet hat, sind weder spektakulär, noch ergeben sich daraus sonderlich interessante neue Einsichten ins aktuelle Weltgeschehen - mit einer bedeutenden Ausnahme: In einem Mail berichtet "Stratfor"-Chef George Friedman von einem Treffen mit Henry Kissinger, bei dem dieser von einem Gespräch mit dem türkischen Premier Erdogan erzählt habe. Demnach habe Erdogan ihm gegenüber im Februar 2010 angekündigt, mit Israel brechen und zum neuen Führer der islamischen Welt aufsteigen zu wollen. Wenige Monate später kam es zum blutigen Zwischenfall auf der "Mavi Marmara", die von israelischen Soldaten am Durchbrechen der Gaza-Blockade gehindert wurde. Die Welt erläutert hier, warum Israel sich durch die "Stratfor"-Mails bestätigt sehen kann.

 

Hamas auf der suche

In den letzten Jahren war die palästinensische Hamas fixer Bestandteil der iranischen Achse im Nahen Osten. Dass es sich bei der Hamas um sunnitische, bei der libanesischen Hisbollah und dem iranischen Regime dagegen um schiitische Islamisten handelt, trat dabei in den Hintergrund. Die Umbrüche in der arabischen Welt führten jedoch eindeutig zu einem Machtgewinn des sunnitischen Islamismus - höchste Zeit also für die palästinensischen Muslimbrüder, sich neu zu orientieren. Jonathan Spyer untersucht die Auswirkungen der neuen strategischen Gegebenheiten auf die Positionierung der Hamas (hier).

 

Die Krise der türkischen Wirtschaft

Dass die Türkei unter Führung der islamistischen AKP vielleicht doch nicht das islamisch-demokratische Vorzeigemodell ist, zu dem es von westlichen Journalisten und sonstigen "Experten" verklärt wurde, scheint sich langsam aber sicher zumindest in einigen Medien herumzusprechen. Dass es aber auch mit dem türkischen "Wirtschaftswunder" nicht weit her ist, wird durch die Analyse der Asia Times deutlich.

 

Das kOMmende Kalifat

Keine Zeitung fand es auch nur eine Meldung wert: Ihr Oberster Führer ist sich sicher, dass das Endziel der ägyptischen Muslimbrüder bald erreicht werden kann. Zunächst werde eine "gerechte" Regierung gebildet, dann das "islamische Kalifat" ausgerufen. Diese Meldung kommt zu einer Zeit, in der unsere Medien die Muslimbrüder zu einer "moderat-islamischen Organisation" umlügen. Aber wem sollte man wohl bezüglich des Charakters der Muslimbrüder eher glauben: westlichen Journalisten, deren Prognosen über die Aufstände in der arabischen Welt fast alle falsch waren, oder dem Chef der Organisation selbst?

 

HAMAS ZIEHT BILANZ

Die islamistische Hamas, palästinensischer Zweig der Muslimbruderschaft, feierte unlängst den 24. Jahrestag ihrer Gründung. Im Vorfeld dessen zogen die Qassam-Brigaden, die oftmals als "militärischer Arm" der Terrororganisation bezeichnet werden, Bilanz über die bisherigen "Leistungen" der Hamas. Wie die Jerusalem Post berichtete, präsentierten sie folgende Zahlen: Seit ihrer Gründung habe die Hamas demnach 1.365 Israelis ermordet und 6.411 weitere verletzt, 1.117 "Dschihad-Angriffe" (darunter 87 Selbstmordattentate) unternommen und über 11.000 Raketen auf Israel abgefeuert. Nicht erwähnt wurde die Zahl jener Palästinenser, die von den Schergen der Islamisten wegen angeblicher oder tatsächlicher "Kollaboration" mit dem israelischen Erzfeind ermordet worden sind.

 

Kein Scherzkeks

Er wolle sich nicht zu sehr selbst auf die Schulter klopfen, sagte US-Präsident Barack Obama Anfang Dezember, aber seine Administration habe mehr für die Sicherheit Israels getan, als jede andere zuvor. Die Herausgeber der Washington Times konnten die Sprachlosigkeit überwinden (hier), die derartig absurde Behauptungen hervorrufen.

 

DER "VERDAMMTE VERHANDLUNGSTISCH"

US-Verteidigungsminister Leon Panetta fühlte sich unlängst bemüßigt, Israel dazu aufzufordern, die Verhandlungen mit den Palästinensern wieder aufzunehmen. "Just get to the damn table", lautete sein auf reichlich undiplomatische Weise formulierter Vorschlag. Dass er, wie so viele andere auch, damit die falsche Seite angepöbelt hat, dokumentiert das "Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America" mit der sehr anschaulichen Gegenüberstellung (hier) israelischer und palästinensischer Wortmeldungen zum Thema Verhandlungen der letzten zweieinhalb Jahre.

 

RESULTATE EINER EXPLOSION

Am 21. November 2011 erschütterte eine Explosion eine von den Revolutionsgarden betriebene Militärbasis in der Nähe Teherans. Das Gelände spielte im iranischen Raketenprogramm eine wichtige Rolle. Über die Ursache der Detonation kursieren alle möglichen Gerüchte - von einem "Arbeitsunfall" ist ebenso die Rede wie von einem Anschlag iranischer Oppositioneller oder einem Sabotageakt westlicher Mächte -, über die Folgen kann sich aber jeder selbst ein Bild machen: Das "Institute for Science and International Security" vergleicht in einem Report (hier) Satellitenbilder des Areals vor und nach der Explosion.

 

SICHER WIEDER NUR EIN DUMMER ÜBERSETZUNGS- FEHLER

Seit Irans Präsident Achmadinejad seinen Wunsch verkündete, Israel von der Landkarte zu tilgen, finden sich im Westen immer wieder Menschen, die "Übersetzungsfehler" bemängeln und der Ansicht sind, das sei alles nicht so gemeint gewesen. Jetzt gibt es dafür wieder eine gute Gelegenheit: Auf einer Buchmesse in der iranischen Provinz Chorasan wurde ein Buch ausgezeichnet, in dem sich Religionsstudenten aus Qom Gedanken darüber machen, wie Israel am besten zu zerstören wäre (hier). Mit Sicherheit handelt es sich bei dem Buch nur um einen einzigen Übersetzungsfehler...


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