Mena-Exklusiv

Irreführung im ORF: „Palästinenser bei Angriffen getötet“

Von Florian Markl

„Aber auch im Gazastreifen hat es wieder Angriffe gegeben, bei denen fünf Palästinenser getötet wurden“, hieß es gestern vor einem ZiB1-Bericht über Zusammenstöße am Tempelberg in Jerusalem. In dem Beitrag selbst war dann vom Gazastreifen nicht mehr die Rede, sodass die Zuseher keine weiteren Informationen über die erwähnten Angriffe erhielten – und wohl davon ausgehen mussten, dass die fünf Palästinenser bei israelischen Angriffen „im Gazastreifen“ ums Leben kamen.

Über einen der Zwischenfälle, über den die Kronen Zeitung eine irreführende Kurzmeldung veröffentlichte, haben wir gestern bereits berichtet: Vier schwer bewaffnete palästinensische Terroristen wurden von der israelischen Armee gestellt, als sie den Grenzzaun überwinden und nach Israel eindringen wollten. Und der fünfte Palästinenser, von dem der ORF sprach? Der wurde ebenfalls entdeckt, als er den Zaun nach Israel überwinden wollte, eröffnete das Feuer auf israelische Soldaten und wurde von diesen erschossen. Er hatte Tarnfarben aufgetragen, war mit einer Kalaschnikow bewaffnet und trug ein Stirnband, das ihn als Mitglied der Qassam-Brigaden der islamistischen Terrorgruppe Hamas auswies. Auch der fünfte Mann war ein Terrorist, der dank der Aufmerksamkeit der israelischen Armee daran gehindert werden konnte, Israelis zu ermorden. Alle fünf waren also nicht Opfer von israelischen Angriffen „im Gazastreifen“, sondern Angreifer, die Terrorattacken in Israel begehen wollten. Wie zuvor schon die Krone haben sich auch die ORF-Fernsehnachrichten entschieden, eine Formulierung zu verwenden, mit der das Publikum in die Irre geführt wurde.


[Anmerkung der Redaktion: Sie können sich diesen Artikel vorlesen lassen, indem Sie auf das „Play“-Symbol über dem Text klicken. Das ist ein Pilotprojekt, die Software befindet sich in der Testphase. Wir freuen uns über Ihr Feedback an [email protected].]

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