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Der iranische Treibstoffkrieg im Libanon

Beirut liegt wegen Stromausfällen und Treibstoffmangel im Dunkeln
Beirut liegt wegen Stromausfällen und Treibstoffmangel im Dunkeln (© Imago Images / ZUMA Wire)

Wie der Iran von der Treibstoffkrise im Libanon profitieren und seine Verbündeten Assad und Hisbollah stärken möchte.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Der Iran versucht, sich als Treibstofflieferant für den Libanon zu etablieren, um seinen libanesischen Stellvertreter zu stärken. Ziel ist es, den Libanon in die Abhängigkeit vom Iran zu zwingen, damit das gesamte den Libanon gelieferte Gas und Benzin, über die Hisbollah abgewickelt werden, die so ihre Verbündeten und Freunde damit versorgen kann.

Insgesamt ist es das Ziel des Iran, den Libanon verarmen zu lassen, seine Mittel- und Oberschicht zu zerstören und die sunnitische und christliche Gemeinschaft verstärkt zur Auswanderung zu bewegen, damit die Hisbollah an Macht gewinnt und nur ein ausgehöhlter libanesischer Staat übrigbleibt, der eine Provinz innerhalb eines größeren „Hisbollahstan“ ist, das mächtiger ist als der Libanon selbst.

Der Iran verfolgt dieses Ziel seit Jahrzehnten, indem er der Hisbollah dabei hilft, den Libanon langsam zu schlucken und einen Parallelstaat und eine Parallelwirtschaft zu schaffen. Die Hisbollah hat ihre eigenen außerhalb des Gesetzes stehenden Streitkräfte: eine massive illegale bewaffnete Miliz mit 150.000 Raketen, Kämpfer nach Syrien schickt und die Außenpolitik des Libanon betreibt.

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Die Hisbollah verfügt über ein eigenes Telekommunikationsnetz. Sie ist in der Lage, die Wahlen für das Präsidentenamt und das Amt des Ministerpräsidenten zu kontrollieren. Außerdem verfügt sie über ein paralleles Netz von Bauunternehmen, Banken und sogar Supermärkten. – und wird jetzt den iranischen Angaben zufolge auch noch Treibstoff liefern.

In einem Bericht des iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit dem Titel „Die iranischen Schiffe, das Dreieck des Widerstands, das die amerikanische Hegemonie erschüttert hat“ wird der Ansatz des iranischen Regimes dargelegt. Tasnim , das mit der iranischen Regierung verbunden ist und deren Agenda wiedergibt, schreibt:

„Die iranischen Treibstoffexporte in den Libanon zur Beilegung der Krise dort sorgen derzeit für Schlagzeilen in den Medien des Nahen Ostens und des Westens.“

Die Schiffe, die über den Suez-Kanal in den Libanon fahren und von denen Nasrallah sagte, dass sie bald einträfen, seien ein „Hoffnungsschimmer für das Land“. (…)

Abgesehen von den langfristigen Folgen, die die Lieferung von iranischem Treibstoff in den Libanon mit sich bringt, könnten die kurzfristigen in der wütenden Antwort der Amerikaner und des Westens gesehen werden, so der Iran. Die USA haben versucht, den Libanon zu ermutigen, Treibstoff und Strom aus Ägypten und Jordanien über Syrien zu beziehen, was möglicherweise das syrische Regime stärkt und auch dem Iran helfen kann. (…)

Im Grunde genommen weiß der Iran jetzt, dass die „Waffe Treibstoff“ eingesetzt werden kann, um den Libanon in die Abhängigkeit vom Iran und seinen Verbündeten Hisbollah und Syrien zu zwingen. Der Iran gewinnt so oder so: entweder indem er „Schiffe der Rettung“ in den Libanon bringt oder indem er die USA dazu bringt, das syrische Regime zu stärken.

Der Iran vermutet, dass die USA die iranischen Öl- und Gaslieferungen verhindern wollen. „Die Amerikaner befinden sich in einer paradoxen Situation: Einerseits wollen sie die Einfuhr von iranischem Treibstoff in den Libanon verhindern, andererseits werden die Sanktionen gegen Syrien fortgesetzt“, heißt es in dem Tansim-Bericht. (…)

Das bedeutet, dass die „Waffe Treibstoff“ jetzt die Hauptpriorität des Irans besitzt. Das Ziel ist es, die Hisbollah zu stärken. So heißt es bei Tansim:

„Der Erfolg von Seyyed Hassan Nasrallah bei der Rettung des libanesischen Volkes aus der Treibstoffkrise hat ihn einmal mehr als Retter für alle Libanesen und als einen Führer dargestellt, der hart Gegensatz zu einigen libanesischen Politiker daran arbeitet, die Probleme des Landes zu lösen.

Diese Politiker haben nun ihr wahres Gesicht gezweigt, sodass jedem klar werden musste, dass sie daran beteiligt sind, den Libanon den Interessen des Westens und der Vereinigten Staaten ausliefern, ihm bei der Belagerung des Libanon beizustehen sowie Krisen und Aufruhr im Lande zu verursachen.“

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Es geht dem Iran also darum, dass die Hisbollah als „Retterin“ des Libanon angesehen wird, während der Westen dem Libanon schadet. Gleichzeitig soll die Opposition gegen die Hisbollah im Libanon geschwächt werden.

Der janusköpfige Einsatz der Hisbollah, die einerseits für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Libanon verantwortlich ist und andererseits von ihm profitiert, indem sie den Libanon vom Iran abhängig macht, ist das gleiche Modell, das Katar bei den Taliban in Afghanistan angewandt hat. Es hat die Taliban ermächtigt, die Macht in Afghanistan zu übernehmen, und vom Westen Anerkennung dafür erhalten, dass es den Afghanen bei der Flucht „geholfen“ hat. (…)

Teheran erkennt eine tektonische Verschiebung in der Region. Für Israel ist das eine Herausforderung, denn wenn der Iran erfolgreich ist mit seiner Anzettelung eines Wirtschaftskriegs, durch den die Hisbollah und das syrische Regime gestärkt werden, dann wird er dieses Druckmittel wahrscheinlich nutzen, um sich in Syrien und im Libanon weiter zu einzunisten und Israel zu bedrohen.

Der Iran hat seine Karten aufgedeckt: Er verfolgt ein langfristiges wirtschaftliches Ziel, das sich von China über Afghanistan bis zum Iran und dann durch den Irak bis zum Libanon erstreckt. Dies ist die weitreichende Auswirkung des gegenwärtig geführten Treibstoffkriegs.

(Aus dem Artikel Iranian fuel, Hezbollah ‘savior’ of Lebanon and Iran’s goal for Chinese investment“, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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