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Wie der Frieden zwischen Israel, VAE und Bahrain Russland schadet

Hat Russland sich in Syrien verkalkuliert?
Hat Russland sich in Syrien verkalkuliert? (© Imago Images / ITAR-TASS)

Die Annäherung arabischer Staaten an Israel markiert einen Wandel im Nahen Osten, der über den Iran auch Russlands Kalkulationen in Syrien betrifft.

Konstantin Eggert, Deutsche Welle

Der Hauptgrund für das Engagement des Kremls in Syrien war jedoch derselbe wie immer – die Fortsetzung des globalen Pushbacks gegen die Vereinigten Staaten, den Putin mit seiner kriegerischen Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 eingeleitet hatte.

Der wiederkehrende Albtraum der russischen Elite besteht darin, dass die USA mit ihrem missionarischen Eifer zur Demokratisierung der Welt (der zwar durch die Rückzugspolitik zunächst Barack Obamas und später Donald Trumps inzwischen etwas geschwächt wurde) eines Tages den Kreml als die Hauptbedrohung ansehen könnte. Die USA vom postsowjetischen Raum fernzuhalten und antiwestliche Regime rund um den Globus zu unterstützen, sind daher die Hauptstützen dessen, was unter Putin als russische Außen- und Sicherheitspolitik gilt. (…)

Aber für Russlands langfristige nationale Interessen ist die Sicherung von Assads Macht ein fragwürdiger Gewinn. Moskau ist nun fest mit dem Schicksal des syrischen Regimes und, was noch prekärer ist, mit dem Schicksal von Assads iranischen Schirmherren verbunden. Dies zugleich in einer Ära dramatischer Veränderungen in der Region. Die Normalisierung der Beziehungen Israels zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, die unter Vermittlung Washingtons vollzogen wurde, markiert einen historischen Wandel in Nahost. Dies war nicht nur für die Mullahs in Teheran, sondern auch für den Kreml eine äußerst unangenehme Überraschung. Der Glaube an den Rückgang des amerikanischen Einflusses im Nahen Osten und an die Unvermeidbarkeit der iranischen Hegemonie hat beide getrogen.

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Wenn der Sudan, Oman und schließlich auch Saudi-Arabien dem Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain folgen, werden dem iranischen Regime harte Zeiten bevorstehen – selbst sein Zusammenbruch könnte dann absehbar sein. Und ohne Unterstützung aus Teheran wird auch Assad sehr verwundbar werden. Unter solchen Umständen könnte bei Assad der Wunsch reifen, Washington und Riad die Hand zu reichen. Russland könnte dies in keiner Weise verhindern, und seine militärische Präsenz in Syrien würde leicht zu einem Druckmittel in Assads politischen Spielen werden.

(Aus dem Artikel „Meinung: Putin verliert in Syrien gegen die USA“, der bei der Deutschen Welle erschienen ist.)

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