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Führer des Islamischen Dschihad zu Besuch in Teheran 

Irans Oberster Führer Khamenei empfängt die Führung des Islamischen Dschihad in Teheran
Irans Oberster Führer Khamenei empfängt die Führung des Islamischen Dschihad in Teheran (© Imago Images ZUMA Wire)

Das Teheraner Regime unterstützt mit allen Mitteln die palästinensische Terrorgruppe Islamischer Dschihad, die das iranische Ziel, Israel zu zerstören, nur allzu gerne mitträgt.

Der Oberste Führer des iranischen Mullah-Regimes, Ayatollah Ali Khamenei, empfing letzten Mittwoch den Führer des palästinensischen Islamischen Dschihads (PIJ), Ziyad al-Nakhalah, in Teheran. Während des Treffens sagte Khamenei, Israel sei »passiv« geworden und seine Führer »haben Grund zur Sorge, den 80. Jahrestag des Landes [im Jahr 2028; Anm. Mena-Watch] nicht mehr zu erleben«, gaben iranische Staatsmedien Khameneis Ausführungen während des Treffens wieder.

Am 9. Mai startete Israel die Operation »Schild und Pfeil« mit der gezielten Tötung von drei hochrangigen PIJ-Mitgliedern im Gazastreifen als Reaktion auf den ständigen Raketenbeschuss aus der palästinensischen Enklave. Während des fünftägigen Konflikts feuerte der Islamische Dschihad rund 1.500 Raketen auf zivile Einrichtungen in Israel ab, woraufhin die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) rund 400 Terrorziele im Gazastreifen unter Beschuss nahmen.

Khamenei gratuliere damals dem Islamischen Dschihad »zu seinem Sieg in der jüngsten Schlacht im Gazastreifen«. »Das zionistische Regime befindet sich heute in einer ganz anderen Lage als vor siebzig Jahren, und dieser Feind ist in einer passiven Position. Die palästinensischen Widerstandsbewegungen haben den Weg richtig erkannt und beschreiten ihn auf kluge Weise.« Der iranische Führer erklärte, die »wachsende Macht« der palästinensischen Gruppen sei »der Schlüssel, um den zionistischen Feind in die Knie zu zwingen«.

Iranischer Stellvertreter

Der PIJ ist eine iranische Stellvertreterorganisation, deren terroristische Aktivitäten sich auch auf die Westbank erstrecken, insbesondere in Dschenin und Nablus. Der den PIJ seit 2018 anführende Ziyad al-Nakhalah soll sich entweder im Libanon oder in Syrien aufhalten und begibt sich immer wieder nach Teheran, um dort iranische Weisungen für das weitere Vorgehen seiner Organisation einzuholen.

Wie der Chef des israelischen Sicherheitsdienstes Shin Bet, Ronen Bar, letzten Monat berichtete, zerschlug Israel kürzlich eine Terrorzelle in der Nähe von Dschenin, die dabei war, Raketen zu produzieren, die vom nördlichen Westjordanland aus auf israelische Ziele abgefeuert werden sollten.

Ein kürzlich von palästinensischen Medien veröffentlichtes Video zeigt den Abschuss einer Rakete des Typs Qassam in der Gegend von Dschenin, offenbar ein Experiment derselben Gruppe. Aus israelischen Sicherheitsquellen wurde verlautet, dass PIJ-Aktivisten in Dschenin und Nablus mit Unterstützung des Irans auch versuchen, zivile Drohnen als Waffen einzusetzen.

Um diese Bemühungen voranzutreiben, reiste al-Nakhalah im August 2022 nach Teheran, wo er mit Generalmajor Hossein Salami, dem Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), zusammentraf, um Finanzmittel einzuholen und den Waffenschmuggel über Jordanien ins Westjordanland zu koordinieren.

Die Einrichtung von Raketenzellen in der Westbank wäre ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Strategie des ehemaligen Chefs der IRGC-Auslandseinheit, Qassem Soleimani, Israel mit Hunderttausenden Raketen, Flugkörpern und Drohnen zu umgeben. Das Raketenkommando von Dschenin wurde von dem hochrangigen PIJ-Führer Tarek az-Aldin geleitet, der am 9. Mai durch einen IDF-Luftschlag getötet wurde.  Eine hochrangige israelische politische Quelle erklärte kürzlich, der Iran sei von der Leistung des PIJ während der Operation »Schild und Pfeil« enttäuscht und plane daher Anschläge auf Israelis im Ausland.

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