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Was der Iran dem Palästinensischen Islamischen Dschihad in Teheran zu sagen hatte

Treffen zwischen PIJ-Generalsekretär al-Nakhalah und Irans Präsident Raisi am 6. August in Teheran
Treffen zwischen PIJ-Generalsekretär al-Nakhalah und Irans Präsident Raisi am 6. August in Teheran (Quelle: JNS)

Kurz vor der militärischen Auseinandersetzung mit Israel reiste ein hochrangiger PIJ-Vertreter zu politischen Gesprächen in den Iran, der die Terrororganisation finanziell unterstützt und mit militärischem Gerät versorgt.

Jerusalem Center for Public Affairs

Kurz vor Beginn der israelischen »Operation Breaking Dawn« im Gazastreifen am 5. August war der Generalsekretär des Palästinensischen Islamischen Dschihads (PIJ), Ziyad al-Nakhalah, in Teheran zu Besuch, um sich mit hochrangigen Regimevertretern und Militärkommandeuren zu treffen.

Nakhalah reiste am 2. August in den Iran, also an jenem Tag, an dem Israel den führenden PIJ-Funktionär Bassem al-Sa’adi in Dschenin verhaftete. Nakhalah erhielt die Nachricht der Verhaftung, als er sich auf sein erstes Treffen in Teheran vorbereitete. Sein Gastgeber war Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister in der Regierung des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi.

Nakhalah nahm auch noch an weiteren Gesprächen teil, bevor die IDF-Operation in Gaza begann. So traf er sich am 3. August mit Mohammad Bagher Ghalibaf, dem Vorsitzenden des iranischen Parlaments, und mit Ali Akbar Velayati, einem Berater des geistlichen Führers Ali Khamenei.

Außenministerium bekundet Solidarität …

Am 6. August rief der iranische Außenminister den PIJ-Generalsekretär noch einmal an, um ihm persönlich seine Verurteilung Israels für dessen Start der »Operation Breaking Dawn« mitzuteilen. Amir-Abdollahian sagte gegenüber Nakhalah, Israels »brutale Angriffe« zielten darauf ab, eine Eskalation im Gazastreifen herbeizuführen, um die Aufmerksamkeit von seinen eigenen »tiefgehenden Krisen« abzulenken.

Nasser Kanaani, der Sprecher des iranischen Außenministeriums, sagte zu Beginn der Operation:

»Der Iran verurteilt die barbarische Offensive des zionistischen Apartheidregimes gegen den Gazastreifen aufs Schärfste, und es ist das gute Recht des palästinensischen Volkes und der Widerstandsorganisationen, sich gegen die Aggression und die Terrorakte des zionistischen Regimes zu verteidigen.«

»Bei seinem grausamen Angriff« habe Israel »Kommandanten des Widerstands und hilflose Palästinenser« getötet. Dabei sei »das unerfahrene [Lapid]-Regime, das gerne Abenteuer unternimmt und Provokationen begeht, für dieses Verbrechen und damit auch für die Folgen der Aggression verantwortlich«.

Außenminister Amir-Abdollahians Sprecher fügte hinzu, Teheran rufe alle Länder und internationalen Organisationen auf, »ihrer rechtlichen, moralischen und menschlichen Verantwortung gerecht zu werden, das unterdrückte palästinensische Volk zu schützen und die Terrorakte des zionistischen Regimes zu verurteilen. Auch müssen sie die Fortsetzung der Verbrechen dieses Regimes verhindern, das die Hauptursache für die Instabilität und Unsicherheit in der Region ist.«

… ebenso wie Quds-Forces …

General Esmail Qaani, Kommandeur der Auslandseinheit Quds-Forces der Revolutionsgarden (IRGC), sprach während einer religiösen Aschura-Zeremonie in der nördlichen Provinz Mazandaran ausführlich über die Spannungen zwischen Israel und Gaza. Dabei prahlte er, ohne nähere Details zu nennen, damit, dass »täglich mindestens 15 Operationen gegen israelische Stellungen durchgeführt werden«.

Qaani beschrieb den Konflikt aus religiöser Sicht als einen Kampf »der Kinder des Islam« gegen Israel und die Vereinigten Staaten.

»Die Palästinenser haben Israel hart getroffen, es bricht zusammen und wir sehen jeden Tag, dass das Vertrauen in das zionistische Regime schwindet. Die palästinensischen Kämpfer planen, diesem verrotteten Körper den letzten Schlag zu versetzen. Wie immer wird der Iran an der Seite der unterdrückten palästinensischen Kämpfer stehen.

Die Kinder, die in den besetzten Gebieten, in Gaza und im Libanon islamisch erzogen wurden, sind der Lehre der Imame und der Doktrin der [iranischen] Revolution treu. Die Vereinigten Staaten und Israel können sich nicht gegen diese Helden stellen. Die Kinder des Islam in den besetzten Gebieten haben sich selbstständig gemacht und werden sich Israel entgegenstellen, bis der vollständige Sieg errungen ist.«

Der Revolutionsgardenkommandeur drohte Israel auch direkt, indem er sagte:

»Die Feinde müssen wissen, dass wir ihre Taten und Verbrechen gegen die unterdrückten Menschen in der Region und überall sonst niemals ignorieren werden. In der Tat hat der Feind in vielen Fällen die Antwort binnen kürzester Zeit erhalten – und für jeden seiner Schritte, für den er noch keine Antwort erhalten hat, die er verdient, haben wir einen Plan in petto.«

… und Revolutionsgarden

Was der Iran dem Palästinensischen Islamischen Dschihad in Teheran zu sagen hatte
Salami und al-Nakalah (© imago images / ZUMA Wire)

Am 6. August, dem zweiten Tag der »Operation Breaking Dawn«, traf PIJ-Generalsekretär Nakhalah dann getrennt mit Präsident Raisi und dem IRGC-Kommandeur Generalmajor Hossein Salami zusammen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die eng mit der IRGC verbunden ist, sagte Salami zu seinem Gast:

»Die Befreiung des palästinensischen Volkes ist für uns mehr als nur ein Wunsch, sie ist eine grundlegende Strategie. Wäre sie nur ein Herzenswunsch, würde sie nicht als tatsächliches Ziel definiert werden. Ayatollah Ruhollah Khomeini [der Gründer der Islamischen Republik] und Ayatollah Ali Khamenei, der gegenwärtige Oberste Führer, haben uns gelehrt, sie als Ziel und Strategie zu sehen, die zur Befreiung des heiligen Quds [Jerusalem] und zur Rückgabe der verlorenen, besetzten Gebiete Palästinas an ihre ursprünglichen Eigentümer führen wird.

Die Entwicklung im besetzten Palästina und die Zermürbung der Macht der Zionisten, die auf den Zusammenbruch zusteuert, sind unumkehrbar, je näher wir unserem Ziel kommen. Im Vergleich mit der Vergangenheit ist die Macht des palästinensischen Widerstands gewachsen, sodass wir jetzt, in Anbetracht seiner potenziellen Fähigkeiten, sehen können, wie der Widerstand [auch] den richtigen Weg gefunden hat, um große Kriege zu führen.

Wichtige, dienstbeflissene und hochrangige israelische Politiker wie Ehud Barak, Benjamin Netanjahu und Naftali Bennett haben bereits die Hilflosigkeit und den bevorstehenden Zusammenbruch ihres Regimes anerkannt. Auch internationale Experten stellen dies fest und betonen, dass Israel den unbestreitbaren Tatsachen vor Ort nicht länger standhalten kann.

Israels Schwäche wächst in dem Maße, wie Palästina an Stärke gewinnt. Die Israelis sind psychologisch geschwächt und sehen in eine schwarze und beängstigende Zukunft, sodass einige es vorziehen, das Land zu verlassen. Das heißt, wir sehen eine umgekehrte Migration [dorthin, wo sie hergekommen sind]. Wenn das Land von innen heraus zusammenbricht, ist ein Krieg vielleicht gar nicht mehr nötig.

Wir stehen bis zum Ende an ihrer Seite: Palästina und die Palästinenser sollten wissen, dass sie nicht allein sind. Die jüngste Operation Israels hat viele Tote und Verletzte gefordert, insbesondere unschuldige Kinder. Die rasche Reaktion des islamisch-palästinensischen Widerstands auf dieses Verbrechen zeigt zweifellos, dass eine neue Phase der Intensivierung des Widerstands begonnen hat. Israel wird einen hohen Preis für seine Verbrechen zahlen.«

Abschließend äußerte Salami die Hoffnung auf »eine Beschleunigung der Prozesse, die zum Sieg Palästinas führen«, und fügte hinzu:

»Das Erreichen einer wirksamen militärischen Macht verändert das Gleichgewicht des Terrors und ist eine Garantie für den Erfolg des Aufstands und des islamischen Widerstands in Palästina. Auch euer Volk steht zu euch, und ihr werdet noch weitere Kraft gewinnen und so die andere Seite in menschlicher, geistiger und militärischer Hinsicht besiegen können.«

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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