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Was gerade in Gaza geschehen ist? – Eine krachende Niederlage für den Iran

Hossein Salami, Chef der iranischen Revolutiosgarden, mit dem nicht gerade begeistert wirkenden Führer des Palästinensischen Islamischen Dschihad, Ziyad al-Nakhalah, am Samstag in Teheran. (© imago images/ZUMA Wire)
Hossein Salami, Chef der iranischen Revolutiosgarden, mit dem nicht gerade begeistert wirkenden Führer des Palästinensischen Islamischen Dschihad, Ziyad al-Nakhalah, am Samstag in Teheran. (© imago images/ZUMA Wire)

Der vom Iran kontrollierte Palästinensische Islamische Dschihad wollte Israel neue Regeln aufzwingen. Israel hat klargestellt: Kommt nicht in Frage.

Israelische Sicherheitskräfte gehen im Westjordanland immer wieder gegen Terrorgruppen und deren Netzwerke vor. Damit sollen sowohl Anschläge als auch die weitere Unterminierung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) durch Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) verhindert werden.

Bei einem solchen Einsatz in Dschenin wurden am vergangenen Montag der Anführer und weitere Kader des PIJ im Westjordanland festgenommen. Die Gruppierung drohte daraufhin mit Angriffen gegen Israel vom Gazastreifen aus. Drohungen, die von den israelischen Sicherheitsbehörden ernst genug genommen wurden, um im Grenzgebiet zum Küstenstreifen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und damit das Leben in den betroffenen Ortschaften praktisch lahmzulegen.

Unterdessen war die PIJ-Spitze zu Besuch in Teheran. Am Mittwoch traf der in Syrien lebende PIJ-Führer Ziyad al-Nakhalah mit dem iranischen Außenminister zusammen, am Donnerstag war er beim iranischen Präsidenten zu Gast, und auch Sitzungen mit der Führung der Revolutionsgarden standen auf dem Programm.

Keine neuen Regeln

Ohne Zweifel wurde al-Nakhalah, dessen Organisation völlig vom iranischen Regime abhängig ist, in Teheran darin bestärkt, die Spannungen mit Israel nicht abzubauen, sondern den konfrontativen Kurs beizubehalten. Es ging um nicht weniger, als Israel neue »Spielregeln« aufzunötigen: Der PIJ solle im Westjordanland praktisch immun und unbehelligt agieren können, andernfalls würde er das Leben Zigtausender Israelis rund um den Gazastreifen unmöglich machen.

Die von Israel ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen waren in dieser Situation unumgänglich, aber klar war auch, dass eine solche Situation untragbar war. Statt sich einschüchtern zu lassen und in einer eingeigelten Stellung zu verharren, ging die israelische Armee mit ihren am Freitagabend beginnenden Angriffen gegen den PIJ im Gazastreifen in die Offensive. Israel machte damit unmissverständlich klar: Die neuen Regeln, die der PIJ ihm aufzuzwingen versuchte, kommen nicht in Frage.

Palästinenser haben mehr Palästinenser getötet als die IDF

Mit dem Waffenstillstand vom Sonntagabend haben der Islamische Dschihad und seine Herren im Iran eine schwere Niederlage erlitten. Gestützt auf überlegene Geheimdienstinformationen fügten die IDF dem PIJ schweren Schaden zu. In mit äußerster Präzision durchgeführten Einsätzen wurde offenbar praktisch die gesamte Führung des PIJ im Gazastreifen ausgeschaltet, bei weiteren Angriffen wurden darüber hinaus rund 140 weitere PIJ-Ziele getroffen. Laut einer ersten Bilanz der israelischen Streitkräfte wurden im Laufe der Auseinandersetzung rund 1.100 Raketen Richtung Israel abgefeuert. Von den 990 Raketen, die Israel erreichten, wurden 380 vom Iron Dome abgefangen, der Rest ging in unbewohntem Gebiet nieder.

200 der von den Terroristen abgefeuerten Raketen schlugen bereits im Gazastreifen ein, wo sie mehr palästinensische Zivilisten töteten, als im Zuge von israelischen Angriffen ums Leben kamen: Von den laut israelischen Angaben insgesamt 35 palästinensischen Toten seien 11 unbeteiligte Zivilisten gewesen; 15 weitere Zivilpersonen seien dagegen von palästinensischen Raketen getötet worden.

Von wegen »gemeinsame Front«

Das vergangene Wochenende war für den PIJ und das iranische Regime vor allem auch deshalb eine schwere Niederlage, weil es deren weitgehende Isolation zur Schau gestellt hat. Revolutionsgarden-Führer Hossein Salami mochte in Teheran dem neben ihm sitzenden PIJ-Chef al-Nakhalah versichern, dass die Palästinenser in ihrem Kampf gegen Israel »nicht allein« seien, und wie zu erwarten, rühmte er »alle antizionistischen Dschihad-Kräfte«, die »vor Ort in einer vereinten Formation für die Befreiung Jerusalems« kämpfen würden – allein die Realität sah entschieden anders aus.

Von außerhalb des Gazastreifens gab es für den Iran und seinen palästinensischen Handlanger keinerlei Unterstützung, und im Küstenstreifen waren es nur einige kleinere andere Terrorgruppen, die sich am Raketenfeuer beteiligten. Die Hamas hingegen, die den Gazastreifen kontrolliert, hielt sich nicht nur aus dem Schlagabtausch raus, sondern setzte vielmehr den PIJ unter Druck, die Auseinandersetzung rasch zu beenden.

Die Hamas sah keinen Grund, den Kampf ihres Rivalen PIJ zu ihrem eigenen zu machen. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an die eigenen Verluste und Schäden im Gazastreifen, die sie mit ihrem Krieg gegen Israel im Mai 2021 zu verantworten hatte. So schrecklich jeder einzelne Waffengang auch ist: So funktioniert Abschreckung.

Die erste Bilanz ist also eindeutig: Der Islamische Dschihad und die Drahtzieher im Iran haben am vergangenen Wochenende eine krachende Niederlage erlitten. Und das ist, bei allem Unheil, eine positive Nachricht.

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