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Teherans Botschafter rechtfertigt iranische Angriffe auf den Irak

Der iranische Botschafter im Irak, Iraj Masjedi
Der iranische Botschafter im Irak, Iraj Masjedi (Quelle: Tasnim News Agency / CC BY 4.0)

Laut Iraj Masjedi trage der Irak selbst schuld an den iranischen Vergeltungsanschlägen, da er den USA und Israel erlaube, von seinem Territorium aus antiiranische Operationen durchzuführen.

Der iranische Botschafter im Irak, Iraj Masjedi, sagte in einem am 14. April ausgestrahlten Interview mit dem Sender Al-Sharqiya News TV, der Iran »unterstütze voll und ganz die Sicherheit und Souveränität« des Irak, aber wenn die USA und Israel den Iran angriffen, sollte man nicht erwarten, dass Teheran ruhig bleibe und so tue, als sei nichts geschehen.

»Wir haben das Gefühl, dass die Kurdische Regionalregierung [im Nordirak] unsere Sicherheitsinteressen nicht ernst nimmt. Die Israelis untergraben unsere Sicherheit von der Region Kurdistan aus. Der Grund für die Raketenangriffe [der Revolutionsgarden (IRGC) auf Erbil] waren Operationen, die die Israelis von der Region Kurdistan aus gegen eine IRGC-Basis im iranischen Kermanshah durchgeführt hatten.

Der Angriff in Erbil war die Vergeltung der Islamischen Republik. Ansonsten möchte der Iran keiner Probleme mit der Region Kurdistan haben.«

Bei dem Angriff im März wurden zwölf ballistische Raketen auf Erbil abgeschossen, wobei das eigentliche Ziel laut ersten Angaben das amerikanische Konsulat, laut iranischer Auskunft aber ein als »strategisches Zentrum für Verschwörung und Verderben der Zionisten« bezeichnetes Ausbildungslager des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen sein soll. Bei dem Angriff gab es einen Verletzten.

Neben dem Angriff auf die Hauptstadt der nordirakischen Region Kurdistan, der als Teil des israelisch-iranischen Schattenkriegs zu betrachten ist, nannte Masjedi in seinem von MEMRI übersetzten Interview noch ein Beispiel für einen – aus seiner Sicht gerechtfertigten – iranischen Angriff, der erfolgt sei, weil der Irak die Sicherheitsinteressen der Islamischen Republik verletze.

»Lassen Sie mich Ihnen ein weiteres Beispiel geben: den Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Ayn Al-Asad, der nach dem Martyrium von Qassem Soleimani erfolgte [Der hochrangige Kommandeur der Spezialeinheit Quds der Iranischen Revolutionsgarden wurde im Januar 2020 bei einem US-Drohnenangriff in Bagdad getötet, Anm. Mena-Watch.]

Warum haben wir den Luftwaffenstützpunkt Ayn Al-Asad angegriffen? Weil die Amerikaner unseren Kommandanten ermordet haben. Das Attentat fand in Ihrem Land statt. Wir machen nicht die irakische Regierung für den Anschlag verantwortlich. Wir machen die US-Regierung und Präsident Trump verantwortlich.«

Nach dem Anschlag habe der Iran Vergeltung geübt, indem er den Luftwaffenstützpunkt Ayn Al-Asad angriff. Wenn der Irak zulasse, dass »antirevolutionäre Kräfte« von seinem Territorium aus gegen den Iran vorgehen, könne er nicht erwarten, »dass die Islamische Republik bloß tatenlos danebensteht« und dabei zusieht, sagte Teherans Botschafter in Bagdad abschließend.

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