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Mahmud Abbas und das Münchner Massaker: Zeit, der Wahrheit ins Auge zu sehen

Jüdische Demonstration in Paris nach dem Münchner Massaker 1972
Jüdische Demonstration in Paris nach dem Münchner Massaker 1972 (© Imago Images / ZUMA/Keystone)

Warum schickt die Welt Hunderte Millionen Dollar an einen Mann, der geholfen hat, den Anschlag auf die Olympischen Spiele 1972 zu verüben?

Stephen M. Flatow

Die Familien der israelischen Athleten, die 1972 bei den Olympischen Spielen in München massakriert wurden, haben einen Boykott der bevorstehenden Gedenkfeier zum 50. Jahrestag in Deutschland angekündigt. Sie protestieren damit gegen die unzureichende Entschädigung durch die deutsche Regierung, und ich unterstütze ihre Position voll und ganz.

Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass einer der Drahtzieher des Massakers einem Regime vorsteht, das derzeit jedes Jahr Hunderte von Millionen Dollar an direkter und indirekter Hilfe aus den Vereinigten Staaten, Deutschland und zahlreichen anderen Ländern erhält.

Ich spreche von Mahmud Abbas, dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde und ihrer Hauptfraktion, der Fatah. In der Autobiografie des verstorbenen Mohammed Oudeh, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Abu Daoud, wird Abbas als einer der drei hochrangigen Fatah-Funktionäre genannt, die Daoud bei der Planung des Münchner Massakers unterstützten.

Tarnorganisation

Offiziell wurde das Münchner Attentat von der Gruppe »Schwarzer September« verübt, die vorgab, von der Fatah unabhängig zu sein. Der Mythos eines »unabhängigen« Schwarzen Septembers wurde jedoch bereits vor vielen Jahren durch die Freigabe eines Telegramms erschüttert, welches das US-Außenministerium am 13. März 1973 an die amerikanischen Botschaften in aller Welt schickte.

Der Text des Telegramms ist im Internet frei zugänglich. Er enthüllt die harte Wahrheit über die Münchener Mörder: »Die Frage der Verbindung zwischen der Organisation Schwarzer September (BSO) und der Fatah war Gegenstand vieler öffentlicher Diskussionen«, beginnt das Telegramm. Dann werden Arafats Lügen über seine Rolle im Schwarzen September dargelegt:

»Fatah-Führer Arafat hat die Verbindung zur BSO geleugnet. […] Arafat leugnet weiterhin öffentlich jede Verbindung zwischen der Fatah und terroristischen Operationen. In ähnlicher Weise hält die Fatah an ihrer vorgetäuschten Mäßigung fest.«

Die Wahrheit über den Schwarzen September und die Fatah sei genau das Gegenteil von dem, was Arafat behaupte, heißt es in dem Telegramm des US-Außenministeriums:

»Die USG [Regierung der Vereinigten Staaten] hat Informationen, dass die Fatah in Wirklichkeit die Muttergesellschaft der BSO ist. […] Die Organisation Schwarzer September ist ein Deckname für die terroristischen Operationen der Fatah, die vom Geheimdienst der Fatah durchgeführt werden. […] In jeder Hinsicht kann jetzt kein signifikanter Unterschied mehr zwischen der BSO und der Fatah gemacht werden.«

Geld für eine Terrororganisation

Der Schwarze September war also eine Fiktion – so sagt es unser eigenes Außenministerium. Die Fatah, unter der Führung von Arafat und Abbas, war die »Mutterorganisation« des Schwarzen Septembers. Das bedeutet, dass die Fatah für das Münchener Massaker verantwortlich war. Und dennoch stehen Länder auf der ganzen Welt, angeführt von den Vereinigten Staaten, Schlange, um Abbas astronomische Geldsummen zu geben.

Die Regierung Biden stellt den palästinensischen Arabern derzeit jährlich mehr als 500 Mio. Dollar zur Verfügung. Deutschland schickte den Palästinensern im letzten Jahr 199 Mio. Dollar. Norwegen gibt 95 Mio. Dollar, die Schweiz 43 Mio. Dollar, Großbritannien 26 Mio. Dollar und Japan 25 Mio. Dollar. Viele weitere Millionen kommen auch aus anderen Ländern.

Die Tatsache, dass ein Teil des Geldes indirekt über verschiedene UN-Organisationen und andere Dritte bereitgestellt wird, ist nur eine Formsache. Solche Gelder sind fungibel. Sie entbinden die Palästinensische Autonomiebehörde davon, für Dienstleistungen und Güter zu bezahlen, die sie sonst selbst bezahlen müsste.

Oft wird vergessen, dass einer der israelischen Sportler, die bei den Olympischen Spielen in München ermordet wurden, der aus Cleveland stammende David Berger war, ein amerikanisch-israelischer Doppelstaatbürger. Umso empörender ist es, dass die amerikanischen Steuerzahler ein Regime finanzieren, das von einem der Terroristen angeführt wird, der für die Ermordung eines amerikanischen Bürgers verantwortlich ist.

Lassen Sie uns auf jeden Fall darauf bestehen, dass die deutsche Regierung den Familien der Opfer eine angemessene Entschädigung zahlt. Aber lassen Sie uns darüber nicht die unglaubliche Heuchelei von Regierungen aus den Augen verlieren, die Krokodilstränen über das Münchener Massaker vergießen und dann Hunderte Millionen Dollar an einen Mann schicken, der geholfen hat, es zu verüben.

Stephen M. Flatow, Anwalt in New Jersey, ist der Vater von Alisa Flatow, die 1995 bei einem vom Iran finanzierten palästinensischen Terroranschlag ermordet wurde. Er ist Autor von A Father’s Story: My Fight for Justice Against Iranian Terror. (Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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