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US-Präsident subventioniert Ostjerusalemer Auguste-Viktoria-Krankenhaus

Nach seinem Besuch in Ostjerusalem reiste Biden nach Bethlehem zu einem Treffen mit Abbas
Nach seinem Besuch in Ostjerusalem reiste Biden nach Bethlehem zu einem Treffen mit Abbas (© Imago Images / ZUMA Wire)

Bei seinem Besuch in Ostjerusalem sagte der amerikanische Präsident dem Auguste-Viktoria-Krankenhaus eine finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe zu.

Die Geschichte des Jerusalemer Auguste-Viktoria-Krankenhauses (Augusta Victoria Hospital) geht weit in die Vergangenheit zurück. Im Jahr 1898 überließ der damalige türkische Sultan Abdülhamid II. als Schenkung dem deutschen Kaiser Wilhelm II., der gemeinsam mit seiner Frau Auguste Viktoria auf Besuch in Jerusalem weilte, mehrere Grundstücke auf dem Ölberg. Auf einem dieser Gründe ließ Wilhelm II. ein Spital errichten, das 1910 unter dem Namen Auguste-Viktoria-Krankenhaus eröffnet wurde.

Vier Jahrzehnte später übernahm der Lutherische Weltbund die Klinik, die heute gemeinsam mit fünf anderen das East Jerusalem Hospital Network bildet und zum Gesundheitssystem der Palästinensischen Autonomiebehörde gehört, auch wenn die Spitäler nicht in den palästinensischen Autonomiegebieten liegen.

Das Auguste-Viktoria-Krankhaus zählt zu den wenigen Spezialkliniken, das den Palästinensern Chemotherapien und andere anspruchsvolle Behandlungsmethoden wie Dialysen anbietet. Für den Unterhalt hat die Palästinensische Autonomiebehörde aufzukommen, die jedoch in den letzten Jahren ihren finanziellen Verpflichtungen kaum nachgekommen ist.

Der chronische Finanzmangel führte zu einer Verknappung des Personals und einer zunehmenden Einschränkung der allgemeinen medizinischen Versorgung. Salopp gesagt, steht das Auguste-Viktoria-Krankenhaus vor dem Konkurs. Doch auch die anderen fünf Krankenanstalten, die unter der Verwaltung der Palästinenser stehen, sind finanziell unterdotiert.

Amerikanische Subventionen

Seine Visite im Auguste-Viktoria-Krankenhaus stufte der amerikanische Präsident Joe Biden im Rahmen seiner Nahost-Reise als »privaten Besuch in einem privaten Krankenhaus« ein, weshalb er auch ohne israelische Begleitung gekommen war.

Bei seinem Besuch kündigte Biden eine finanzielle Unterstützung in Höhe von hundert Millionen US-Dollar für die maroden palästinensischen Krankenhäuser an, die als »Rückgrat« der Gesundheitsversorgung für die Palästinenser dienten. Biden meinte, »Palästinenser und Israelis verdienen gleiches Maß an Freiheit, Sicherheit, Wohlstand und Würde« und dass »der Zugang zu medizinischer Versorgung … lebensnotwendig ist [für] ein Leben in Würde«.

Gegenüber der internationalen Presse sagte Biden: »Die USA werden weiterhin mit der palästinensischen Führung und der Regierung Israels und all unseren internationalen Partnern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass das Krankenhausnetzwerk in Ostjerusalem nachhaltig und verfügbar bleibt und in der Lage ist, qualitativ hochwertige Leistungen zu erbringen.«

Auf die Gründe, weshalb besagte Kliniken seit Jahren unter einem chronischen Finanzmangel leiden, ging er nicht ein. Allein das Auguste-Viktoria-Krankenhaus notierte im Jahr 2021 etwa 70 Mio. US-Dollar Schulden, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde zu begleichen wären.

Anschließend fuhr der amerikanische Präsident nach Bethlehem weiter, um sich mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas zu treffen. Ob Biden die Gelegenheit dafür nutzte, Abbas an seine Verpflichtungen gegenüber den Krankenanstalten zu erinnern, darf bezweifelt werden.

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