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Hisbollah errichtete Denkmal für den iranischen Terror-General

Trauerfeier für den Terror-General in Beirut. Die Hisbollah errichtete ein Statue für ihn nahe der israelischen Grenze. (imago images/Xinhua)
Trauerfeier für den Terror-General in Beirut. Die Hisbollah errichtete ein Statue für ihn nahe der israelischen Grenze. (imago images/Xinhua)

Während der Libanon in einer politischen und wirtschaftlichen Krise versinkt, hat die Hisbollah nichts Besseres zu tun, als die Statue eines Massenmörders zu errichten.

Qassem Soleimani, der ehemalige Kommandant der Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden, der am 3. Januar bei einem amerikanischen Luftangriff ums Leben gekommen ist, ist im südlibanesischen Dorf Maroun Al-Ras seit kurzem von weitem sichtbar:

Am 15. Februar errichtete die libanesische Terrororganisation Hisbollah ihm zu Ehren eine überlebensgroße Statue. Das meldet die auf die Auswertung und Übersetzung arabischer und dschihadistischer Quellen spezialisierte Medienbeobachtungsgruppe MEMRI.

Die Figur, die aussieht, als wolle sie Autofahrer auf ein Möbelgeschäft oder Schnellrestaurant hinweisen, steht in der Nähe der libanesisch-israelischen Grenze. Sie weist, wie MEMRI berichtet, mit dem Finger gen Israel; hinter ihr ist auf einem hölzernen Turm eine PLO-Fahne angebracht. An der Einweihungszeremonie nahmen laut dem Bericht Soleimanis Kinder und zahlreiche Offizielle und Anhänger der Hisbollah teil.

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Doch die Errichtung des Denkmals ist im Libanon umstritten. In Stellungnahmen auf Twitter, die MEMRI übersetzt hat, äußerten libanesische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Politiker, Journalisten und Bürger ihren Unmut darüber, wie der Iran den Libanon in Beschlag nimmt.

Die Politikerin und Journalistin May Chidiac, ehemalige Ministerin für Verwaltungsentwicklung und Mitglied der Partei der libanesischen Kräfte von Samir Geagea, die für ihre harte Haltung gegenüber der Hisbollah bekannt ist, twitterte:

„Sind wir im Libanon oder im Iran? Nachdem wir [im Februar 2019] die Straße zum Flughafen nach Khomeini benannt haben, hat die Hisbollah nun die Enthüllung einer Statue von Soleimani im Süden gefeiert! Warum dieses Bestehen darauf, die Identität des Libanon zu ändern und [den Libanon] in den Kampf zwischen den Achsen einzubeziehen [?]! Wo ist [die Politik], den [Libanon aus den Konflikten] raus zu halten? Die Hisbollah bestätigt täglich, dass es sich bei ihr eher um einen Zweig des Korps der iranischen Revolutionsgarden und der [iranischen] Herrschaft des Rechtsgelehrten als um eine libanesische Organisation handelt!“

Georges Hayak, ebenfalls von der Partei der libanesischen Kräfte, twitterte:

„Ich hätte vielleicht verstanden, wenn sie eine Statue eines verstorbenen Hisbollah-Führers an der libanesischen Grenze aufgestellt hätten, auch ohne die Zustimmung aller Libanesen. Aber eine Statue eines iranischen Militärs wie Qassem Soleimani aufzustellen, bestätigt nur, was über den Libanon unter iranischer Kontrolle gesagt wird. Es ist auch ein Affront gegen den Willen des gesamten libanesischen Volkes.“

Der frühere Justizminister Ashraf Rifi twitterte:

„Die Errichtung eines Denkmals für Soleimani im Südlibanon hat nichts mit dem Konflikt mit Israel zu tun, sondern ist lediglich eine Bestätigung der iranischen Herrschaft über den Libanon. [Soleimanis] Quds-Truppe kämpfte nicht für Jerusalem, sondern hat Syrien und den Irak verwüstet und den Libanon in einen gescheiterten Staat verwandelt. Die Herrschaft des Iran verschlimmert unsere Wirtschaftskrise. Dies ist eine Angelegenheit, mit der sich der libanesische Präsident, der Premierminister und [andere] Offizielle befassen müssen.“

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Diana Mukalled, eine Kolumnistin der libanesischen Tageszeitung Al-Hayat, twitterte:

„Im Südlibanon wurde eine Statue von Qassem Soleimani errichtet … Wie üblich sind dies nutzlose und verächtliche Versuche, diesem kriminellen Mörder einen falschen Heiligenschein zu verleihen.“

Der frühere libanesische Premierminister Fouad Al-Siniora sagte, Straßen seien öffentliche Räume, keine Fraktion sei berechtigt, dort Statuen aufzustellen, ohne zumindest die libanesische Regierung zu konsultieren. „Das Land hat keinen Mangel [an Problemen], und die Errichtung dieser Statue ist ein nicht hilfreicher und unkluger Schritt“, fügte er hinzu.

Hisbollah: Personenkult wie im Ostblock

Der einst als weltoffen und demokratisch geltende Libanon verwandelt sich immer mehr in eine iranische Besatzungszone. Die neue Regierung ist der verlängerte Arm der Hisbollah. 2016 wurde in einem Vorort Beiruts eine Straße nach Mustafa Badreddine benannt, einem 2016 in Syrien getöteten Hisbollah-Kommandanten, den das UN-Sondertribunal für den Libanon für den Drahtzieher bei dem Mord an Ministerpräsident Rafiq Hariri hält.

Auch was den Personenkult betrifft, wird der Libanon der iranischen Theokratie immer ähnlicher. Dass riesige Porträts politischer oder militärischer Führer den öffentlichen Raum prägen, kennt man seit dem Ende des Kommunismus vor allem aus dem Iran, wo Khomeini und Khamenei düster von Häuserwänden blicken. Die Hisbollah ahmt diese Ikonografie mit Bildern von Hassan Nasrallah nach, dem aktuellen Generalsekretär der Partei Allahs.

Wie einst die Staaten des kommunistischen Ostblocks importiert sie nun offenbar auch den Personenkult aus jenem Land, das das Zentrum ihres ideologischen Universums bildet. Das kommt, wie die Tweets zeigen, bei etlichen Libanesen gar nicht gut an.

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