US-Rückzug aus Syrien erleichtert iranische Waffentransporte

US-Stützpunkt in Tanf

„Auch Mitte Juni gab es eine Attacke weit von [Israels] Landesgrenzen entfernt, im irakisch-syrischen Grenzgebiet, nahe dem Ort Abu Kamal. Dabei sollen Dutzende Kämpfer getötet worden sein, mutmaßliche Mitglieder der irakisch-schiitischen Miliz Kataib Hisbollah. Die Miliz wurde nach der US-Invasion im Irak 2003 von den iranischen Revolutionswächtern gegründet. Wie der Name schon sagt, nach dem Vorbild der Hisbollah, die Teherans Regime Mitte der Achtzigerjahre im Libanon installierte. Das syrische Regime machte die von den USA geführte Anti-IS-Koalition für den Angriff verantwortlich. Die Vereinigten Staaten dementierten jedoch. Nun berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass Israel hinter dem Angriff stecken soll. Der Grund für die Attacke war demnach, dass die Miliz gemeinsam Mitgliedern der iranischen Revolutionswächter rund um Abu Kamal iranische Waffen vom Irak nach Syrien transportierten.

In den vergangenen Monaten hat Teheran offenbar eine Art Landbrücke errichtet, die von der iranischen Grenze über den Zentralirak nach Syrien reicht. Für Iran bedeutet dieser Landweg einen wichtigen strategischen Vorteil: Lange musste das Regime seine Waffen für die libanesische Hisbollah und andere lokale Verbündete in Flugzeugen auf syrische Militärstützpunkte fliegen. Israels Geheimdienst konnte diese Lufttransporte vergleichsweise gut überwachen und hat deshalb in den vergangenen Jahren mehrfach Waffenlieferungen kurz nach ihrer Ankunft in Syrien zerstören können. Die Waffenkonvois auf dem Landweg, die sich unter zivile Lastwagen mischen, sind deutlich schwerer zu orten. (…) Offenbar profitiert Iran dabei auch von einer strategischen Entscheidung des US-Regierung: Trump will seine verbliebenen Truppen aus Syrien zurückholen. Im Mittelpunkt steht dabei die Militärbasis Tanf, ein kleiner Außenposten mitten in der Wüste nahe dem Dreiländereck zu Jordanien und dem Irak. Es ist der einzige US-Stützpunkt, der zumindest in der Nähe der iranischen Landbrücke liegt.“ (Dominik Peters / Christoph Sydow: „Irans Waffenroute durch die Wüste“)

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