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Eindämmung der iranischen Hegemonie gefordert

Iran Präsident Raisi hält anlässlich des al-Quds-Tages Ansprache im Gazastreifen
Iran Präsident Raisi hält anlässlich des al-Quds-Tages Ansprache im Gazastreifen (© Imago Images ZUMA Wire)

Jede westliche Politik, der es nicht gelingt, das iranische Regime zu schwächen, zu isolieren und zu untergraben, verurteilt nur eine weitere Generation von Arabern und Persern zu einem Leben im Elend unter Marionettenregimen und terroristischer Herrschaft.

Kasim Hafeez

Von Bagdad bis Beirut, von Aden bis Gaza ist ein einziges Regime für Tyrannei, Brutalität und schiere Hoffnungslosigkeit im Leben von fast hundert Millionen Menschen in der arabischen Welt verantwortlich: die Islamische Republik Iran. Im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten hat das iranische Regime die Schuld für das Elend, das es unschuldigen Menschen überall dort zufügt, wohin es seinen Einflussbereich ausdehnt, von sich gewiesen und vom fehlgeleiteten Idealismus westlicher Führer profitiert. Das Elend vergrößert sich beschämenderweise jedes Jahr.

Es liegt in der Macht der westlichen Staats- und Regierungschefs, das Los der Menschen in diesen Regionen zu verbessern, indem sie das iranische Regime ein für alle Mal für sein Verhalten zur Rechenschaft ziehen und ihr unverbesserlich optimistisches Streben nach schlechten Geschäften, die den Iran stärken, beenden. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Während von Universitäten bis zu Parlamenten der Ruf »Free Gaza« erschallt, scheinen nur wenige in der Lage zu sein, die Verantwortlichen für das Leid der Menschen im Gazastreifen zu benennen. Die Bequemlichkeit, Israel die Schuld geben zu können, oder unverhohlener Antisemitismus sorgen dafür, dass alle Schuld dem jüdischen Staat zugeschrieben wird. Viele dieser Stimmen klammern sich auch an die fehlgeleitete Idee, ein Regime »aus der Isolation zu holen«, das Zehntausende von Kindern, die es in Minenfelder marschieren ließ, als »Märtyrer« feiert und seine Bürger routinemäßig brutal behandelt, wenn sie ihre Grundfreiheiten einfordern.

Den lauten und mächtigen Stimmen, die nach der Freiheit der Palästinenser in Gaza rufen, muss die Frage gestellt werden: Seid ihr blind für die Realität?

Schwerwiegender Fehler

Die Wahrheit ist, dass überall dort, wo das Teheraner Regime seine ebenso unmoralischen Verbündeten und Stellvertreterorganisationen stützt, das Leben der einfachen Menschen unerträglich wird. Doch anstatt die hegemonialen Absichten des Irans infrage zu stellen, spielen die westlichen Mächte weiterhin mit dem Gedanken, die iranische Fähigkeit, seinen Würgegriff zu festigen, noch zu verstärken, indem sie Hunderte Milliarden Dollar im Austausch für leere Versprechen nach Teheran schicken. 

Ein solches Vorgehen wäre ein tragischer Fehler, denn jeder westliche Politikansatz, der die iranische Führung nicht schwächt, isoliert und untergräbt, verurteilt nur eine weitere Generation von Arabern und Persern zu einem Leben in bitterem Elend unter Marionettenregimen und Terrorherrschaft.

Nirgendwo ist dies deutlicher und offensichtlicher als im Gazastreifen. Schon viel zu lange wird die Bevölkerung von den vom Iran unterstützten Terroristen der Hamas, welche die Enklave im Süden Israels regieren, als Geisel gehalten. Während die Hamas zeitweise einen von Teheran abweichenden Weg eingeschlagen hat – insbesondere während des syrischen Bürgerkriegs –, können die iranischen Führer nun mit dem Palästinensischen Islamischen Dschihad, einem echten Stellvertreter des Irans, der auf iranischen Geheiß an Israels Grenze arbeitet, die Menschen im Gazastreifen im Würgegriff halten.

Tragischerweise hat sich die Welt entschieden, wegzusehen. Selbst diejenigen, die ihre Unterstützung für die Menschen in Gaza verkünden, schweigen, wenn der Gazastreifen als Abschussrampe und Aufmarscharena für iranische Kriegshandlungen gegen Israel missbraucht wird, Familien als menschliche Schutzschilde verwendet werden, Terroristen Grenzübergänge bombardieren, über welche die Lieferung humanitärer Hilfe abgewickelt wird, oder wenn giftige, von der Wiege bis zur Bahre reichende antisemitische Indoktrination zum Markenzeichen eines Bildungssystems gemacht wird, das die iranischen Führer mit Zustimmung betrachten.

Spät, aber nicht zu spät

Westliche Regierungen und Verfechter der Menschenrechte müssen anfangen, die Situation ehrlich zu sehen und entsprechend zu handeln. Die Kinder im Gazastreifen haben etwas Besseres verdient, denn als Terroristen verkleidet zu werden oder zu hören, ihr höchstes Ziel bestehe darin, »Märtyrer« zu werden. Die Bürger des Libanon verdienen es, in einem funktionierenden Land zu leben, das nicht von iranischen Raketen überschwemmt wird. Die Iraker verdienen ein Land ohne die Präsenz iranischer Milizen. Die Ukrainer verdienen es, in den Himmel zu schauen und keine iranischen Drohnen zu fürchten. 

Die Freunde, Partner und Verbündeten des Westens verdienen es, in diesem Westen einen Freund zu sehen und nicht einen Unterstützer und Förderer ihres Feindes, was unsere Freunde dazu bringt, sich mit unseren Feinden zu arrangieren.

Die Vereinigten Staaten und Europa können den Iran davon abhalten, eine weitere Generation zu einem Leben zu verdammen, das von Hass, Krieg und Terror beherrscht wird – aber nur, wenn die westlichen Politiker ihre verfehlte Politik und ihre vorsätzliche Blindheit gegenüber der Antwort auf die Frage aufgeben, wo die Verantwortung für das unermessliche menschliche Leid in der Region liegt. Es ist unverzeihlich, dass wir dem Iran erlaubt haben, so viele Leben zu zerstören und sich zur Vernichtung von weiteren sieben Millionen Menschen in Israel zu verpflichten, aber dieser Fehler ist korrigierbar und nie zu spät, unsere Politik mit unseren Werten in Einklang zu bringen.

Kasim Hafeez ist stellvertretender Kommunikationsdirektor bei Christians United for Israel. (Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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