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Die „Sicherheitszone“ in Nordsyrien wird mehr Probleme schaffen als lösen

 

Die „Sicherheitszone“ in Nordsyrien wird mehr Probleme schaffen als lösen„Sicherheitszonen werden in aller Regel zum Schutz der Menschen in Konfliktzonen eingerichtet und sind üblicherweise neutral, entmilitarisiert und dienen humanitären Zwecken. Die Einführung einer 20 Meilen tiefen Sicherheitszone östlich des Euphrats hätte den gegenteiligen Effekt: Wahrscheinlich würden mehr als 90 Prozent der syrisch-kurdischen Bevölkerung verdrängt, was die ohnehin schon äußerst schwierige humanitäre Situation verschärfen und die Bedingungen für einen verstärkten Konflikt schaffen würde. Das würde eine längerfristige Stationierung militärischer Kräfte erforderlich machen. (…)

Die Vereinigten Staaten versuchen, ein Wiederaufleben des Islamischen Staates (IS) zu verhindern, diejenigen zu schützen, die an ihrer Seite in der Globalen Koalition [gegen den IS] bekämpft haben, und die iranischen Bemühungen zu vereiteln, das Gebiet für seine sektiererischen Aktivitäten zu benutzen und andere direkt zu bedrohen. Die von den USA unterstützten syrisch-kurdischen Streitkräfte sind die effektivsten in Syrien vorhandene Kampfeinheiten gegen den IS. Ihre Präsenz fördert die Stabilität und ermöglicht die Rückkehr der lokalen Verwaltung, was von entscheidender Bedeutung ist, um das Wiederaufleben des IS zu verhindern (…).

Die Einrichtung einer Sicherheitszone, aus der die kurdischen Streitkräfte vertrieben werden, würde diese Bemühungen wahrscheinlich beeinträchtigen.

Ankara behauptet, dass die Präsenz kurdischer Streitkräfte in diesem Gebiet eine Sicherheitsbedrohung für die Türkei darstellt. Es gibt zwar nach wie vor einige Vorfälle entlang der Grenze, aber diese sind gering und haben kaum Auswirkungen. Es gibt keine Belege dafür, dass das Gebiet als Plattform für einen Angriff auf die Türkei genutzt wird. In Kombination mit einer kleinen Koalitionspräsenz sind die Vereinigten Staaten in der Lage, die kurdischen Streitkräfte stark zu beeinflussen und so zur Gewährleistung der Sicherheit der türkischen Grenzgebiete beizutragen.

Auch die Menschen im Nordosten Syriens haben Interessen, wie z.B. Erholung nach jahrelangem Konflikt, Schutz vor Angriffen und die Möglichkeit, in Frieden zu leben. Die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung wird nicht nur deren Rechte verletzen, sondern neue Konflikte schaffen.“ (Gonul Tol/Joseph Votel: „A Syria Safe Zone Will Create More Problems Than It Solves“)


[Anmerkung der Redaktion: Sie können sich diesen Artikel vorlesen lassen, indem Sie auf das „Play“-Symbol über dem Text klicken. Das ist ein Pilotprojekt, die Software befindet sich in der Testphase. Wir freuen uns über Ihr Feedback an info@mena-watch.com.]

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