Die Hamas und der Islamische Staat hassen Israel – und einander

 

Hamas (Quelle: Unbekannt, WikiCommons) und Isalmischer Staat (Quelle: Unbekannt, Gemeinfrei)

„Wieso sehen sich die beiden islamistischen Gruppen [Hamas und Islamischer Staat] als Feinde? Die kurze Antwort lautet: Die Hamas, die Teil der Muslimbruderschaft ist, ist eine nationale Befreiungsbewegung, wenn auch mit islamistischer Neigung, die einen islamischen Staat auf dem Territorium des heutigen Israel, der Westbank und Gazas schaffen will. ISIS steht für Islamischer Staat im Irak und in Syrien und gehört zum salafistischen Zweig des Islam, der das islamische Kalifat neugründen und die Scharia in der gesamten Region durchsetzen will. Der IS betrachtet die Hamas und ihre Unterstützer als ‚Abtrünnige‘. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Hamas an den palästinensischen demokratischen Wahlen im Westjordanland und im Gazastreifen teilgenommen und daran gearbeitet hat, die Beziehungen zu Ägypten zu verbessern, mit dem der IS seit mindestens 2013 Krieg führt. (…)

Im Januar 2018 forderte ein vom Sinai-Zweig des Islamischen Staates gedrehtes und vom IS veröffentlichtes Video, Angriffe auf Hamas-Mitglieder und -Institutionen und warf der Hamas vor, die Palästinenser durch die Inhaftierung von ISIS-Kämpfern und anderen Extremisten im Gazastreifen zu verraten (…) Es scheint ganz so, als hätten Israel und die Hamas im Islamischen Staat einen gemeinsamen Feind gefunden. Noch im Jahr 2017 hatte der Islamische Staat die Verantwortung für das Abfeuern von Raketen auf Südisrael übernommen. Im Februar 2018 berichtete die New York Times, dass das israelische Militär im Laufe von zwei Jahren, mit der Zustimmung des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, mehr als 100 Luftangriffe gegen die mit dem Islamischen Staat verbündete Dschihadistengruppen im Norden der ägyptischen Sinaihalbinsel durchgeführt habe. (…)

Im Jahr 2014 veröffentlichte das israelische Außenministerium einen Artikel mit dem Titel ‚Ähnlichkeiten zwischen der Hamas und ISIS‘: Beide Terrororganisationen betrachteen Dschihad- und Selbstmordattentate als Hauptinstrumente; beide verfolgen und unterdrücken nichtmuslimische Minderheiten; beide exekutieren Personen, die im Verdacht stehen, ihre Gegner zu unterstützen; beide planen, einen Staat zu errichten, in dem muslimisches Recht herrscht; beide eroberten Territorium mit Gewalt; beide lehren ihre Kinder den Tod zu heiligen und als Märtyrer im Dschihad zu sterben, und beide sind bemüht, einen ‚Völkermord‘ an ihren Gegnern vorzunehmen. Soviel zum Thema ‚der Feind meines Feindes ist mein Freund.‘

Die Hamas feuert regelmäßig Raketen auf Israel ab, und der jüdische Staat hat jahrelang Militäreinsätze geführt und Wirtschaftssanktionen gegen das von der Hamas verwaltete Gebiet verhängt. Doch beide Seiten sind oft aufeinander angewiesen, damit die Lage nicht noch schlimmer wird. ‚Die Hamas zu zerstören,‘ schrieb Aaron David Miller, der erfahrene Nahost-Analyst am Woodrow Wilson Center, ‚würde ein Vakuum schaffen, das von noch gefährlicheren Dschihadistengruppen, einschließlich den Mitgliedern des Islamischen Staates, gefüllt werden könnte.‘“ (Marcy Oster, Jewish Telegraph Agency: „Hamas and ISIS hate Israel – and each other“)

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