Ein Herz für Chlorhühner, aber keines für Aleppo

AleppoWas ist von einer Gesellschaft zu halten, die sich über den Freihandel und Chlorhühner empört, in den vergangenen Jahren zu Hunderttausenden auf die Straßen ging, um gegen die Vereinigten Staaten, TTIP und den freien Weltmarkt zu protestieren, und nun nicht auf die Barrikaden gegen Syrien, den Iran und Russland geht? (…)

400.000 Menschen sind in Syrien bisher durch den Krieg dahingerafft worden. Allein in Aleppo sind es nach seriösen Schätzungen über 30.000. Die Zahlen werden weiter steigen.

Die Verantwortung dafür tragen viele. An der Spitze steht Syriens Diktator Baschar al-Assad, gefolgt von den Terrorbanden des Islamischen Staates, den iranischen Mullahs und dem Herrn im Kreml. Schuldig sind im gewissen Sinne auch der US-Präsident Barack Obama und die Europäer: Der eine, weil er rote Linien zog, um sie im Anschluss wieder wegzuwischen, die anderen, weil sie grundsätzlich gern die moralischen Riesen spielen, die immer dann zu Zwergen werden, wenn es ernst wird und sie handeln müssten. (…)

Wo sind heute die arabischen Mitbürger in Deutschland, die sonst keine Gelegenheit auslassen, auf den vermeintlichen Massenmord der Israelis hinzuweisen, wenn sich das Land gegen Terroranschläge wehrt? Sind es die syrischen Brüder und Schwestern nicht wert, Tag für Tag zu Tausenden Mahnwachen für sie zu halten? Offenbar sind sie es nicht.“ (Jacques Schuster: „Warum uns dieses Huhn wichtiger ist als Aleppo“)

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