Wie kann gegen weibliche Genitalverstümmelung vorgegangen werden?

„In der arabischen Welt wird die Verstümmelung weiblicher Genitalien insbesondere in der ärmeren arabischen Ländern in Afrika durchgeführt. Besonders häufig wird sie in Somalia, Dschibuti, Ägypten und dem Sudan vorgenommen. Der UNICEF zufolge ist Somalia das überwiegend von Arabern bewohnte Land, in dem sie am häufigsten durchgeführt wird. Dort sind schätzungsweise 98 Prozent der 15- bis und 49-jährigen Mädchen und Frauen von der Praxis betroffen. In Ägypten sind die Genitalien von schätzungsweise 87 Prozent der Frauen in der gleichen Altersgruppe verstümmelt worden. Mit 95 Millionen Einwohnern ist Ägypten das bevölkerungsreichste arabische Land. In der Altersgruppe bis 14 Jahre werden mit 54 Prozent den meisten Mädchen in Mauretanien die Genitalien verstümmelt. Es folgen der Jemen mit 15 und Ägypten mit 14 Prozent. (…)

Dank des zunehmenden Engagements zivilgesellschaftlicher Gruppen und internationaler Organisationen, die sich der Ausmerzung der Praxis verschrieben haben, ist die Verstümmelung weiblicher Genitalien in den letzten Jahren in Ägypten, dem Sudan und Dschibuti verboten worden. Im Jemen ist die Praxis zwar in medizinischen Einrichtungen, nicht aber zu Hause untersagt. In Mauretanien gibt es rechtliche Beschränkungen aber kein kategorisches Verbot. Im Irak wurde die Praxis in Irakisch-Kurdistan verboten, in dem von Bagdad aus regierten Teil des Irak ist sie jedoch weiterhin erlaubt. (…) Viele Beobachter haben die Regierungsmaßnahmen gelobt, die die Praxis ausmerzen sollen, betonen aber auch, dass die Durchsetzung der Verbote und Beschränkungen weiterhin eine massive Herausforderung darstellen. In Ägypten ‚wird das Gesetz dann durchgesetzt, wenn Ärzte zu Haftstrafen verurteilt werden, sollten sie die Verstümmelung weiblicher Genitalien durchführen. So werden Ärzte für die Durchführung der Verstümmelung zur Rechenschaft gezogen und die Gesetzeswidrigkeit der Praxis dadurch betont’, erklärt Dina Mansour-Ille, die bei dem im Vereinigten Königreich ansässigen Overseas Development Institute als Senior Researcher tätig ist, DW gegenüber.

‚Das Problem besteht darin, dass Mütter die Verstümmelung der Genitalien ihrer Töchter zu Hause vornehmen. Heraus kommt das nur, wenn das Mädchen an schweren Blutungen leidet und im Krankenhaus landet. Dann würde die Mutter womöglich verurteilt.’ Doch glaubt Mansour-Ille nicht, dass die momentanen Gesetze in Ägypten wirklich ausreichen, um das Problem mit der Verstümmelung weiblicher Genitalien zu lösen. ‚Letztlich geht es darum, das Bildungsniveau unter den Frauen so zu steigern, dass sie die Genitalien ihrer Töchter nicht mehr verstümmeln. Außerdem ist es wichtig, auch die Töchter entsprechend zu bilden’, so Mansour-Ille. ‚Gegen jeden, der die Verstümmelung weiblicher Genitalien vornimmt, muss entschlossen vorgegangen werden. Entscheidend ist jedoch die Bildungsarbeit.’“ (Bericht im Egypt Independent: „Where does the Arab world stand on female genital mutilation?“)

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