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Taliban und Hamas verhandeln in der Türkei

Treffen der Taliban mit der Hamas in der Türkei
Treffen der Taliban mit der Hamas in der Türkei (Quelle: JNS)

Die Zusammenkunft fand nur wenige Wochen nach israelischen Medienberichten statt, denen zufolge Taliban-Vertreter diplomatische Beziehungen zwischen Afghanistan und Israel befürworten.

Wie die Nachrichtenagentur Payam Aftab berichtet, gab es in Istanbul auf einer Konferenz islamischer Religionsgelehrter ein Zusammentreffen von führenden Vertretern der afghanischen Taliban und der palästinensischen Terrorgruppe Hamas. Die Taliban-Delegation wurde dem Bericht zufolge von Zabihullah Mudschahid angeführt, jener der Hamas gehörten Ismail Haniyeh und andere Hamas-Führer an.

Dem Middle East Media Research Institute’s (MEMRI’s) Jihad and Terrorism Threat Monitor zufolge postete Mudschahid, der stellvertretende Informationsminister der Taliban, auf Twitter ein Foto, das ihn und seine Begleiter bei einem Treffen mit Haniyeh und anderen Mitgliedern der Hamas zeigt. Darüber hinaus erklärte Mujahid, sie hätten über die Palästinenser und die aktuelle Lage in Afghanistan gesprochen. Er fügte hinzu, die »palästinensische Sache« sei ein Thema für die gesamte muslimische Ummah (Nation).

Der iranischen Nachrichtenagentur Shahr Ara News zufolge empfing Haniyeh eine afghanische Abordnung unter der Leitung von Mujahid, wobei beide Seiten die jüngsten Entwicklungen in Jerusalem, der Al-Aqsa-Moschee und der Westbank erörterten. Auch über den Klimawandel und internationale Entwicklungen im Allgemeinen sei gesprochen worden.

Das Treffen fand nur wenige Wochen nach israelischen Medienberichten statt, nach denen Taliban-Vertreter die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Afghanistan und Israel befürworten.

Mitte Oktober soll ein ehemaliger afghanischer Beamter, der in Kabul lebt und an Gesprächen mit Entscheidungsträgern und Ministern innerhalb der Taliban-Regierung beteiligt war, mit dem israelischen Nachrichtenportal i24News gesprochen haben und meinte, Teile der Taliban würden möglicherweise ihre Haltung gegenüber dem Staat Israel überdenken und wären an einem bilateralen Abkommen interessiert. Dies sei jedoch keine offizielle Politik der Taliban-Regierung, sondern stelle eher eine Meinung von Einzelpersonen innerhalb der Bewegung dar, sagte die Quelle.

Die Fraktion, die diese politische Richtung unterstützt, bestehe aus rund zweihundert Personen auf verschiedenen Ebenen der islamistischen Gruppe, darunter auch Spitzenbeamte. »Sie wollen ihr Regime stärken und aufrechterhalten. Deshalb müssen sie starke Beziehungen zu den Großmächten in der Region aufbauen, wobei sie Israel als Land mit starkem Einfluss sehen.« Israel sei mächtig und einflussreich im Nahen Osten, in der Welt sowie auf der globalen Wirtschaftsbühne, so die Quelle weiter, die auch erklärte, in Kontakt mit einem israelischen Aktivisten zu stehen.

Auf Fragen zum palästinensisch-israelischen Konflikt verwies der anonym bleibende ehemalige Beamte auf die in den letzten Jahren unterzeichneten Abraham-Abkommen zwischen sunnitisch-muslimischen Staaten und Israel, die von den Vereinigten Staaten unterstützt werden. »Einige muslimische Länder haben Beziehungen zu Israel aufgenommen, weil es in ihrem nationalen Interesse liegt, und auch wir haben unsere eigenen nationalen Interessen«, sagte er.

Im September 2021 hatte Zabihullah Mudschahid gegenüber dem russischen Medienunternehmen Sputnik erklärt, dass die Taliban Beziehungen zu den USA und anderen Ländern der Welt suchten, diplomatische Kontakte zu Israel jedoch ausschlössen. Vor seinem Treffen mit der Hamas, hatte Mudschahid seine Rhetorik jedoch etwas abgemildert, als er erklärte: »In den letzten fünfzig Jahren haben Araber und Iraner unsere Völker mit der Propaganda aufgehetzt, dass Israel unser Hauptfeind in der Welt sei. Niemand kann es wagen, über Israel und eine Partnerschaft zu sprechen, weil er befürchtet, dass es ihn sein Leben, sein gesellschaftliches Ansehen oder seine politische Karriere kosten wird.«

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