Mena-Exklusiv

Lage in Syrien: „Das Regime ist an seine Grenzen gestoßen“

Gastbeitrag von Philipp Thiée

Bilal Abdul Kareem ist einer der wenigen – vielleicht der einzige englischsprachige – Ausländer, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich aus den Rebellengebieten in Syrien berichtet haben. Während der Bombardierung Aleppos war er vor Ort und ist von dort aus in die Region Idlib gegangen. In Idlib befindet er sich auch heute. Kareem ist eine Art Anchorman des von ihm mitbegründeten Internetkanals On The Ground News – OGN. Er ist bekannt dafür, dass er unmittelbar aus dem bombardierten Aleppo berichtete, und hat Interviews mit Mitgliedern von al Qaida, der al Nusra-Front, der Free Syrian Army und anderer Rebellengruppen in Syrien gemacht. Ihn als schillernd zu beschreiben mag in mancherlei Hinsicht untertrieben sein. Kareem wurde in Mount Vernon, New York, als Darrell Lamont Phelps geboren und versuchte zunächst eine Karriere als Komödiant. Er konvertierte zum Islam und arbeite in der Folge in verschiedenen arabischen Ländern als Journalist, bevor er sich entschloss, nach Syrien zu gehen.

Um Kareem ist gibt es durchaus auch Kontroversen. Die in den Emiraten ansässige libanesische Journalistin Jenan Moussa, die zeitweise mit der Revolution gegen den Assad-Clan aus Syrien sympathisierend berichtete, twitterte am im Dezember 2016, wenn Bilal Abdul Kareem ein unabhängiger Journalist sei, dann wäre sie Queen Victoria. Damit drückte sie ihre Verwunderung darüber aus, dass er frei aus Gebieten der damaligen al Nusra-Front, die 2017 in Hai’at Tahrir asch-Scham (HTS) aufgegangen ist, berichten kann. Seine Sympathie mit einer islamisch fundierten Rebellion gegen das Regime der Assads ist offensichtlich, doch zeigen seine Interviews, dass er nicht davor zurückschreckt, auch islamistischen Kämpfern kritische Frage zu stellen.

In einer anhängigen Klage gegen die US-Regierung äußerte Kareem den Verdacht, auf einer Liste für Drohnenangriffe durch die USA erfasst zu sein. Fünf Mal soll er direkt bombardiert worden sein. Auf Grund dessen hat er Klage gegen die US-Regierung erhoben, um zu erfahren, ob er als US-Amerikaner von der Regierung seines Landes per Verfügung zum Tode verurteilt wurde. Diese Klage wurde von einem US-Gericht gegen den Widerstand der Regierung im Juni 2018 angenommen. Bisher ist sie nicht entschieden.

Bilal Abdul Kareem ist sicher einer der wenigen Berichterstatter, dem es in seinen Videos gelingt, mit sprachlichem Geschick vor dem Hintergrund exklusiver Einblicke in Syrien präzise die Fragen „wer will was von wem und warum überhaupt?“ zu beantworten. Meistens ist man nach seinen Berichten klüger als vorher – auch wenn man seinen Haltungen nicht freundlich gesonnen ist. Deshalb haben wir ihn für ein Gespräch in Idlib angerufen, das wir aus Dokumentationszwecken hier wiedergeben.


Frage:
Ganz naiv gesehen ist Baschar Al Assad Augenarzt. Er ist in London ausgebildet und wird da wohl auch den hippokratischen Eid abgelegt haben. Wenn man sich ansieht, mit welcher Brutalität die Familie Assad ihre Herrschaft verteidigt, passt das mit diesem Eid sicher nicht zusammen. Was sagt das über das System in Syrien aus?

Kareem: Die Familie Assad hat in erster Linie eines im Kopf: Sie machen das, was ihnen nützt. Alles ist aus ihrer Sicht alleine unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit zu beurteilen – nützlich allein für die Absicherung der eigenen Herrschaft. So hat sie während des ganzen Krieges gehandelt. Das Regime hat immer wieder mit einzelnen von Rebellen gehaltenen Gebieten separate Waffenstillstände geschlossen. Am Ende hatte dies immer nur einen Zweck: Wunden lecken und die eigenen Truppen neu gruppieren. Wenn das geschehen war, wurden die Kämpfe wieder aufgenommen. Jeder Vertrag, den es schließt, und jedes Bündnis, das es eingeht, wird nur unter dem Gesichtspunkt beurteilt, ob es der Herrschaftssicherung nützlich ist. Humanitäre Gesichtspunkte spielen da keine Rolle. Es geht also nicht darum, ob ein Arzt irgendwann einmal einen Eid abgelegt hat, sondern darum, was nützt. Das Herrschaftssystem der Assads hat da die einzelne Person des Baschar vielleicht geschluckt.

Frage: Wie sieht die Situation zurzeit in den Gebieten aus, die nicht vom Regime beherrscht werden? Aus Afrin werden Fälle von flächendeckender Plünderung und von Entführungen berichtet. Wie ist die Lage der Bevölkerung dort?

Kareem: Aus eigener Anschauung kann ich über Afrin nichts sagen. Gehört habe ich über diese Zustände auch. Was ich sagen kann ist, wie man in Idlib über die Situation in Afrin nach dem Einmarsch der Türkei, den von ihnen bezahlten Milizen und sonstigen Verbündeten denkt. Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. Es ist egal, ob man mit Zivilisten oder Rebellenkämpfern gleich welcher Gruppierung spricht: Wie Afrin im Moment verwaltet und regiert wird, ist schlecht, miserabel. Dabei geht es nicht darum, dass die Bevölkerung dort Angst haben müsste, unter die Herrschaft islamischen Rechtes gestellt zu werden. Die Gruppen, die Afrin zurzeit beherrschen, haben in erster Linie keine islamische Agenda. Sie verfolgen eine türkische Agenda.

Frage: Und wie ist die Situation in Idlib? Sowohl die Sicherheit als auch die humanitäre Situation?

Kareem: Auch hier gibt es Probleme mit Entführungen. Wenn man einen neuen Staat aufbauen will, dann braucht das Zeit. Hier ist der Aufbau sicher nicht abgeschlossen. Das Phänomen der Entführungen ist aber sehr komplex. Diese Sachen sind in ihren Motivationen durch die Täter sehr unterschiedlich zu bewerten. Man kann nicht einfach sagen, dass das durch Rebellengruppen gemacht wird. Wenn man Rebell ist, heißt das nicht, dass man deshalb automatisch nicht kriminell ist. Genauso wenig muss man kriminell sein, um einer Rebellengruppe anzugehören. Es gibt auch Entführungen durch Angehörige von Rebellengruppen. Es kann aber auch ganz andere Gründe haben: alte Rechnungen die beglichen werden, einfache Profitgier. Es gibt da alles Mögliche an Gründen. Es gibt hier halt nach dem Ende der Herrschaft des Regimes noch keine neu wieder hergestellte Ordnung. Trotzdem gibt es natürlich ein alltägliches Leben, dem die Leute hier nachgehen.

Frage: In Europa hat man in der Berichterstattung über Syrien manchmal den Eindruck, Damaskus wäre auf der anderen Seite der Welt – und nicht 4 Flugstunden entfernt. Die wichtigste Frage ist, ob Flüchtlinge kommen oder nicht. Nachdem jetzt HTS Gruppen wie Zinki, die direkt mit der Türkei zusammenarbeiten, aus der Region Idlib vertrieben hat, streichen westliche Regierungen ihre ohnehin schon geringe humanitäre Hilfe für die Rebellengebiete. Was wird das für Auswirkungen haben?

Kareem: Es ist natürlich eine beschämende Sache, wenn man sich einen Konflikt in der unmittelbaren Nachbarschaft nur unter dem Gesichtspunkt ansieht, ob Flüchtlinge kommen oder nicht. Wenn jetzt humanitäre Gelder gestrichen werden, so zeigt das eins: Es ging bei ihrer Bewilligung nicht um Humanität, sondern um Politik. Das ist ja auch nichts Neues. Schauen wir nach Gaza. Auch dort wurden – als die Hamas gewählt wurde – humanitäre Gelder gestrichen. Was war die Folge? Es war nicht die Schwächung der Hamas. Sie hat ihre Herrschaft damit gesichert, dass sie der Bevölkerung einen gewissen Service gegeben hat. Und auch HTS sorgt von allen Rebellengruppen am besten für die Bevölkerung. Wenn jetzt in Syrien Hilfsgelder in Rebellengebieten gestrichen werden, so zeigt das, dass humanitäre Hilfe ein Mittel der Politik ist. Es geht nicht darum, der Bevölkerung zu helfen, sondern darum, bestimmte Kräfte zu stützen.

Die Situation ist im Moment sicher nicht gut, und es sieht nicht so aus, als ob sie besser werden würde. Es gibt zwar viele private Initiativen, auch aus dem Ausland, die sich um Schulen und Krankenhäuser kümmern, aber die können natürlich nicht alles leisten, was jetzt notwendig ist.

Frage: Wieso hat HTS eigentlich zum jetzigen Zeitpunkt den Konflikt mit Rebellengruppen, die direkt mit der Türkei verbunden sind, gesucht? Wird sie das nicht auf Dauer der Gefahr aussetzen, dass sie durch die Türkei fallengelassen wird?

Kareem: HTS wirft den anderen Gruppen vor, dass sie das Ziel der Revolutionen verraten haben. Sie hätten aus den Augen verloren, dass es eigentlich um den Sturz des Regimes gehen sollte. Zugleich befinden wir uns in einer Phase der Neuorganisation aller Parteien in dem Konflikt. HTS wurde schon von vielen Gruppen auch innerhalb der Rebellion herausgefordert. Sie konnten sich immer durchsetzen. Nun haben sie erst einmal Fakten geschaffen. Ich denke, sie sichern zunächst ihre Position, um dann zu sehen, wie sie später weiter vorgehen wollen. Man muss dazu sagen, dass sie zum Teil auch in der Bevölkerung akzeptiert werden, weil sie auch die beste Infrastruktur liefern.

Aber man darf sich auch den Konflikt der HTS mit den Rebellen von der Zinki Gruppe nicht so vorstellen, als gäbe es da klare Grenzen. Es ist keineswegs so, dass ein Gebiet, das einer Gruppe zugerechnet wird, nur einer Gruppe gehört. Kämpfer verschiedener Gruppen bewegen sich frei durch das Territorium anderer Gruppen. Das ist Alltag hier.

Frage: Soweit man es von hieraus beobachten konnte, gab es gegen Assad auch eine Organisation die gerade im Lokalen stattgefunden hat. Führt da nicht eine Übernahme der Verwaltung durch die HTS zu Problemen mit der lokalen Bevölkerung?

Kareem: Nicht unbedingt. HTS ist ganz überwiegend eine syrische Gruppierung. Natürlich gibt es auch ausländische Kämpfer, aber ihre Bedeutung wird oft überschätzt. Die Probleme liegen also nicht unbedingt darin, dass HTS als eine fremde Gruppierung angesehen wird, die die Herrschaft an sich gerissen hat.

Frage: Aber es ist ja nicht so, dass sie in der Bevölkerung nur beliebt sind. Es gab Demonstrationen gegen ihre Herrschaft. Auf von ihr beherrschtem Gebiet sind auch Aktivisten gegen das Regime, die sie kritisiert haben, ermordet worden. So wurde z. B. Raed Fares, der den Oppositionssender Radio Fresh mitbegründet hat, im November 2018 ermordet. Alles deutet auf einer Verantwortung der HTS hin.

Kareem: Es geht mir nicht darum, HTS zu verteidigen. Es kann sein, dass HTS den Mord begangen hat. Aber niemand hat sich zu diesem Mord bekannt. Es kann auch sein, dass er durch ein Kommando des Regimes getötet wurde. Die haben ihn auch gehasst. Es ist ja auch keineswegs so, dass die Fronten zwischen den Rebellen und Assads Gebiet undurchlässig sind. Es kann auch einfache Kriminalität gewesen sein. Aktivisten wie Fares haben sehr viele verschiedene Feinde – und zugleich niemanden, der für ihre Sicherheit sorgt.

Frage: Durch die Übernahme weiter Gebiete durch HTS sind die Gebiete um Idlib jetzt doch in einer sehr komplizierten Situation. Offiziell hat HTS nicht viele Freunde. Russland kann doch jetzt mehr  Druck aufbauen, um die Türkei dazu zu bringen, Idlib fallen zu lassen.

Kareem: Hier vor Ort ist die Einschätzung eine andere. Alle wollen nämlich verhandeln. Da sind wir wieder am Anfang des Gesprächs. Die einzige Ideologie des Regimes ist Nützlichkeit. Dass jetzt keine Offensive Assads begonnen wird, liegt an so einem Kalkül, nicht etwa an humanitären Überlegungen. Die haben mehrere hunderttausend Menschen ermordet. Da hören sie jetzt nicht einfach auf. Zugleich sollte die Größe der Region Idlib nicht unterschätzt werden: Sie ist fast so groß wie der Libanon.

Warum wird jetzt nicht mehr so viel gekämpft? Einzig, weil das Regime nicht mehr kann. Und auch zum Wundenlecken scheint es im Moment dort nicht zu reichen. Russland hat sehr klar gemacht, dass es keine Bodentruppen einsetzen wird. Von da kommen also keine Soldaten, um Idlib zu erobern. Das Regime selber ist an seine Grenzen gestoßen. An den Checkpoints des Regimes werden Männer abgegriffen und gezwungen, der Armee beizutreten. Das ist der Zustand seiner Armee. Damit kann man keine Schlachten mehr gewinnen. Der Iran steht heute unter Druck. Er kämpft an zu vielen Fronten, vom Jemen über den Irak bis nach Syrien. Und dann leidet er unter den US-Sanktionen. Es ist die Frage, ob die ein Heer in Syrien überhaupt weiter finanzieren können. Die libanesische Gruppe, die sich Hisbollah nennt, ist vom Iran vollkommen abhängig. Auch bei denen ist fraglich, ob sie sich hier eine Offensive leisten können.

Frage: Aber was ist, wenn Russland und die Türkei sich einigen: Rojava im Austausch für Idlib?                                                                                                                                    

Kareem: Es ist unglaublich schwer einzuschätzen, wie sich die Lage in den kurdischen Gebieten in Zukunft entwickeln wird. Außer der Türkei, die klar gemacht hat, was sie will, hat auch dort niemand Interesse an Kämpfen. Das Regime interessiert nur, dass ihm nicht nachher noch eine Armee gegenübersteht, die potentiell eine Bedrohung ist. Es will keinen türkischen Einmarsch. Ob Russland deshalb so einen Deal mit der Türkei machen würde, ist fraglich. Jetzt stehen sich die Türkei und das Regime ja nicht unmittelbar gegenüber. Das soll sich nach deren Willen auch nicht ändern.

Frage: Wie ist denn das Verhältnis zwischen den Rebellengruppen und der YPG/PYD einzuschätzen? Die HTS hat ja erklärt, dass sie eine Offensive gegen Rojava gutheißt.

Ja, es gibt eine solche Erklärung. Allerdings betont die auch, dass man selber nicht teilnehmen wird. Das Problem mit der PYD ist: Keiner weiß genau, wofür und mit wem sie eigentlich stehen. Sie sind auch für keinen ein verlässlicher Bündnispartner. Sie hängen sich immer an den, von dem sie gerade glauben, dass sie von ihm kriegen, was sie wollen. Mal scheint es, sie sind mit Assad verbündet, dann mit Russland oder Amerika. Es war klar, dass es so dort irgendwann krachen wird.

Das Verhältnis zwischen den Rebellen und der PYD war aber keineswegs immer schlecht. Zwar hat die PYD das Regime auf ihren Gebieten geduldet, aber sie haben auch Rebellen erlaubt, sich über ihr Gebiet zu bewegen und den Nachschub zu organisieren. Die Wende kam dann mit der Bombardierung und Belagerung Aleppos im Jahr 2016. Damals sind viele Menschen ermordet worden und die Stadt wurde eingekesselt. Die Belagerung endete dann mit einer so genannten „Evakuierung“. Die PYD, die einen Stadtteil Aleppos hält, hat damals faktisch entschieden, Teil dieser Einkesselung an der Seite des Regimes zu werden. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass die PYD/YPG im Zweifel mit dem Regime sein wird. Deshalb begrüßen auch Gruppen, die sich nicht an einer Offensive gegen die Gebiete beteiligen würden, wenn dort eine für sie potentiell nicht feindliche Macht stehen würde.

Frage: Und was wird da jetzt passieren, wie wahrscheinlich ist eine türkische Offensive zusammen mit Rebellengruppen?

Kareem: Da könnte man jetzt viele Szenarien entwickeln, aber wir wissen es schlicht nicht. Es hängt letztlich von Amerika ab. Keiner kann im Moment einschätzen, was die nächsten Schritte der Amerikaner sein werden. Noch nicht mal in der Regierung selber weiß man, was Trump entscheiden wird. Offensichtlich ist diesem Typ noch nicht mal selber klar, was er morgen machen will. Mal sagt er, wir ziehen ab, tags drauf: „Hm, wir ziehen irgendwann ab.“ Auch mit solchen Unsicherheiten muss man sich rumschlagen. Die einzigen, die eine klare Position zu Nordsyrien haben, ist die Türkei. Alle anderen taktieren.

Frage: Eine Frage gerade, die aus deutscher Perspektive interessant ist: Was ist eigentlich aus Jund al Sham geworden? Es wurde berichtet, dass dort viele deutsche Kämpfer z. B. aus Frankfurt und Bonn waren. Auch die in hiesigen Medien schillernde Person mit den Namen Denis Cuspert/Deso Dog/Abu Talha al Alemani war dort, bevor er zum IS ging. Gibt es diese Islamistengruppierung noch?

Kareem: Nein, die gibt es nicht mehr. Muslim Shishani, der die Gruppe angeführt hat, kämpft noch direkt an der Front gegen das Regime. Diese Gruppe hat es aber zerrissen. Letztlich hat sie nicht auf einem ideologischen Konzept oder einer Idee beruht, welche die Mitglieder zusammen gehalten hätte. Deshalb war sie für viele nur ein Durchlauferhitzer und nicht stabil. Viele Leute von denen sind letztlich zu ISIS gegangen und haben so die Seiten gewechselt. Am Ende musste sich die Gruppe auflösen.

Frage: Es gibt noch einen weiteren Player in Syrien: Israel. Sie sind die einzigen, die regelmäßig Assad und iranische Einrichtungen bombardieren. Objektiv haben die Rebellen in Idlib und Israel da im Moment gemeinsame Interessen. Israel hat auch schon Rebellen an seinen Grenzen unterstützt – sie dann aber fallen gelassen. Kann es da noch eine Kooperation geben?

Kareem: Tja. Wenn sich innerhalb einer Gruppe ein Vergewaltiger bewegt, dann können sich sicher alle schnell einigen, dass man den dingfest machen muss. Das bedeutet ja nicht, dass man sonst einer Meinung ist. So ist es auch mit Israel und den Rebellen im Verhältnis zu Assad und den Iranern. Eine Kooperation mit Israel kann ich mir kaum vorstellen. Israel würde doch nie einen Staat auf islamischer Basis an seiner Grenze dulden. Die Interessenübereinstimmung gibt es aber.

Frage: Heißt das, für den Fall eines Sieges der Rebellen wäre der nächste Konflikt direkt vorherbestimmt? Oder könnte es eine Einigung zwischen Israel und einem Syrien nach einem Sieg der Rebellen geben?

Das ist schon eine sehr hypothetische Frage. Wieso sollte es so eine Einigung nicht geben können? Ausgeschlossen ist das nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich die Frage aber nicht.

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