Für das syrische Regime ist Folter von Frauen eine Kriegsstrategie

Militärgefängnis Saydnaya

„In den Foltergefängnissen des Assad-Regimes in Syrien sollen auch tausende Frauen einsitzen. Über ihr Schicksal ist kaum etwas bekannt. Die, die es schaffen zu entkommen, berichten Grausames (…) Niemand kann genau sagen, wie viele Frauen derzeit in syrischen Gefängnissen einsitzen. ‚Mehr als 7.000‘, sagt Fadel Abdul Ghani. Er ist Chef einer NGO, die Menschenrechtsverletzungen im Syrien-Krieg dokumentiert. Fälle von Gewalt gegen Frauen tauchen in seiner Statistik bei den meisten bewaffneten Gruppen auf – am häufigsten aber bei der syrischen Regierung. Die mache Frauen gezielt zu Opfern. ‚Die Frauen haben von Anfang eine wichtige Rolle gespielt beim Widerstand gegen Assad‘, so Ghani. ‚Für das Regime sind Folter und sexueller Missbrauch von Frauen eine Kriegsstrategie. Bricht man die Frauen, bricht man die Familie – und man bricht den Widerstand in der Gesellschaft. Das ist das Ziel.‘

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schreibt in einem Bericht von 2017, dass in den Haftanstalten der syrischen Geheimdienste und in den Gefängnissen der syrischen Regierung seit 2011 mehr als 17.000 Menschen durch Folter, Misshandlungen und katastrophale Haftbedingungen ums Leben gekommen sind. Im berüchtigten Militärgefängnis Saydnaya nördlich von Damaskus seien bis zu 13.000 Menschen exekutiert worden. ‚Amnesty wertet diese systematischen und weit verbreiteten Übergriffe auf Zivilisten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘, so die Organisation. Der syrische Präsident Bashar Al Assad wies den Amnesty-Bericht, der auf Aussagen von Ex-Häftlingen beruht, als ‚Fake News‘ zurück. ‚Heutzutage kann man alles fälschen‘, sagte Assad laut Medienberichten.“ (Julia Hahn: „Gequält und gedemütigt: Frauen in Assads Kerkern“)

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