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Der „Islamische Staat“ terrorisiert Frauen in Ost-Syrien

Der Islamische Staat geht gezielt gegen kurdische Frauen in Syrien vor, die öffentliche Ämter bekleiden
Der Islamische Staat geht gezielt gegen kurdische Frauen in Syrien vor, die öffentliche Ämter bekleiden (© Imago Images / Sebastian Backhaus)

Die Ermordung von Funktionärinnen und weiblichen Verwaltungsangestellten soll die Botschaft an die lokalen Räte senden, keine Frauen zu beschäftigen.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Im Osten Syriens sind zwei Frauen entführt und ermordet worden, wobei es sich um die jüngsten Morde zu handeln scheint, die vom Islamischen Staat (ISIS) gegen die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und ihre zivilen Behörden verübt wurden.

Wie Kurdistan24 unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, wurden die Frauen, die beide Beamtinnen der Autonomen Verwaltung von Nord- und Ostsyrien waren, in der Provinz Hasaka ermordet aufgefunden. Hind Laif al-Khadir und Sa’da Faysal al-Hermas waren die stellvertretenden Vorsitzenden eines Gemeinderats. Sie wurden entführt und in al-Daschischa getötet aufgefunden, berichtete Kurdistan24, einem Gebiet, das die SDF vor Jahren von ISIS befreit hatten.

Die SDF sind jene bewaffneten Kräfte, durch die ISIS im Jahr 2017 in Raqqa besiegt und schließlich im März 2019 aus seinem letzten Rückzugsraum vertrieben wurde. Allerdings sind „Schläferzellen“ und Netzwerke von ISIS weiterhin aktiv, und es finden wöchentlich Razzien gegen die Gruppe statt.

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In den letzten Wochen scheint die dschihadistische Gruppe ein Comeback zu erleben. So hat sie syrische Regimetruppen westlich des Euphrat angegriffen und einen großen Doppel-Selbstmordanschlag in Bagdad verübt. (…)

Die Angriffe auf weibliche Funktionärinnen im Osten Syriens sind Teil eines umfassenden Musters. Die von der Türkei unterstützten Extremisten haben es besonders auf Frauen in den von ihnen besetzten Gebieten wie Afrin und Tel Abyad abgesehen. Sie haben Dutzende von Frauen in Afrin entführt und in illegalen Geheimgefängnissen festgehalten.

Hevrin Khalaf, eine kurdische Aktivistin, wurde im Oktober 2019 von türkisch unterstützten Extremisten ermordet. Wie die Taliban, Boko Haram und andere religiöse Extremistengruppen sieht der Islamische Staat Frauen als Bedrohung an und hat es auf Lehrerinnen, Verwaltungsangestellte und Frauen abgesehen, die in der Gesellschaft aktiv sind.

Die kürzlich im Osten Syriens getöteten Frauen arbeiteten in der Gemeindeverwaltung von Tel al-Shayer (Tel al-Chayir) in Syrien. Gerüchte, die suggerierten, ISIS habe sie „enthauptet“, scheinen bewusst gestreut zu sein, um Angst zu verbreiten. Fotos, die online gepostet wurden, schienen jedoch zu zeigen, dass beiden Frauen in den Kopf geschossen wurde. (…)

Attentate auf lokale Funktionäre sind allgemein ein Weg für Feinde der Stabilität, um Chaos zu verbreiten. (…) Die Ermordung von Frauen wird in der Regel besonders dazu benutzt, eine Botschaft an die lokalen Räte zu senden, sie nicht in die Regierung einzubeziehen. Die zivilen Behörden in Ostsyrien haben im Laufe der Jahre daran gearbeitet, bewusst Frauen in den Vorsitz lokaler Regierungsinstitutionen zu bringen.

(Aus dem Artikel ISIS terrorism returns to target women in Syria – analysis“, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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