Westliche Helfer der syrischen Regime-Propaganda

Seit Beginn des Syrienkrieges hat das Regime Bashar al-Assads mit Hilfe des Irans und Russlands einen besonders ausgefeilten Medienkrieg geführt, um sich selbst als das Opfer einer internationalen Verschwörung darzustellen. Seine Gegner seien Terroristen der al Qaida und ihrer Ableger, die von Ausländern benutzt würden – von den Golfstaaten, der Türkei, von Israel und den Vereinigten Staaten –, um einen trotzig ‚Widerstand’ leistenden Staat zu stürzen.

Die andere Komponente dieser strategischen Nachrichtenpolitik richtet sich an den Westen, den Assad ansonsten der Unterstützung des dschihadistisch-salafistischen Terrorismus beschuldigt. Assad sei die einzige Alternative zu den Terroristen, so heißt es, daher solle der Westen ihn unterstützen. Er mag ein Kriegsverbrecher sein, doch wird er die Minderheiten schützen – ungeachtet der Tatsache, dass er durch den Beginn eines sektiererischen Krieges gegen die sunnitische Mehrheit selbst für deren Gefährdung verantwortlich ist und es den Takfiris unter den Aufständischen ermöglichte, jede legitime oder verhandlungsfähige Opposition zu kannibalisieren. Doch hat er keine unmittelbaren Pläne, mit Flugzeugen in westliche Wolkenkratzer zu fliegen. (Dass die Speerspitze der Truppen Assads aus radikal-sektiererischen schiitischen Dschihadisten aus dem Ausland besteht, die vom Iran kontrolliert werden, darunter auch Iraker, die für die Tötung eines Viertels der 4000 in Mesopotamien gefallen US-Soldaten verantwortlich sind, und die einem staatlich gesteuerten Terrornetzwerk angehören, das weltweit westliche und jüdische Ziele angegriffen hat, wird dabei nicht erwähnt.)

Assad und seine Verbündeten sehen es gerne, wenn diese Propaganda nicht nur von Sprechern des Regimes, sondern auch von unabhängigen Analysten, Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern vorgetragen wird. In den vergangenen 10 Tagen sind zwei bemerkenswerte Beispiele aufgetaucht: Ein Artikel im Boston Globe von Stephen Kinzer, einem altgedienten Journalist, der unter anderem für die New York Times geschrieben hat, und einer von Jeffrey Sachs, einem Volkswirtschaftsexperten an der Columbia Universität, in der Huffington Post. Beide verlassen sich auf Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten und glatte Lügen – was man früher Desinformation nannte –, um eine Version der vom Regime propagierten Geschichte zu erzählen. […]“ (Kyle Orton: „How Western academics help spread Assad’s propaganda

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