US-Waffenlieferungen lassen Streit mit Türkei eskalieren

„Wenige Tage vor einem geplanten Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei Donald Trump in Washington eskaliert der Streit zwischen beiden Ländern wegen der Rolle der Kurden im Syrien-Konflikt. Die türkische Regierung reagierte am Mittwoch mit Entsetzen auf Trumps Entscheidung, die syrischen Kurden für den geplanten Angriff auf Rakka, die Hochburg des ‚Islamischen Staates‘ (IS) in Syrien, mit schweren Waffen auszurüsten. Ministerpräsident Binali Yildirim sprach von einem ‚inakzeptablen‚ Verhalten der USA. Ankara hofft nun, dass Erdogan den amerikanischen Präsidenten überreden kann, den Beschluss zurückzunehmen.

Regierungspolitiker in Ankara zeigen sich geschockt. Sie befürchten, dass die Kurden das amerikanische Militärgerät demnächst gegen die Türkei einsetzen könnten. Jede Waffe für die Kurden sei eine gegen die Türkei gerichtete Bedrohung, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Schon in der Vergangenheit seien Waffen, die an die Kurden geliefert wurden, schließlich bei der PKK aufgetaucht. Premier Yildirim betonte, die USA wüssten ganz genau, dass eine indirekte Waffenhilfe für die PKK für die Türkei inakzeptabel sei. Ankara sei dagegen, eine Terrororganisation – die PKK – gegen die andere – den IS – einzusetzen. Vizepremier Nurettin Canikli sagte, die US-Entscheidung gefährde die Zukunft der Türkei. In Ankara forderte die Opposition, Erdogan solle seine Reise nach Washington am 16. Mai absagen. Die islamistische Zeitung Milli Gazete strich heraus, dass Trump mit der Bewaffnung der Kurden sogar weiter gegangen sei, als der bei Erdogan sehr unbeliebte Barack Obama es je getan habe.“ (Susanne Güsten: „Streit zwischen USA und Türkei eskaliert“)

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