Was war Jeremy Corbyns Rolle beim Israel-Nazi-Vergleich?

„Bei der am Holocaustgedenktag 2010 im Parlamentsgebäude abgehaltenen Veranstaltung, auf der Israels Handlungen mit denen der Nazis gleichgesetzt wurden, half Jeremy Corbyn der Polizei dabei, Demonstranten zu entfernen, so [Rubin Katz], ein Holocaustüberlebender, der anwesend war. Über die Veranstaltung wurde seinerzeit im Jewish Chronicle (JC) berichtet. Dienstag entschuldigte Corbyn sich für die ‚Sorgen und Befürchtungen‘, zu denen er durch seinen Verhalten als Veranstalter Anlass gegeben habe. Die Times hatte ihn zuvor mit seiner Rolle bei der Veranstaltung konfrontiert. Zu den Rednern auf der Veranstaltung gehörte ein Holocaustüberlebender, der erklärte, die Shoah werde ausgenutzt, ‚um die ethnische Säuberung der Palästinenser‘ durch Israel zu rechtfertigen. Rubin Katz reagierte auf den Bericht im JC vom Januar 2010 mit einem Brief, der in der folgenden Woche abgedruckt wurde. Darin erklärte er: ‚Jeremy Corbyn schritt die Reihen ab und zeigte einem Polizisten, wen er entfernt haben wollte.‘

Katz erklärte, er habe sich entschlossen statt der offiziellen Gedenkfeier zum Holocaustgedenktag (HMD) in der Guildhall die Veranstaltung unter der Überschrift ‚Nie wieder – für niemanden’ zu besuchen. ‚Die Veranstaltung war als antirassistisch umworben worden, doch der Raum tobte mit rasendem Hass gegen Israel und gegen Juden, die den Standpunkt der Organisatoren nicht teilten‘, berichtete er. Katz schrieb: ‚Jeremy Corbyn schritt die Reihen ab und zeigte einem Polizisten, wen er entfernt haben wollte. Als er auf mich zukam, hielt ich meine Einladung zur HMD-Gedenkfeier hoch und verlangte, meinen Mitüberlebenden befragen zu dürfen, doch wurden keine Fragen zugelassen.‘

In einem seinerzeit ebenfalls veröffentlichten Artikel beschrieb ein weiterer jüdischer Augenzeuge wie ‚fünf Unterstützer Israels auf Geheiß Jeremy Corbyns von der Polizei entfernt wurden‘. Der JC hat auch zur Kenntnis genommen, dass andere Anwesende bestritten haben, Corbyn sei für die Entfernung der jüdischen Demonstranten verantwortlich gewesen. In Katz’ Brief hieß es weiter: ‚Ihr Flugblatt zierten die feierliche Verpflichtung »Nie wieder« und das bekannte Bild jüdischer Frauen, die mit erhobenen Händen aus dem brennenden Warschauer Ghetto geführt werden sowie ein weiteres Bild, das offenbar eine aufgebrachte Menge heulender arabischer Frauen zeigte, die ihre Hände zum Siegeszeichen erhoben hatten. Diese perverse Montage hätte Goebbels gefallen.‘“ (Daniel Sugarman: „Holocaust survivor: Jeremy Corbyn had police remove protestors at event comparing Israel to Nazis“)

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