Türkei verstärkt Drohungen gegen kurdische Milizen in Syrien

Mevlüt Çavuşoğlu

„Im Anschluss an ein Gespräch mit dem US-amerikanischen Außenminister Rex Tillerson bei einem Gipfeltreffen in Kanada hat der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu seine Drohungen gegen kurdische Milizen bei einem Pressegespräch intensiviert. Çavuşoğlu gab zu verstehen, die Türkei werde nicht nur den Bezirk Afrin im Nordwesten, sondern auch die Stadt Manbidsch im Osten der Provinz Aleppo, die von den von den Kurden angeführten Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert wird, angreifen. Es handele sich dabei um ‚Vorsichtsmaßnahmen’ gegen die kurdische YPG-Miliz.

Das US-amerikanische Militär hat angezeigt, dass es die kurdische YPG-Miliz nicht gegen einen türkischen Angriff auf den kurdischen Bezirk Afrin im Nordwesten Syriens verteidigen werde. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der über die Pläne der USA, eine 30.000 Mann starke Grenztruppe unter Einschluss der von den YPG angeführten Demokratischen Kräfte Syriens zu bilden, verärgert ist, erklärte am Wochenende und nochmals am Montag, dass das türkische Militär die ‚Terroristen’ aus Afrin vertreiben werde. Ein Sprecher des Pentagon, Major Adrian Rankine-Galloway, erklärte der türkischen Anadolu-Nachrichtenagentur gegenüber, die von den USA angeführte Koalition arbeite in Afrin nicht mit den YPG zusammen: ‚Wir betrachten sie nicht als Teil unserer Operationen zur Besiegung des Islamischen Staats, worum es uns in der Gegend geht, und wir unterstützten sie nicht. Wir arbeiten überhaupt nicht mit ihnen zusammen.’ (…)

Der Pressesprecher der Koalition erklärte am Dienstag, es gebe kein Problem: ‚Die Sicherheitskräfte sind nach innen orientiert und stellen keinerlei Bedrohung unseres Koalitions- und NATO-Partners Türkei dar. Sie bedrohen auch kein anderes Land in der Region. Diese mit inneren Angelegenheiten befassten Streitkräfte verhindern den Grenzübertritt von Terroristen und helfen somit bei der Stabilisierung der Region.’ Der türkische Generalstabschef General Kulusi Akar erklärte am Dienstag bei einem Treffen der NATO in Brüssel, Ankara werde ‚nicht zulassen, dass ein Ableger der PKK unter dem Vorwand der »Operationspartnerschaft« unterstützt und bewaffnet wird’. In einem Telefongespräch mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstrich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan später die Botschaft: ‚NATO! Sie sind verpflichtet, sich gegen diejenigen zu stellen, die die Grenzen eines ihrer Partner bedrängen.’“ (Scott Lucas: „Syria Daily: US – We Won’t Defend Kurdish Militia in Afrin from Turkey

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