Streit zwischen Türkei und Ägypten um die Grenzen im Mittelmeer

„Der Sprecher des ägyptischen Außenministeriums Ahmed Abu Zeid hat am 7. Februar in einer offiziellen Erklärung davor gewarnt, das Abkommen über die Seegrenze zwischen Ägypten und Zypern infrage zu stellen. Er warnte auch vor Verletzungen der ägyptischen Hoheitsgewalt in dem betreffenden Gebiet. Jeder Versuch in diese Richtung sei inakzeptabel und werde zurückgewiesen werden. Ägypten reagierte damit auf Äußerungen des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu in einem am 4. Februar veröffentlichten Interview mit der griechischen Tageszeitung Kathimerini. Cavusoglu hatte das im Dezember 2013 unterzeichnete Abkommen zwischen Ägypten und Zypern über die gemeinsame Verwertung der Kohlenwasserstoffreserven an der Grenze zwischen den ausschließlichen Wirtschaftszonen der beiden Länder als ‚null und nichtig’ bezeichnet. ‚Wir haben eindeutig erklärt, dass das Abkommen den türkischen Festlandsockel missachtet’, bemerkte er. (…)

Ägypten und Zypern haben eine Reihe bilateraler Vereinbarungen über die Öl- und Erdgaserschließung im östlichen Mittelmeer unterzeichnet. Dazu gehören die Vereinbarung über die Seegrenze von 2003 und das im Oktober 2012 unterzeichnete Abkommen zur Zusammenarbeit im Bereich der Öl- und Erdgaserschließung, insbesondere in denn tiefen Gewässern entlang der ägyptisch-zypriotischen Grenze. (…) Die ägyptisch-zypriotischen Beziehungen haben sich seit dem Amtsantritt von Präsident Abdel Fattah al-Sisi 2014 intensiviert. Sisi besuchte Zypern 2015 – es war der erste offizielle Besuch eines ägyptischen Präsidenten – und erneut im November 2017. Dank seiner auf Zusammenarbeit ausgerichteten Diplomatie ist es Ägypten gelungen, seine Verwertung der Kraftstoffreserven im östlichen Mittelmeer zu maximieren. Diese Bestrebungen erreichten im Oktober 2016 ihren Höhepunkt, als Ägypten Zypern und Griechenland zu einem Gipfeltreffen einlud. Die ‚Kairoer Erklärung’, die aus dem Gipfeltreffen hervorging, befasste sich mit der Förderung der Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern durch ein Reihe von Vereinbarungen zur Erschließung und Beförderung von Erdgas innerhalb ihrer Seegrenzen. (…)

Tarek Fahmy, ein Professor der Politikwissenschaften an der Kairoer Universität, bezeichnete die Äußerungen des türkischen Außenministers als feindselig. ‚Sie haben keine Bedeutung und keinen Einfluss auf das bestehende Abkommen zwischen Ägypten und Zypern’, erklärte er Al-Monitor gegenüber. (…) ‚Ägypten und Zypern müssen ihre Positionen koordinieren, um gegen die türkischen Versuche, ihre Rechte zu untergraben, vorzugehen’, so Fahmy. (…) Künftige Bemühungen um eine Entspannung zwischen Ägypten und der Türkei dürften sich schwierig gestalten. Das östliche Mittelmeer scheint eine neue Konfliktquelle zwischen den beiden Ländern darzustellen und die Türkei ist offenbar nicht gewillt, ihre Meinungsverschiedenheiten mit Kairo beizulegen.“ (Ahmed Aleem : „Turkish-Egyptian war of words in eastern Mediterranean heats up“)

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