Revolutionsgardenführer Soleimani im Iran beliebter als Präsident Rohani

„Der Anführer der geheimnisumwittertsten iranischen Eliteeinheit wird angesichts seines Beitrags zur Ausdehnung des iranischen Einflusses im gesamten Nahen Osten im Land selbst immer beliebter. Generalmajor Qassem Soleimani führt die Quds-Einheit für Auslandseinsätze, die zum Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gehört. Einer im Januar von der University of Maryland durchgeführten Umfrage zufolge, über die am Dienstag im Wall Street Journal berichtet wurde, beurteilen 67,7 Prozent der Iraner seine Leistung als ‚sehr positiv’. In den vergangenen zwei Jahren hat der Militärführer, der als einer der Spitzenvertreter des fundamentalistischen konservativen Blocks im Iran gilt, den liberaleren iranischen Präsidenten Hassan Rohani an Beliebtheit weit überflügelt. Dessen Leistung wurde nur noch von 23,5 Prozent der Befragten ebenso positiv eingeschätzt.

Die ultrakonservativen sunnitischen Kämpfer des Islamischen Staats haben unterdessen durch die vom Iran unterstützten und zum Teil von Soleimani angeführten schiitischen Milizen im Irak und in Syrien eine Niederlage nach der anderen erlitten. Dies hat allerdings auch zu zunehmend gewaltsamen Spannungen mit Israel und im Iran selbst zu Unruhen gegen das revolutionäre Regime geführt. Soleimani führt seit gut zwanzig Jahren die wichtigste mit Operationen im Ausland betraute iranische Organisation. Dadurch ist er bei den Verbündeten und Feinden der Islamischen Republik seit langem berühmt bzw. berüchtigt.

Soleimani ist ein Veteran des iranisch-irakischen Kriegs der 1980er Jahre. Seine gegenwärtige Position hat er seit 1998 inne. Seitdem spielt er eine führende Rolle in den Beziehungen des Iran zu verschiedenen Bewegungen im Ausland, darunter die libanesische Hisbollah, die palästinensische Hamas und die irakische Asaib Ahl al-Haq-Miliz, die zu den zahlreichen Gruppen gehört, die sich der US-amerikanischen Besatzungsmacht im Irak entgegenstellten und später der Volksmobilisierung anschlossen, um den Islamischen Staat zu bekämpfen. Das US-Außenministerium stufte Soleimani 2007 als Terrorunterstützer ein und unter der Administration von Präsident Trump haben die USA eine härtere Haltung gegen das IRGC als ganzes eingenommen. Allerdings haben diese Maßnahmen der öffentlichen Ausstrahlung von Soleimanis Anwesenheit an der Front während der Kämpfe gegen die Jihadisten, von denen der Iran immer wieder behauptet hat, die USA würden sie insgeheim schützen, wenig Abbruch getan.“ (Tom O’Connor: „Iran’s Most Famous General Is More Popular Than President as New Threats Emerge at Home and Abroad“)

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