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Mordanschlag auf Salman Rushdie

Der Schriftsteller Salman Rushdie. (© imago images/teutopress)
Der Schriftsteller Salman Rushdie. (© imago images/teutopress)

Rushdie war für sein Buch Die Satanischen Verse von Irans Führer Khomeini zum Tod verurteilt worden. Jetzt stach ihm ein Angreifer mehrfach in den Hals.

Der Schriftsteller Salman Rushdie ist Freitagvormittag amerikanischer Zeit bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat New York auf der Bühne attackiert worden. Ein Mann stürmte aufs Podium und stach mit einem Messer mehrere Male auf Rushdies Hals- und Nackenbereich ein, bevor er überwältigt werden konnte. Auch der Moderator der Veranstaltung wurde leicht verletzt. Rushdie wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Zu Redaktionsschluss hieß es, er sei am Leben, Genaueres war aber nicht bekannt.

Nachdem Rushdie 1988 sein Buch Die Satanische Verse veröffentlicht hatte, verhängte der iranische Revolutionsführer Ruhollah Khomeini im Februar 1989 ein Todesurteil wegen angeblicher Gotteslästerung und setzte eine Belohnung für die Ermordung des Autors und aller Personen aus, die an der Verbreitung des Buches beteiligt waren. Darauf kam es in mehreren Ländern zu teils tödlichen Attacken auf Verleger und Übersetzer, die mit dem Buch zu tun hatten. Khomeinis Nachfolger, Ali Khamenei, sagte, das Todesurteil sei wie »eine Kugel, die erst zur Ruhe kommen wird, wenn sie ihr Ziel getroffen hat«.

Während sich zahlreiche Stimmen aus der Literaturwelt und darüber hinaus zu Wort meldeten, die den Mordanschlag auf den 75-jährigen Rushdie verurteilten, priesen Unterstützer des iranischen Regimes die Attacke auf Social Media. Sie gaben sich erfreut, dass Khomeinis Fatwa endlich folgegeleistet worden sei und Rushdie angegriffen wurde. Der New York Times zufolge gelobten sie, dass dieses Schicksal alle Feinde der Islamischen Republik ereilen werde.

Ein konservativer Mullah schrieb auf Twitter: »So Allah will, werden wir bald feiern, dass Salman Rushdie zur Hölle gegangen ist.« Ein Social-Media-Aktivist und Regimeunterstützer schrieb, der Angreifer sei ein »Soldat in der grenzenlosen Armee des Islam. Die Rache komme vielleicht verspätet, aber sie wird unweigerlich geschehen.«

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