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Hamas-Funktionär: Libanon soll palästinensische Flüchtlinge an Grenze zu Israel transferieren

Der Libanon-Repräsentant der Hamas, Ali Baraka
Der Libanon-Repräsentant der Hamas, Ali Baraka (© Imago Images / ZUMA Wire)

Dann wären die Palästinenser Sache der UNO-Truppen, die ihr »Rückkehrrecht« durchsetzen müsste, erklärte der Hamas-Funktionär Ali Baraka.

Der Libanon-Repräsentant der Hamas, Ali Baraka, sagte in einem Ende Januar ausgestrahlten Interview mit dem libanesischen Sender Spot Shot Online, die Hamas sei eine nationale Befreiungsbewegung, die unmittelbar vor ihrem größten Erfolg stehe. »Inshallah, du und ich werden bald in der befreiten Al-Aqsa-Moschee [in Jerusalem] beten. Es wird weniger als fünf Jahre dauern«, antwortete Baraka dem Reporter auf dessen Frage, ob dies Zweckoptimismus und eine religiöse Vision sei oder auf militärischen und politischen Plänen für die Region basiere.

Das sei eine politisch-religiöse Analyse, erwiderte der Hamas-Funktionär und fuhr fort: »Zunächst einmal hat der zionistische Feind einen Acht-Jahrzehnte-Komplex.« So habe es nach dem Reich Salomos zwei Königreiche für die Juden gegeben: Israel und Juda, von denen das eine sechsundsiebzig Jahre Bestand hatte und das andere achtzig Jahre. »Netanjahu, Barak und andere [israelische Politiker] sagen, dass der Staat Israel nicht länger als achtzig Jahre bestehen wird. Wir sind bereits in das sechsundsiebzigste Jahr eingetreten, also haben wir noch vier Jahre. Das sind die Berechnungen der Juden selbst.«

Die Hamas sei eine nationale Befreiungsbewegung, fuhr Baraka fort, und »nationale Befreiungsbewegungen zählen nicht die Märtyrer, Verwundeten oder Gefangenen auf dem Weg zur Befreiung«. Würde die Hamas als nationale Befreiungsbewegung oder das »palästinensische Volk, das nach der Befreiung seines Landes strebt, jedes Mal, wenn wir in den Krieg ziehen, die Tausenden von Märtyrern zählen, würden wir nicht in den Krieg ziehen und es würde keinen Widerstand geben«.

Wie habe Algerien sein Land befreit, fragte Baraka, um zu antworten: »Es hat Millionen von Märtyrern geopfert.« Dasselbe gelte für Vietnam, als drei Millionen Vietnamesen im Krieg für die Befreiung von Amerikanern getötet worden seien. Selbst Russland habe im Zweiten Weltkrieg zwanzig Millionen Menschen im Krieg gegen die Nationalsozialisten geopfert: »Wenn man sein Land befreien will, zählt man nicht die Zahl der Märtyrer und Opfer, weil man danach strebt, sein Land zu befreien. Wir betrachten Palästina als ein heiliges und gesegnetes Land.« 

Zur Sache der UNO machen

Weil die palästinensischen Kämpfer auf dem Weg zur Befreiung nach dem Märtyrertod strebten, habe man auch kein einziges Familienmitglied der Märtyrer in Gaza erlebt, »das sich über den Widerstand beklagt hätte. Alle Familien der Märtyrer sagen, dass dies ein Opfer für den Widerstand ist.« Als Beispiel nannte der Hamas-Funktionär die Mutter eines im Kampf Gefallenen, die erklärt habe, sie »hoffe, Gott schenkt mir zwölf weitere Söhne, damit sie bei der Verteidigung Palästinas, Jerusalems und der Al-Aqsa-Moschee den Märtyrertod erleiden können«.

Da der Libanon und die Palästinenser die dauerhafte Ansiedlung von Flüchtlingen außerhalb Palästinas ablehnten, müssten sie andere Lösungen für das »Recht auf Rückkehr« suchen, sagte Baraka abschließend. »Deshalb sollten sie die Palästinenser an die [israelische] Grenze, nach Naqura, zum Fatima-Tor, nach Maroun Al-Ras etc. bringen oder damit drohen. Wir sollten die Verantwortung auf die internationale Gemeinschaft abwälzen.« Dort gäbe es schließlich die Blauhelme der UNIFIL-Truppen, denen man die Zuständigkeit für die Flüchtlinge aufbürden sollte. »Die UNIFIL im Südlibanon wird für die Rückkehr der Flüchtlinge und für die Umsetzung der UN-Resolution 194 verantwortlich sein.«

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