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Israel: 65.000 Gastarbeiter sollen palästinensische Bauarbeiter ersetzen

Aufgrund des Kriegs und des Arbeitskräftemangels steht Israels Baubranche still
Aufgrund des Kriegs und des Arbeitskräftemangels steht Israels Baubranche still (Quelle: JNS)

Da durch den Krieg gegen die Hamas in Israel vor allem in der Baubranche Tausende von Arbeitern fehlen, wirbt die Regierung Arbeitskräfte aus Indien, Sri Lanka und Usbekistan, die nächste Woche in Israel ankommen sollen.

Israel wird 65.000 ausländische Arbeitskräfte aus Indien, Sri Lanka und Usbekistan ins Land holen, um die palästinensischen Bauarbeiter während des Kriegs mit der Hamas zu ersetzen, wie das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag mitteilte. Die Terrororganisation tötete bei ihrem Massaker vom 7. Oktober rund 1.200 Menschen, darunter auch ausländische Arbeiter. Danach flohen Tausende ausländischer Arbeiter aus dem Land.

Vor den Terrorangriffen waren rund 190.000 Palästinenser, fast alle aus dem Westjordanland, in Israel beschäftigt, von denen mehr als 95.000 im Baugewerbe arbeiteten. Der Schwund internationaler und palästinensischer Arbeitskräfte und die Einberufung vieler Israelis zum Reservedienst führten dazu, dass in Folge die Hälfte der israelischen Baustellen geschlossen werden musste.

Es wird erwartet, dass die neuen ausländischen Arbeitskräfte in den kommenden Wochen in Tel Aviv landen werden, da Jerusalem einen dramatischen Anstieg der Immobilienpreise wegen des aktuellen Baustopps vermeiden möchte, so das Ministerium für Bau- und Wohnungswesen am Sonntag. Ob die Entscheidung, Arbeiter aus Indien, Sri Lanka und Usbekistan einzustellen, eine temporäre ist oder eine grundsätzliche Änderung der Einstellungspolitik darstellt, ließ ein Beamter des Büros des Premierministers am Montag unbeantwortet.

Extremer Fachkräftemangel

Ende Oktober letzten Jahres genehmigte Israel angesichts des akuten Arbeitskräftemangels die Einreise von achttausend palästinensischen Arbeitskräften aus dem Westjordanland. Mit Genehmigung der Sicherheitsdienste wurden sie in lebenswichtige Industriebetriebe, Lebensmittelfabriken, medizinische Einrichtungen und Bestattungsunternehmen entsandt, so ein Beamter damals gegenüber den Medien.

Anfang dieses Monats bestätigte das Büro von Premierminister Netanjahu, ein Pilotprojekt in Erwägung zu ziehen, mit dem zusätzliche palästinensische Arbeitskräfte im Alter von mindestens 45 Jahren zugelassen werden sollen, die eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen haben und im Besitz einer bestehenden Einreisegenehmigung sind. Die Pläne, weitere Palästinenser ins Land zu lassen, stießen jedoch bei Abgeordneten der Koalition und der Opposition gleichermaßen auf Ablehnung

In einer bereits im Dezember erfolgten Abstimmung lehnten fast alle fünfzehn Mitglieder des sozioökonomischen Kabinetts, das kleiner ist als die Gesamtregierung, aber die Finanz- und Wirtschaftsminister umfasst, diese Maßnahme ab. »Arbeiter aus dem Gebiet einer feindlichen Bevölkerung während eines Kriegs nach Israel zu lassen ist ein schrecklicher Fehler, der Blut kosten wird«, warnte der Minister ohne Geschäftsbereich, Gideon Sa’ar, damals.

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