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Fragmente zu den Terroranschlägen von Wien, Kabul und dem War on Terror

Afghanischer Kriegsteppich
Afghanischer Kriegsteppich (Quelle: Orientbazar.eu)

George W. Bush hatte Recht, als er 2006 von einem „globalen Krieg“ sprach – doch speziell in Europa wollte ihm niemand zuhören.

Kenan Dogan Güngör schreibt zum Terror in Wien:

„Ich frage mich, ob dieser Terroranschlag wohlmöglich für etwas noch Größeres, Erschütternderes geplant war. Mit dem relativ kurzfristig angekündigtem Lock-Down und den Ausgangsbeschränkungen war es die letzte Möglichkeit – um im zeitnahem Verhältnis der Karikaturen und der Anschläge in Frankreich bleiben – so viele Menschen beim Ausgehen in den Abgrund zu ziehen. Die Bewaffnung und die kaltblütige, konzertierte Aktion mehrerer Terroristen hätte viel mehr Opfer nach sich ziehen können, was – dem mutigen und schnellen Polizeieinsatz sei Dank – verhindert wurde.

Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern des Anschlags und Danke nochmals den Sicherheits- und Rettungskräften für ihren gefährlichen Einsatz. Sie konnten Schlimmeres abwenden. Ich hoffe, dass es zu keinen weiteren Opfern kommt.

Das ist einer der mutmaßlichen Täter, der seine Tat auf Instagram ankündigte. Auch wenn ich nicht religiös bin: Mögest Du mit deinem Gleichen in einem ganz besonderen Platze in der Hölle schmoren.“

Es herrscht Krieg

Nun reden sie von Krieg. Aber als 2006 davon gesprochen wurden, gab es kaum jemanden in Europa, der ihnen zugestimmt hat. Der das sagte, galt entweder als furchtbar dumm oder irgendwie neuer Faschist. Und man tat, gerade in Deutschland, Österreich und Frankreich alles, um seine Pläne und Ideen zu sabotieren. Dieser Krieg findet seit Jahrzehnten statt, mit ganz wenigen Ausnahmen wollte das in „Old Europe“ aber eben niemand wahrhaben.

„Der Krieg, den wir heute führen, ist mehr als ein militärischer Konflikt; er ist der entscheidende ideologische Kampf des 21. Jahrhunderts. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die an die Werte der Freiheit und Mäßigung glauben – das Recht aller Menschen zu ihre Meinung zu sagen, das Recht auf den eigenen Glauben und darauf, in Freiheit zu leben.

Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die von den Werten der Tyrannei und des Extremismus getrieben werden; das Recht einiger weniger Selbsternannter, ihre fanatischen Ansichten allen anderen aufzuzwingen. Als Veteranen haben Sie diese Art von Feinden schon einmal gesehen: Es sind Nachfolger von Faschisten, Nazis, Kommunisten und anderen totalitären Bewegungen des 20. Jahrhunderts“.

Wer das sagte? George W. Bush. Und er hatte Recht: es ist Krieg, und zwar ein globaler.

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Massaker in Kabul

Derselbe Islamische Staat, auf dessen Konto der grauenvolle Terror von Wien geht, richtete am selben Tag in Kabul ein Massaker an der dortigen Universität an, bei dem 35 Studentinnen und Studenten ermordet, eher: abgeschlachtet wurden.

Warum? Einfach so. Einfach weil sie studierten, allein das schon gilt als gefährlich und verwerflich – ganz besonders für Frauen. Weil sie ein anderes Leben führen wollten und weil sie in ihrem Land geblieben sind und nicht wie Millionen anderer vor diesen Barbaren geflohen sind.

Kabul und Wien geschahen am selben Tag. Die beiden Städte sind Schauplätze genau dieses globalen Krieges, der – das eigentlich hätte spätestens nach dem 11. September 2001 klar sein müssen – auch nur global gewonnen hätte werden können.

Leider nur sind heute die Taliban, die George W. Bush zu recht noch als Islamfaschisten bezeichnete, „Partner“ in einem Friedensprozess, der Kampf gegen den IS ist de facto eingestellt, die Mullahs im Iran gelten ohnehin als Dialogpartner, die türkische Regierung lässt man gewähren, über die aktive Unterstützung Pakistans für die Taliban und andere redet niemand mehr – ebenso wenig wie davon, die Ursachen des Ganzen zu bekämpfen.

Ganz im Gegenteil: Solange nur in Afghanistan, Syrien, dem Irak und anderen Ländern, ganz weit ‚da hinten‘, die Leute zu Tausenden abgeschlachtet wurden, ging es „uns“ ja eigentlich nichts an.

So gewinnt man keine globalen Kriege und stellt nun fest, dass die Gegner es immer schon anders gesehen haben. Sie hat es nicht interessiert, dass Europa den Dialog suchte, sondern sie haben ihren Krieg weiter geführt; und Europa ist für sie eben auch Teil des Schlachtfeldes. Heute vielleicht mehr denn je, denn im Nahen Osten hat der Wind längst gedreht, verändert sich die Lage dramatisch. Nicht so in Europa, wie die jüngsten Anschläge in Paris, Dresden, Nizza und nun Wien zeigen.

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