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Berlin: Macron-Verhöhnung auf der Sonnenallee

Am Ende der Aktion wurde die Macron-Maske verbrannt
Am Ende der Aktion wurde die Macron-Maske verbrannt (Quelle: Youtube)

In Berlin beschimpft und schlägt ein arabische Kleidung tragender Mann eine Person, die als französischer Präsident verkleidet ist.

Julius Betschka, Tagesspiegel

Es ist etwa halb fünf Uhr nachmittags am Sonnabend, als eine Gruppe von rund 20 Personen die Sonnenallee in Berlin-Neukölln hinunterläuft. Ein arabisch sprechender Mann führt sie an, er ist in ein traditionelles weißes Gewand gekleidet, trägt eine rot-weiße Kufiya auf dem Kopf.

An einem Strick führt er eine Person die Straße entlang – sie trägt einen schwarzen Anzug, eine blonde Perücke und eine Maske. Es ist das Gesicht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der nach dem Mord am französischen Lehrer Samuel Paty durch einen Islamisten zu einem der Hauptfeindbilder der islamischen Welt geworden ist.

Ein Video, von einem Passanten aufgenommen, zeigt die Aktion. Es liegt dem Tagesspiegel vor. „Yallah, Yallah“, ruft der Mann im weißen Gewand und zieht die Person mit der Macron-Maske wie einen Gefangenen durch die belebte Straße. In der anderen Hand trägt er einen schwarzen Ledergürtel, der ihm als Peitsche dient. Auf arabisch beschimpft er den Mann unter anderem als „Ungeziefer“ und „Hund“.

Ein Hieb trifft die verkleidete Person. Ein anderer junger Mann filmt das Geschehen, viele junge Männer – einige noch jugendlich – folgen ihnen. Die Szene erinnert an die öffentlichen Demütigungen und Auspeitschungen in islamistischen Autokratien. Noch ist unklar, ob es sich um eine Aktion mit islamistischem Hintergrund handelt. (…)

Thomas Fröhlich von der Initiative „Ehrlos statt Wehrlos“ hat die Szene auf der Sonnenallee miterlebt. Seine Initiative hatte sich 2018 in Reaktion auf homo- und transfeindliche Übergriffe in Neukölln gegründet – es sind linke und queere Menschen, Angehörige der in Neukölln beheimateten Kunst- und Kneipenszene.

Fröhlich sagt: „Dass Macron hier in langen blonden Haaren als Tunte vorgeführt wird, die den Westen als schwach, ›abnormal‹ und dekadent symbolisieren soll, ist Teil der islamistischen Propaganda-Aktion.“

Er und seine Mitstreiter sehen es seit längerem mit Sorge, wie viel häufiger ihrer Ansicht nach Schwule, Transsexuelle, Frauen, androgyn auftretende Hipster und auch Israelis, die sich im Norden des Bezirks angesiedelt haben, angefeindet werden. Zahlen des schwulen Anti-Gewalt-Projektes Maneo unterstützen die These: Die Zahl der gemeldeten LSBT*-feindlichen Taten in Neukölln hat sich zwischen 2017 (32) und 2019 (65) mehr als verdoppelt.

(Aus dem Artikel Gürtelhiebe und arabische Beleidigungen gegen Mann mit Macron-Maske“, der im Tagesspiegel erschienen ist.)

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