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Warum die Fatah auf Liste der Terrorgruppen gesetzt werden muss

Manöver der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, dem militärischen Arm der Fatah
Manöver der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, dem militärischen Arm der Fatah (© Imago Images / ZUMA Wire)

Obwohl selbst Parteifunktionäre öffentlich bestätigt haben, dass die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden der militärische Arm der Fatah sind, weigern sich die USA nach wie vor, die Fatah als Terrororganisation anzusehen.

Stephen M. Flatow

Stellen Sie sich vor, die Regierungspartei eines beliebigen Landes würde bekannt geben, dass sie mit der Durchführung von Terroranschlägen begonnen habe. Stellen Sie sich den Schock und das Entsetzen vor, wenn die konservative Partei Großbritanniens, die liberale Partei Kanadas oder die demokratische Partei der USA eine solche Erklärung abgeben würden. Doch genau das hat die Fatah, die Regierungspartei der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), gerade getan – und die internationale Gemeinschaft schweigt.

Nach der Ermordung eines Offiziers der Israelischen Sicherheitskräfte (IDF) am 14. September in der Nähe der Stadt Jenin, wurde auf der offiziellen Facebookseite der Fatah ein Video veröffentlicht, in dem der Mord gelobt wurde. In einer Übersetzung von Palestinian Media Watch heißt es, das Video bezeichne die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden als »militärischen Arm« der Fatah. Weiter heißt es, dass die Fatah »die Verantwortung für die Operationen ihres militärischen Arms« übernehme, und dass die Brigaden »offiziell ankündigen«, weitere »Operationen« durchzuführen.

Tarnorganisation der Fatah

Bis zum Herbst 2000, als die palästinensischen Araber den »Zweite Intifada« genannten Terrorkrieg auslösten, hatte noch niemand etwas von den Brigaden gehört. Damals präsentierten die Medien eine »neue« Gruppe namens Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, von der erklärt wurde, sie führe die Terrorkampagne gegen Israel an. Doch war klar, dass eine solche Terrorgruppe nicht über Nacht entstehen konnte, wenn nicht bereits ein ganzes Netzwerk von gut ausgebildeten Bombenlegern und Schützen vorhanden war.

Und das tat sie auch nicht, sie entstand nicht über Nacht: Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden waren von Anfang eine von der Fatah gegründete Tarnorganisation, um die Gewalt fortzusetzen, zu deren Beendigung sich die Partei in den Osloer Verträgen verpflichtet hatte.

Die berüchtigtsten Anschläge der Brigaden waren:

  • Der Angriff auf eine Bar-Mitzwa-Feier in Hadera im Januar 2002, bei dem sechs Menschen getötet und dreiunddreißig verwundet wurden.
  • Ein Selbstmordattentat vor der Jerusalemer Yeshiwat Beit Jisrael im März 2002, bei dem elf Menschen (darunter zwei Kleinkinder) getötet und mehr als fünfzig verwundet wurden,
  • Und ein Selbstmordattentat am zentralen Busbahnhof von Tel Aviv im Januar 2003, bei dem dreiundzwanzig Menschen getötet und mehr als hundert verwundet wurden.

Im März 2002 nahm das US-Außenministerium die Brigaden in die offizielle US-Liste der Terrororganisationen auf, weigerte sich jedoch anzuerkennen, dass die Gruppe eine Tarnorganisation der Fatah ist. Der Grund dafür war rein politischer Natur: Die Anerkennung der Fatah als terroristische Bewegung hätte es den USA unmöglich gemacht, weiterhin Geld an die von der Fatah geleitete Palästinensische Autonomiebehörde zu zahlen.

Doch im Laufe der Jahre verdichteten sich die Beweise, dass die Brigaden Teil der Fatah sind. Bereits im November 2003 deckte ein Team von Enthüllungsjournalisten der BBC auf, dass die Fatah den Brigaden monatlich 50.000 Dollar zukommen lässt. Eine Studie des Congressional Research Service der US-Regierung vom Juni 2005 berichtet: »Am 18. Dezember 2003 forderte die Fatah die Führer der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden auf, dem Fatah-Rat beizutreten, und erkannte sie damit offiziell als Teil der Fatah-Organisation an.«

Die palästinensischen Führer selbst haben diesen Sachverhalt immer wieder einmal selbst bestätigt. Im Juni 2004 erklärte der damalige palästinensische Ministerpräsident Ahmed Qurei in einem Interview mit der in London erscheinenden Zeitung Asharq al-Awsat: »Wir haben eindeutig erklärt, dass die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden Teil der Fatah sind. Wir sind ihnen verpflichtet, und die Fatah trägt die volle Verantwortung für sie.«

Mythos nicht mehr haltbar

Doch einige Medienvertreter leugnen diese Tatsache weiterhin. In Artikeln der New York Times wurden die Brigaden beispielsweise als »eine bewaffnete Gruppe, die lose mit der Fatah verbunden ist«, bezeichnet.

Andere Medien hingegen greifen nicht zu solch unseriösen Formulierungen. Im offiziellen BBC-News-Profil der Brigaden heißt es: »Die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden sind eine bewaffnete palästinensische Gruppe, die mit Jassir Arafats Fatah-Organisation verbunden ist.« National Public Radio hat die Gruppe als »bewaffneter militanter Flügel der Fatah, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden« beschrieben. In einem Bericht des Council on Foreign Relations über die Brigaden wurde festgestellt, dass sie »mit der Fatah und der Fatah-Fraktion des ehemaligen Palästinenserführers Jassir Arafat verbunden« sind.

Die Ankündigung auf der Facebookseite der Fatah in der vergangenen Woche schlägt den letzten Nagel in den Sarg des Mythos der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden. Kein vernünftiger Mensch kann mehr so tun, als ob die Brigaden von der Fatah getrennt existieren würden. Die Wahrheit wurde von der Fatah selbst enthüllt. Nun ist es an der Zeit, dass die US-Regierung von Präsident Biden den nächsten Schritt macht und die Fatah auf die offizielle US-Liste der terroristischen Gruppen setzt.

Stephen M. Flatow, Anwalt in New Jersey, ist der Vater von Alisa Flatow, die 1995 bei einem vom Iran finanzierten palästinensischen Terroranschlag ermordet wurde. Er ist Autor von A Father’s Story: My Fight for Justice Against Iranian Terror. (Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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