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Fatah: Zweite Intifada von Arafat absichtlich ausgelöst

Die aufgrund des Terrors der »Zweiten Intifada« errichtete Sicherheitsbarriere zwischen Israel und der Westbank
Die aufgrund des Terrors der »Zweiten Intifada« errichtete Sicherheitsbarriere zwischen Israel und der Westbank (© Imago Images / Frank Brexel)

Warum die Fatah gerade jetzt ein Interview wieder veröffentlicht, in der ein Funktionär erklärt, der Terror der »Zweiten Intifada« sei direkt von Jassir Arafat und der Palästinensischen Autonomiebehörde initiiert worden.

Itamar Marcus

In dieser Woche veröffentlichte die regierende Fatah-Partei von Mahmud Abbas, dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), ein altes Interview mit Mamdouh Nawfal, der im Jahr 2000 als Berater für interne Angelegenheiten von Fatah- und PLO-Führer Jassir Arafat fungierte. Darin beschreibt Nawfal detailliert Arafats Entscheidung, den Tempelberg-Besuch des damaligen Knesset-Mitglieds Ariel Sharon im September 2000 zu nutzen, um eine Terrorkampagne zu starten, die »lange« dauern sollte.

Der von Arafat und der PA orchestrierte Terror dauerte viereinhalb Jahre, in denen palästinensische Terroristen, darunter viele Mitglieder der vom Westen finanzierten PA-Sicherheitskräfte, über 1.100 Israelis ermordeten.

Bereits berichtete Palestinian Media Watch ausführlich darüber, dass die »Zweite Intifada« eine Terrorkampagne war, die von Arafat initiiert und geleitet wurde. Dem konnten zwischenzeitlich viele weitere Dokumente hinzugefügt werden, die das belegen und damit im Gegensatz zu den Behauptungen westlicher Regierungen und einiger israelischer Politiker stehen, die fälschlicherweise glaubten, Arafat sei lediglich nicht in der Lage gewesen, den Terror zu stoppen.

In dem Interview mit Nawfal, das ursprünglich am 3. Februar 2009 vom TV-Sender Al Jazeera gesendet und am 6. September 2022 von der Fatah auf Facebook veröffentlicht wurde, sagte der ehemalige Arafat-Berater, sein Chef habe am Tag von Sharons Besuch auf dem Tempelberg »viele Leute unter dem Namen ›Wächter von Al-Aqsa‹ losgelassen«, um Gewalttaten zu initiieren.

Schon am darauffolgenden Tag habe Arafat den Befehl gegeben, der palästinensische Terror habe »überall« stattzufinden. »Die Befehle und Anweisungen an die Sicherheitskräfte und die Tanzim [eine Terrorgruppe der Fatah] lauteten, nach den Freitagsgebeten aktiv zu werden«, erzählt Nawfal ganz offen. »Die Aktivitäten waren nicht auf die Al-Aqsa-Moschee beschränkt. Die Anweisungen an die Fatah-Organisationen lauteten, im Westjordanland, im Gazastreifen und überall zu agieren.«

Arafats Plan war, dass die Terrorkampagne »lange« dauern und die Fatah und nicht die Hamas sie anführen würde. »Der Weg ist noch lang, und wir werden sehen, wer ihn anführen wird«, sagte er laut Nawfals Erzählungen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Arafats Berater zugibt, der PLO-Chef sei direkt für den »Zweite Intifada« genannten Terrorkrieg verantwortlich gewesen. Palestinian Media Watch deckte ein früheres Interview mit der Zeitung Al-Hayat aus dem Jahr 2005 auf, in dem Nawfal dies ebenfalls ausdrücklich betonte:

»Was die zweite Intifada betrifft, so kann man absolut objektiv sagen, dass Arafat den Besuch Sharons auf dem Tempelberg und den Hass der Bevölkerung auf die Besatzung ausgenutzt hat, um den Ausbruch herbeizuführen. (…)  Arafat machte keinen Versuch, sich seiner Verantwortung zu entziehen, als er des Ausbruchs [der Intifada] beschuldigt wurde.«

Es ist unklar, warum die Fatah beschlossen hat, dieses alte Interview jetzt erneut auszustrahlen. Eine mögliche Erklärung ist, dass der 13. September 2022 den 29. Jahrestag der Unterzeichnung des Osloer Abkommens darstellte. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat immer wieder erklärt, der »Erfolg« der Intifada, also die Ermordung von über tausend Israelis, sei ein Beweis dafür, dass Arafat mit der Unterzeichnung des Osloer Abkommens die richtige Entscheidung getroffen habe.

Die Terrorkampagne der »Zweiten Intifada« wäre ohne das Osloer Abkommen nicht möglich gewesen. Die Osloer Verträge ermöglichten es der Palästinensischen Autonomiebehörde, ihre Terrorinfrastruktur aufzubauen, die der PA erlaubte, sich zu bewaffnen. Da Fatah heute politisch schwach ist und im Fall von Wahlen wahrscheinlich der Terrororganisation Hamas unterliegen würde, scheint sie den Jahrestag des Osloer Abkommens nutzen zu wollen, um die Palästinenser daran zu erinnern, dass es Arafat von der Fatah war, der sowohl die Unterzeichnung des Osloer Abkommens als auch die Einleitung und Leitung der zweiten Intifada beschlossen hat.

Itamar Marcus ist Gründer und Direktor Medienbeobachtungsorganisation Palestinian Media Watch. Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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