Die Folgen der westlichen Untätigkeit in Syrien

„Wieder ein Giftgas-Angriff auf Zivilisten in Syrien. Dieses Mal am vergangenen Wochenende in der Provinz Idlib. Mindestens 30 Giftgas-Attacken durch das Assad-Regime hat Human Rights Watch seit dem Sommer 2013 verzeichnet. Zur Erinnerung: Damals, am 21. August, starben Hunderte von Menschen in einem von Oppositionellen besetzten Gebiet nach einem Angriff mit Sarin-Gas. Das Regime verpflichtete sich daraufhin unter massivem internationalem Druck, sein C-Waffen-Arsenal aufzugeben. Was offenbar nicht geschehen ist. Befürchten muss Assad deswegen gar nichts. Im UN-Sicherheitsrat schützt ihn Russland. In der internationalen Öffentlichkeit, auch in der deutschen, nützt ihm ein Nebel aus Fake-News, Syrien-Müdigkeit und einer links wie rechts populären Überzeugung, wonach Assad das kleinere Übel sei.

Solche Denkfaulheit hat fatale Folgen nicht nur für die Syrer: Das Versagen der internationalen Gemeinschaft in Syrien ermuntert andere, Abrüstungsabkommen und Völkerrecht zu schreddern. Saudi-Arabien hat im Jemen international geächtete Streubomben aus westlicher Produktion eingesetzt. Belagerungsringe um Städte praktizierte zuerst Assad, heute kopieren Milizen in Libyen dieses Kriegsverbrechen.“ (Andrea Böhm: „Steilvorlage für Diktaturen“)

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