Inhaftierte Anti-Kopftuch-Demonstrantin weigert sich, Reue zu zeigen

Narges Hosseini (Foto: CHRI)

„Obwohl sie möglicherweise langjährige Haftstrafen riskieren, haben mehrere Frauen, die verhaftet wurden, weil sie ihr Kopftuch abnahmen, was im Iran eine Straftat darstellt, sich geweigert, Buße zu tun. Die 32jährige Narges Hosseini ‚erschien nicht einmal vor Gericht, um Reue für ihre Handlungen zu zeigen. Sie sagte, sie lehne den Zwang zum Tragen eines Hijab ab und halte es für ihr verbrieftes Recht, dagegen zu protestieren’, berichtete Hosseinis Anwältin Nasrin Sotoudeh dem Center for Human Rights in Iran (CHRI). Sie könnte wegen unsittlichen Verhaltens in der Öffentlichkeit, Störung der öffentlichen Ordnung und wegen Ermutigung zur Unsittlichkeit und Prostitution zu bis zu 10 Jahren Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt werden, so die Menschenrechtsgruppe. Hosseini wurde am 29. Januar verhaftet und konnte die vom Gericht festgesetzte Kaution von 135.000 Dollar nicht zahlen.

Hosseini sei ‚nicht bereit, sich zu entschuldigen’, erklärte ihre Anwältin. Sie ist eine von mindestens 29 Frauen, die verhaftet wurden, weil sie gegen die Verhüllungspflicht in dem Land protestiert haben. Die Frauen hatten auf der Teheraner Revolutionsstraße ihre Kopftücher abgenommen und sie hochgehalten. Bilder von ihnen haben in den sozialen Medien unter dem Hashtag #GirlsOfRevolutionStreet weite Verbreitung gefunden. Auch Männer haben sich den Protesten aus Solidarität angeschlossen. Inspiriert wurden sie von Vida Movahed, die bei den Demonstrationen gegen die Regierung Ende Dezember ihr Kopftuch wie eine Flagge schwenkte. Bilder von ihr gingen seinerzeit um die Welt.“ (Bericht auf Rudaw: „Iran’s hijab protesters remain defiant in prison: rights group“)

Mehr zum Thema auf Mena Watch: Die Grundlage der Islamischen Republik: Antisemitismus und Hijab-Zwang

 

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