Israel: Der nächste Krieg kommt ziemlich sicher

„Jener Morgen [an dem eine iranische Drohne in den israelischen Luftraum eindrang] bestätigte die Israelis einmal mehr in ihrer Überzeugung, dass es keine Frage mehr sei, ob es Krieg mit dem Iran geben werde, sondern nur noch wann. Seit Jahren warnt die israelische Regierung vor der raschen und bedrohlichen Ausbreitung des iranischen Einflusses im Nahen Osten. Der ‚schiitische Halbmond‘, der inzwischen vom Libanon über Syrien und dem Irak nach Teheran reicht, ist nicht nur der persönliche Albtraum von Israels Premier Benjamin Netanjahu, sondern ein Fakt. Das 2015 mit Teheran abgeschlossene Atomabkommen, das Netanjahu stets ein Dorn im Auge war, ist aus seiner Sicht mitverantwortlich für die immer schnellere Ausbreitung des iranischen Machtbereichs im Nahen Osten. Die iranische Regierung setzt die zuvor eingefrorenen Gelder, die jetzt wieder freigegeben wurden, zur Unterstützung ihrer Stellvertreter anderswo ein und finanziert so das Raketenprogramm – was US-Präsident Trump inzwischen zum Anlass nimmt, das Atomabkommen infrage zu stellen. (…)

Israel versuchte in den vergangenen Jahren, die neue Gefahr für seine Nordgrenze einzudämmen, ohne in den Bürgerkrieg hineingezogen zu werden. Mehr als hundert Einsätze flogen israelische Kampfjets, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu stoppen, insbesondere sogenannte ‚intelligente‘ Waffensysteme, die die militärische Überlegenheit Israels unterminieren könnten. Schon jetzt verfügt die Schiitenmiliz über rund 120.000 Raketen, die jedes Ziel im jüdischen Staat erreichen könnten. Israelische Militärkreise sprechen vom drohenden nächsten Krieg ganz selbstverständlich als ‚erster Nordkrieg‘, denn zum ersten Mal dürfte das Land eine Front mit Libanon und Syrien zugleich haben. Trotz erstklassiger Raketenabwehrsysteme wären dann mit täglich 400 bis 1.000 Raketeneinschlägen auf israelischem Territorium zu rechnen, befürchten israelische Sicherheitsexperten. Das hieße, Israels Air Force müsste in kürzester Zeit Hunderte, ja Tausende Ziele in den beiden Nachbarländern bombardieren.“ (Richard C. Schneider: „In Erwartung des nächsten Krieges“)

Mehr zum Thema auf Mena Watch:

Iran betreibt mittlerweile zehn Militärstützpunkte in Syrien

 

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login