Iranischer Judenhass, auf offener Strasse demonstriert in Berlin

Von Kazem Moussavi

Hassan Rohani auf dem Al-Quds-Tag in Teheran

Alljährlich organisiert der Iran weltweit die Al-Quds-Märsche zur Eroberung Jerusalems und Vernichtung Israels. Außerdem veranstaltet er Holocaust-Karikaturen-Festivals, um die Shoah zu leugnen. Aufgrund des passiven Hinnehmens des institutionalisierten iranischen Antisemitismus durch Deutschland, das eine besondere historische Verantwortung gegenüber den Opfern des Holocaust und für den Schutz des jüdischen Staates Israel hat, konnte der Iran sich als wichtiger Förderer des antijüdischen Hasses im europäischen Raum etablieren. Der Aufstieg der Rechtspopulisten und die direkt oder indirekt mit dem iranischen hegemonialen Krieg im Nahen Osten verbundenen terroristischen Aktivitäten des IS im Westen helfen dem schiitisch-apokalyptischen Regime, sein antisemitisches Netz zu erweitern und zu verdichten. Der Iran arbeitet schon seit langem eng mit extremen rechten und antisemitischen Gruppen einschließlich Neonazi-Organisationen in Europa zusammen.

 

Iran bietet ein Dach für die schlimmsten Formen und Praktiken des Antisemitismus, die es heutzutage gibt

Der staatliche Antisemitismus des Iran kanalisiert fast alle kontemporären antiamerikanischen, antijüdischen und anti-israelischen Strömungen und Ansichten für die Ideologie und Politik der Islamischen Republik auf der ganzen Welt: Er ist eine Verbindung von altem und neuem Antisemitismus und tief im Glauben verankert, als zentraler Motor des Jihadismus. Der islamische, im Koran begründete Antijudaismus betrachtet die Juden als Feinde des heiligen Propheten Mohammad, dem Verkünder der letzten und vollendetsten Religion: dem Islam – und bezeichnet sie als nicht erleuchtet, unrein und bösartig.

Der Antijudaismus des schiitischen Systems mündet in seiner politischen Praxis in ein Amalgam aus religiösem Judenhass und einem in Europa seit dem späten 19. Jahrhundert entwickelten Antisemitismus, dessen Kulminationspunkt der deutsche Vernichtungsantisemitismus war. Wie Hitler bezeichnen die iranischen Machthaber die Juden als Agenten Amerikas und der verderblichen westlichen Zivilisation, als dekadent und als unrettbar und daher nicht überlebenswürdig. In diesem Rahmen propagieren sie auch, dass die Juden die Homosexualität erfunden hätten, um die reinen islamischen Menschen ins Verderben und in die Hölle zu treiben.

Die paranoiden Verschwörungstheorien der Nationalsozialisten, die dem deutschen Vernichtungsantisemitismus eine breite Basis verschafft hatten, finden sich in der Propaganda des Regimes wieder, das die Juden oder die Zionisten oder Israel zur Wurzel aller internationalen Probleme erklärt und für alle Gräuel in der Welt und im Nahen Osten verantwortlich macht. Sie seien die Strippenzieher hinter jeglichen Auseinandersetzungen in der islamischen Welt.

Aus dieser Paranoia generiert sich auch die absurde Politik antiimperialistischer und antizionistischer Linker, die Israel als Repräsentanten oder Marionettenspieler des amerikanischen Imperialismus betrachten, während das antisemitische Ressentiment beispielsweise bei den Menschenrechtsverletzungen und kriegerischen Unternehmungen der Mullahs im Irak, Syrien, Libanon, Jemen und gegen Israel von ihnen vollständig ignoriert wird.

Der iranische Antisemitismus muss unbedingt ernst genommen werden. Er hat eine jihadistische Weltuntergang-Agenda, die mit dem Gewaltinstrument Atom-Raketen die schiitische Weltherrschaft unter der absoluten Macht des Religionsführers durchsetzen soll. Iran hat dafür genügend Finanzressourcen und militärische Potentiale und wird von rechten und linken Iran-Lobbyisten, vom Appeasement und angeblichen Pazifisten im Westen gestützt, die jede berechtigte Kritik am Antisemitismus, Fundamentalismus und Terrorismus der islamischen Republik als rassistisch und gegen Muslime gerichtet propagieren. Dies kommt der Expansionspolitik der Mullahs zugute.

Organisationsstrukturen der Al-Quds-Märsche in Berlin

Jürgen Grassmann ist ein loyaler Anhänger des Religionsführers Ali Khamenei. Grassmann durfte ihm auf der Intifada-Konferenz in Teheran 2016 sein Lobgedicht vortragen: „Sie, Imam Khamenei sind das Licht des Universums, Sie sind das Licht der islamischen Ummah“. Khamenei bezeichnet die Intifada als „heiligen Widerstand“ gegen das „Krebsgeschwür Israel“. Er veröffentlichte 2016 auf seiner offiziellen Website ein Video mit dem Titel „Are the Dark Ages Over?“, in dem er erneut den Holocaust in Frage stellte.

Grassmann fungiert als Handlanger der iranischen Organisatoren des Al Quds-Marsches in Berlin, des Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) und der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS). Zudem ist Grassmann ein enger Verbündeter der iranischen Botschaft und der von dieser geförderten Al-Reza-, Al-Nour-, Emam Ali-, Al-Qaem und Al-Moustafa-Moscheen in Berlin. Sie sind seit Jahren Sammelpunkte zur Mobilisierung der Anhänger und Unterstützer der libanesischen Hizbollah, der Hamas, des Islamic Jihad Movement in Palestine, der Turkish Hizbollah, der Mahdi’s Army und dergleichen, die alle zur Teilnahme am Al-Quds-Tag aufrufen.

Yavuz Özoguz auf dem Al-Quds-Tag in Berlin

Hamidreza Torabi, Stellvertreter des Vorsitzenden des IZH Ayatollah Reza Ramazani und Direktor der islamischen Akademie, führte am 2. Juli 2016 die antiisraelische Al-Quds-Demonstration in Berlin an. Yavuz Özoguz trat währenddessen als Parolen-Rufer auf. Der Islamist Özoguz betreibt das Internetportal Muslim-Markt und ist für die Organisation „Islamischer Weg e.V.“ in Delmenhorst verantwortlich. Zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Al-Quds-Tages ist der Libanese Hassan Rahman. Er ist ein wichtiger Funktionär im Rat der Islamischen Gemeinschaft in Hamburg, dem auch Ayatollah Ramazani (IZH) und Mustafa Joldash (Schia-Forum) angehören.

Die IGS und das IZH nutzen außerdem die iranische Wiesbadener Akademie für die Integration unter der Leitung von Dawood Nazirizadeh (SPD, FES, IGS) als Propaganda- und Mobilisierungsmedium zur Aktivierung der afghanischen und syrischen schiitischen Flüchtlinge für den Al-Quds-Tag. Beteiligt sind auch, wie jedes Jahr, die Mitglieder der islamischen Jugendgruppe „Feder“ in Hannover, die von Mustafa Joldash und Javuz Özoguz dirigiert werden. Zu den Teilnehmern gehören ebenso die Aktivisten der libanesischen „Al-Mustafa Moschee“ in Bremen und die iranische Vereinigung Muslimischer Studierender Bremen (VMSB) sowie die Stiftung für Islamische Studien (SIS) e.V. und die IGS Regionalvertretungen (Nord-Ost und Mitte-West). Die SIS an der Universität Bochum und die IGS-Ost organisieren Busse aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg zum Al-Quds-Tag in Berlin.

Zudem sind die Repräsentanten der ultra-orthodoxen Sekte „Neturei Karta“ aus Österreich und den Benelux-Staaten sowie der Herausgeber des Online-Magazins Der Israelit, Reuven Cabelmann, in Deutschland Teilnehmer und Redner am Al-Quds-Tag. Ayatollah Mohammad Ali Taskhiri, Berater Ali Khameneis in Religionsfragen, ist Kontaktmann zu dieser Sekte in den westlichen Ländern. Taskhiri wird dabei von Mohammad Ali-Ramin, dem Gründer der so genannten Teheraner Holocaust-Stiftung zur Leugnung der Shoah, unterstützt. Derzeit wird die Sekte im Rahmen der Teilnahme am Al-Quds-Tag von Amir Moujani, dem Kulturattaché der iranischen Botschaft in Berlin, gefördert. „Neturei Kartas“ Hauptmotiv ist Hass auf Israel. Ein Mitglied arbeitete zusammen mit dem Berliner Mullah-Botschafter als Spion für den Iran in Israel.

Die iranische, staatliche Pars Today German (IRIB) sitzt im Bundespressehaus in Berlin und präsentiert von dort aus auch Press TV, das in Deutschland verboten ist. Pars Today und Press TV sind Berichterstatter der Berliner Al-Quds-Märsche für die vom Iran geförderten Hizbollah-Radio- und TV-Sender Al Nour, Al Manar und Al Mayadin im Nahen Osten. Sie führen einen digitalen Krieg gegen Israel zur Eroberung von Quds (Jerusalem).

Von diesen Strukturen profitieren die iranische Botschaft, die Geheimdienste und die Al-Quds-Brigade der Revolutionsgarden. Der vom Iran angeheuerte pakistanische Spion „Seyed Mustufa Haider“ wurde kürzlich wegen seiner Zusammenarbeit mit iranischen Geheimdiensten aufgrund von Spionage und Anschlagsplänen gegen den SPD-Politiker und Ex-Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Reinhold Robbe, verurteilt. Er stand mit dem Delmenhorster Verein „Der islamische Weg“ und der „Al-Mustafa Moschee“ in Bremen in Kontakt.

Die Ansar-e-Hizbollah, deren Mitglieder in Deutschland auf 1000 Personen geschätzt werden, werden durch die Al-Quds-Brigade gesteuert. Die Hizbollah und die iranischen Geheimdienste haben in der Vergangenheit in Europa (so auch in Berlin und Bonn) dutzende Regimegegner ermordet und weltweit hunderte Terrorattentate gegen amerikanische und israelische Einrichtungen ausgeführt.

Die Organisatoren des Al-Quds-Marsches fördern den Terrorismus der Mullahs, deren Hauptopfer die aktiven Regime-Change-Oppositionellen und die jüdischen Menschen in Deutschland und in Israel sind.

 

Die „Moderaten“ Rouhani und Zarif beim Teheraner Al Quds-Marsch

Bei den antidemokratischen Präsidentschaftswahlen am 19. Mai 2017 hat Khamenei eine zweite Amtszeit von Hassan Rouhani bewilligt. Er wird als angeblicher Reformer vom Appeasement und deutschen Kulturrelativismus propagiert und bejubelt. In der ersten Amtszeit Rouhanis wurden mehr als 3000 Iraner hingerichtet.

Rouhani und sein angeblich moderater Außenminister Javad Zarif haben in den letzten vier Jahren den antiisraelischen Al-Quds-Marsch in Teheran stolz angeführt. Rouhani sagte aus Anlass des Al-Quds-Tags am 1. Juli 2016: „Israel ist die Basis für die Überheblichkeit des zionistischen Regimes und der USA in der Region”. Während seiner Rede wurde „Tod USA, Tod Israel!“ gerufen. Zarif betonte in einem Gespräch am 4. März 2015 mit Ann Curry (NBC): „[Israel] muss vernichtet werden. Dieses Regime ist eine Bedrohung, es ist eine Gefahr.”

Der Al-Quds-Marsch der islamischen Republik ist zu verbieten. Er vereinigt Antisemiten jeglicher Couleur und radikalisiert und beschleunigt so die Entwicklung des Antiamerikanismus und Antiisraelismus in Europa. Das beeinträchtigt auch die Sicherheit in Deutschland. Die deutschen Beziehungen zum Iran sollten in jeder Hinsicht direkt von dessen Anerkennung der Existenz und Legitimität von Israel und der konsequenten Einstellung der Hinrichtungs- und Terrorpolitik im Inneren und im Ausland abhängen. Das wäre tatsächlich ein Beitrag für die Freiheit und Demokratie im Iran.

Artikel zuerst erschienen bei noalquds.blogsport.

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