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»Wall Street Journal«: Saudi-Arabien nähert sich Israel an

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (© Imago Images / Xinhua)

Berichten zufolge führt Riad ernsthafte Gespräche mit Jerusalem über die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen und eine verstärkte Sicherheitskoordination.

Shahar Klaiman/Tamir Morag

Saudi-Arabien führt ernsthafte Gespräche mit Israel über die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen und eine verstärkte Sicherheitskoordination, berichtete das Wall Street Journal vergangene Woche. Riad und Jerusalem unterhalten zwar keine offiziellen diplomatischen Beziehungen, aber das Golfkönigreich weitet dem Bericht zufolge seine geheimen Gespräche mit israelischen Führern aus.

Die Saudis haben bisher davon abgesehen, dem Abraham-Abkommen beizutreten, da sie offizielle jeder Fortschritt in den Beziehungen zu Israel von den Fortschritten im israelisch-palästinensischen Friedensprozess abhängig mahcen.

Dem Wall Street Journal zufolge vermittelt die US-Regierung von Joe Biden jedoch aktiv zwischen den beiden Ländern mit dem Ziel, Schritte zu klären, die zu einer Normalisierung führen könnten. Das konservative islamische Königreich »spürt eine Verschiebung« in der Öffentlichkeit hin zur Aufnahme offizieller Beziehungen zum jüdischen Staat, heißt es in dem Bericht.

Biden kritisierte Riad bei seinem Amtsantritt unter anderem wegen der Menschenrechtslage und der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in Ankara. In jüngster Zeit ist es jedoch zu einer Annäherung zwischen dem Weißen Haus und den Saudis gekommen, wie die für nächsten Monat geplante Reise des Präsidenten nach Riad zeigt.

Wachsende Unterstützung für Frieden

Auch Israel hat in letzter Zeit verstärkt Kontakt mit den Saudis gehabt, u. a. durch Reisen führender Persönlichkeiten aus dem privaten Sektor sowie über offizielle Kanäle, um die Frage der Übertragung der Souveränität über die Inseln Tiran und Sanafir im Roten Meer von Ägypten auf Saudi-Arabien zu klären.

Der Bericht des Wall Street Journal zitierte ferner Quellen, die besagen, dass die Änderung der Position Riads wahrscheinlich auf die wachsende Unterstützung der saudischen Öffentlichkeit für die Beziehungen zu Israel zurückzuführen sei, insbesondere bei Saudis unter dreißig Jahren.

Unterdessen erklärte ein saudischer Beamter, der Besuch von US-Präsident Joe Biden im Königreich sei verschoben worden, »bis Washington die Forderungen Riads erfüllt hat«. Ibrahim al-Nahhas, Mitglied des Schura-Rates, erklärte gegenüber lokalen Medien, der Besuch, der noch in diesem Monat hätte stattfinden sollen, sei verschoben worden,

»bis die Vorbereitungen in einer Weise abgeschlossen sind, die den Interessen des Königreichs und der Region dient. Deshalb wollen wir mit denjenigen zusammenarbeiten, die in der Lage sind, sich für die gemeinsamen Interessen und für die beiden Völker einzusetzen.«

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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