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Verprügelt und untergetaucht: Hochrangige afghanische Polizistin auf Flucht vor Taliban

Die hochrangige afghanische Polizistin Gulafroz Ebtekar
Die hochrangige afghanische Polizistin Gulafroz Ebtekar (Quelle: Instgram)

Die erste Frau mit Master-Abschluss einer Polizeiakademie versteckt sich, nachdem die Taliban sie abholen wollten, und sie bei einem Fluchtversuch am Flughafen von Kabul brutal verprügelt wurde.

Chris Pleasance / William Cole, Mailonline

Die 34-jährige Gulafroz Ebtekar war stellvertretende Leiterin der Abteilung für strafrechtliche Ermittlungen im afghanischen Innenministerium und gilt als Vorbild für afghanische Frauen. Sie wurde von den Taliban vor dem internationalen Hamid-Karzai-Flughafen in Kabul ins Visier genommen, wo sie fünf Nächte lang versuchte, einen Platz auf einem Evakuierungsflug zu ergattern: „Ich habe Gesuche an die Botschaften vieler Länder geschickt, um mich und meine Familie zu retten, aber alles ohne Erfolg.“ (…)

Gulafroz ist die erste Frau in Afghanistan, die eine Polizeiakademie mit einem Master-Abschluss absolviert hat. (…) Ihren Master-Abschluss hat sie an einer renommierten Polizeiakademie in Russland gemacht, aber auch die Moskauer Botschaft lehnte es ab, ihr zu helfen, weil sie weder einen russischen Pass noch einen russischen Wohnsitz hatte. Gegenüber Mailonline sagte Gulafroz:

„Ich habe davon geträumt, das Leben in Afghanistan zu verändern. Als erstes ging es mir um Frauen in der Polizei, und ich habe es geschafft. Als ich in mein Heimatland zurückkehrte, bekam ich eine Stelle im Innenministerium, und schon bald erlangte ich eine ziemlich hohe Position. Ich wurde stellvertretende Leiterin der kriminalpolizeilichen Abteilung des afghanischen Innenministeriums.“

Nachdem sie am Flughafen abgewiesen worden war, ging sie nach Hause und erfuhr von ihrer Mutter, dass die Taliban sie abholen wollten, während sie unterwegs war. Sie kam in einer anderen Wohnung unter, um vor den Kämpfern in Sicherheit zu sein.

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Als Gulafroz erneut versuchte, über den Kabuler Flughafen zu fliehen, schlugen die Taliban-Wachen sie mit Waffen und Steinen. Ihre ehemaligen Kolleginnen bei der Polizei haben sie gefragt, „was mit uns geschehen wird“, aber Gulafroz hat keine Antworten.

„Ich habe im Fernsehen gesprochen, mich in sozialen Netzwerken geäußert, gegen Extremismus und Terrorismus gekämpft, mich für die Rechte von Frauen und Kindern eingesetzt und an das Beste für unser Land geglaubt.“

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Sie sagte, dass ihr früheres Leben vorbei sei, und sie bereits vor sechs Monaten von den Taliban wegen ihrer Arbeit „gewarnt“ worden sei.

„Die Taliban schrieben mir Briefe, in denen sie sagten, ich solle nicht bei der Polizei arbeiten, ich hätte kein Recht, mich zu den Rechten der Frauen zu äußern. ‚Was sollen Frauenrechte sein? Warum veröffentlichst Du Deine Fotos auf Facebook und Instagram?‘, das sind die Kommentare, die ich vor einem Jahr oder sechs Monaten von ihnen erhielt. Und jetzt sind sie an der Macht.

Ich glaube, die Taliban werden sich nie ändern. Sie werden nicht zulassen, dass eine Frau arbeitet, am öffentlichen Leben teilnimmt und frei ist. Als die Taliban vor 20 Jahren nach Kabul kamen, machten sie zwei Monate lang dieselben Versprechungen wie jetzt. Und dann schufen sie ihren eigenen Staat, ihre eigenen Gerichte, schlugen und töteten Menschen. Für mich ist das die gefährlichste Gruppe von Terroristen.

Ich bin die erste Frau in Afghanistan, die eine Polizeiakademie mit einem Master-Abschluss absolvierte und eine so hohe Position innehatte. Nach mir haben etwa 4.000 afghanische Frauen die Polizeihochschulen besucht. Ich habe keine Angst, offen zu sprechen, denn ich habe nichts mehr. Der Staat Afghanistan existiert nicht mehr, es gibt keine Freiheit mehr. Ich habe die ganze Zeit dafür gekämpft, ein normales Leben in diesem Land zu führen.“

(Aus dem Artikel „So-called Taliban 2.0 reveals its true colors: Afghanistan’s top female cop, 34, goes on the run after ‚brutal beating‘ at the hands of new rulers“, der bei Mailonline erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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