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Taliban wollen vor UNO-Generalversammlung sprechen

Die UNO-Generalversammlung in New York
Die UNO-Generalversammlung in New York (© Imago Images / Xinhua)

Die islamistischen Taliban haben das Gesuch bei der UNO eingebracht, den bisherigen UN-Botschafter Afghanistans durch ihren Sprecher Suhail Shaheen zu ersetzen.

Michelle Nichols, Reuters

Wie aus einem am Dienstag von Reuters eingesehenen Brief hervorgeht, haben die Taliban ihren in Doha ansässigen Sprecher Suhail Shaheen zum Botschafter Afghanistans bei den Vereinten Nationen ernannt und darum gebeten, diese Woche bei der Generalversammlung in New York zu den Staats- und Regierungschefs sprechen zu dürfen.

Der Außenminister der Taliban, Amir Khan Muttaqi, hatte beantragte den Botschafterwechsel am Montag in einem Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres und bat darum, dass Shaheen während der jährlichen Sitzung der Generalversammlung sprechen dürfe, die am Montag zu Ende geht.

Der Sprecher von Guterres, Farhan Haq, bestätigte den Brief von Muttaqi, mit dem es zu einem Kräftemessen der Taliban mit Ghulam Isaczai kommt, dem afghanischen UN-Botschafter in New York, der die im letzten Monat von den Taliban gestürzte Regierung vertritt.

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Haq sagte, der Taliban-Antrag für ihren Sitz in der UNO sei an den neunköpfige Beglaubigungsausschuss geschickt worden seien, dem auch die Vereinigten Staaten, China und Russland angehören. Es ist unwahrscheinlich, dass der Ausschuss vor Montag zu diesem Thema zusammentritt, sodass es zweifelhaft ist, dass der Außenminister der Taliban vor dem Weltgremium sprechen wird.

Eine Bestätigung des Taliban-Botschafters durch die UNO wäre ein wichtiger Schritt im Bemühen der islamistischen Gruppe um internationale Anerkennung, die dazu beitragen könnte, dringend benötigte Geldmittel für die krisengeschüttelte afghanische Wirtschaft freizuspielen. Guterres hatte zuvor erklärt, der Wunsch der Taliban nach internationaler Anerkennung sei das einzige Druckmittel, das die anderen Länder hätten, um auf eine integrative Regierung und die Achtung der Menschenrechte, insbesondere der Frauenrechte, in Afghanistan zu drängen.

In dem am Montag ergangenen Schreiben der Taliban heißt es, dass Isaczais Mission „als beendet betrachtet wird und er Afghanistan nicht mehr vertritt“, so Haq. Bis zu einer Entscheidung des Mandatsprüfungsausschusses bleibt Isaczai jedoch nach den Statuten der Generalversammlung auf seinem Sitz. Derzeit ist geplant, dass er am 27. September, dem letzten Tag der Versammlung, eine Rede hält, wobei es noch nicht klar ist, ob andere Staaten nach dem Schreiben der Taliban Einwände dagegen erheben könnten.

Der Beglaubigungsausschuss tritt traditionell im Oktober oder November zusammen, um die Mandate aller UN-Mitglieder zu bewerten, bevor er der Generalversammlung vor Jahresende einen Bericht zur Genehmigung der Botschafter vorlegt. Der Ausschuss und die Generalversammlung entscheiden in der Regel im Konsens über die Beglaubigungsschreiben.

Weitere Mitglieder des Ausschusses – neben den oben genannten Vereinigten Staaten, China und Russland – sind die Bahamas, Bhutan, Chile, Namibia, Sierra Leone und Schweden.

(Aus dem Artikel Exclusive-Taliban names Afghan U.N. envoy, asks to speak to world leaders“, der bei Reuters erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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