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Roger Waters zweifelt an Wahrhaftigkeit des Hamas-Massakers 

Roger Waters kann sich nicht entscheiden, ob er Hamas-Massaker leugnen oder gut finden soll
Roger Waters kann sich nicht entscheiden, ob er Hamas-Massaker leugnen oder gut finden soll (Imago Images / UPI Photo)

Wie bei 9/11 in New York werde man beim Massaker vom 7. Oktober in Israel niemals wissen, was genau passiert sei, sagte Roger Waters in einem Interview.

»Man ist ja schon daran gewöhnt, dass Roger Waters abscheuliche Dinge sagt«, schrieb David Lange gestern auf seinem Blog israellycool, »aber das hier ist vielleicht das Abscheulichste, das er je von sich gegeben hat. Und das will schon einiges heißen.« Lange bezog sich dabei auf ein Interview, das der Musiker unlängst mit dem bereits in der Vergangenheit als israelfeindlich aufgefallenen Journalisten Glenn Greenwald geführt hatte und in dem er gefragt wurde, was seine Reaktion gewesen sein, nachdem er von den Taten der Hamas am 7. Oktober erfahren habe.

Man spoilert wohl nicht, verrät man, dass Waters von keiner Abscheu über das Massaker der Hamas in Südisrael berichten konnte. Vielmehr, so Waters, habe er sich gleich gesagt, man müsse erst einmal abwarten, was passiert sei. Seine zweite Reaktion sei die Frage gewesen, wie um alles in der Welt Israel das nicht habe kommen sehen.

Roger Waters wäre nicht Roger Waters, hätte er nicht selbst sofort eine Antwort auf die Frage gehabt, die letztlich bloß rhetorischer Natur war: Bei der ganzen Sache sei »etwas äußerst verdächtig«, meinte Waters, der nahelegte, es könnte sich um einen Insiderjob oder eine Aktion unter falscher Flagge handeln.

Nicht die Hamas und doch gerechtfertigt?

Auf Greenwalds Frage, ob die Taten der Hamas vom 7. Oktober gerechtfertigt werden können, antwortete der ehemalige Pink-Floyd-Musiker, der nicht nur selbst kurz zuvor noch nahelegt hatte, es sei womöglich gar nicht die Hamas gewesen, sondern nun sogar noch einmal bekräftigte, man wisse gar nicht, was sie überhaupt getan habe, mit der Gegenfrage, ob es für die Hamas »gerechtfertigt war, Widerstand gegen die Besatzung zu leisten«.

Und erneut gab sich Waters selbst die Antwort: Ja, die Genfer Konvention bestimme, dass die Hamas nicht nur berechtigt, sondern »gesetzlich und moralisch absolut dazu verpflichtet ist, seit 1967 Widerstand gegen die Besatzung zu leisten. Es ist eine Verpflichtung.«

Ob es Grenzen dessen gäbe, in welcher Art und Weise sie Widerstand leisten könne, wollte Greenwald wissen, worauf Waters meinte, er verurteile Kriegsverbrechen, von wem auch sie immer begangen würden, aber er könne nicht sagen, ob überhaupt welche stattgefunden hätten. Vielmehr habe er erst am Morgen zuvor einen Bericht des ebenfalls israelfeindlichen Max »Toilettengate« Blumenthal gelesen, dass die ersten »vierhundert Getöteten an diesem Tag« – die Besucher des Supernova-Festivals – Angehörige des Militärs gewesen seien, weswegen es sich nicht um ein Kriegsverbrechen gehandelt habe, als die Hamas sie tötete.

Sollte es Ermordungen oder Entführungen von Zivilisten gegeben haben, würde er das selbstverständlich nicht billigen, »aber die ganze Sache wurde unverhältnismäßig aufgeblasen«, und zwar von den Israelis, die Geschichten über geköpfte Babys erfunden hätten, und sogar der »demente Greis« Joe Biden habe behauptet, Fotos von den Gräueltaten gesehen zu haben, bevor er dies dementieren musste. 

Verschwörungstheorien

»Ob es nun eine Operation unter falscher Flagge war oder nicht, was auch immer passiert ist oder welche Geschichte auch immer wir aufgetischt bekommen, und ich weiß nicht, ob wir jemals viel von der wahren Geschichte bekommen werden«, sodass es »schwierig zu sagen ist, was tatsächlich passiert ist«, salbaderte Waters vor sich hin, um sofort die nächste Verschwörungstheorie zum Besten zu geben: »Sie nennen es ihr 9/11. Was zur Hölle passierte am amerikanischen 9/11?« Niemand wisse das, denn schließlich habe das offizielle Narrativ große Lücken.

Während Waters sich also nicht so recht entscheiden konnte, ob die Hamas-Gräueltaten entweder gar nicht stattgefunden hätten, oder ob sie nicht doch gerechtfertigt und sogar eine Pflicht gewesen seien, war er sich absolut sicher, dass israelische Militäroperationen gegen die Hamas einen Genozid an den Palästinenser darstellen. »Es tut mir leid, wenn ich mir auf die Zähne beiße, aber ich weine. Es ist ein Horror.« Die Reaktion der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) auf den Hamas-Terror, so schloss Waters seine Ausführungen, sei das Schrecklichste, das er in den achtzig Jahren seines Leben mitansehen musste.

Man solle daran denken, schloss Lange seinen Blogbeitrag, dass es keinerlei »Beweise für Gräueltaten der IDF in Gaza gibt, sondern nur das unzuverlässige Wort der Hamas. Also nimmt Waters das als die Wahrheit an, während er alles, was Israel sagt, anzweifelt. Und als ob das alles nicht schon abscheulich genug wäre, zweifelt er auch noch 9/11 an und bezeichnet uns als Nazis. Aber er ist nicht antisemitisch. Weil er uns versichert hat, es nicht zu sein.«

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