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»Nakba«-Veranstaltung:  Israels Existenz für US-Politikerin Rashida Tlaib eine Katastrophe

US-Senator Bernie Sanders besorgte antisemitischer Angeordneter Rashida Tlaib Räumlichkeiten für »Nakba«-Veranstaltung
US-Senator Sanders besorgte antisemitischer Angeordneter Tlaib Räumlichkeiten für »Nakba«-Veranstaltung (© Imago Images / ZUMA Wire)

Die amerikanische Abgeordnete Rashida Tlaib ist bekannt für ihre antisemitischen Äußerungen und ihre Diffamierung des Staates Israel, den sie ausgelöscht sehen will.

Man sollte niemals die Fähigkeit von Verbrechern unterschätzen, dreist ihre Opfer zu Tätern zu erklären. »Gegen unser Vaterland wird ein echter Krieg geführt«, sagte Russlands Machthaber Wladimir Putin, der vor über einem Jahr den Befehl zum Krieg gegen die Ukraine gab, am 9. Mai bei einer Rede auf dem Roten Platz. »Sie versuchen, unser Land zu zerstören.« Der gleiche verdrehte Verstand zeigt sich, wenn Israelhasser jedes Mal, wenn die Hamas und der Islamische Dschihad vom Gazastreifen aus Raketen auf israelische Städte schießen, den Hashtag #GazaUnderAttack (#GazaUnterBeschuss) twittern. 

Auch der Holocaust war Teil einer historischen Täter-Opfer-Umkehr. Zweitausend Jahre lang waren die Juden verfolgt, verleumdet und ermordet worden. Die ganze Zeit über hörten die Judenhasser nie auf, sich selbst als die Opfer einer angeblichen jüdischen Verschwörung darzustellen. Nachdem er Österreich und die Tschechoslowakei hatte besetzen lassen und während er den Überfall auf Polen vorbereitete, sagte Adolf Hitler:

»Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.«

Hitler projizierte auf die Juden genau das, was er selbst plante. Einer ähnlichen Täter-Opfer-Umkehr bedient sich der »Nakba«-Mythos, ein Kernstück antisemitischer Geschichtsfälschung. Der Exodus der arabischen Bevölkerung des britischen Mandatsgebiets Palästina in den Jahren 1947/48, ausgelöst vor allem durch den von arabischen Terrorgruppen Ende 1947 begonnenen Bürgerkrieg und an die arabische Bevölkerung ergangenen Aufrufe zur Evakuierung des Landes im Vorfeld der für den Mai 1948 angekündigten Invasion durch die arabischen Armeen, wird zu einer von den Juden verübten Vertreibung umgedeutet, einer Entvölkerung, die angeblich das Ziel der israelischen Staatsgründung gewesen sei. 

So wird Selbstmitleid zur propagandistischen Waffe. Selbstmitleid, das nichts anderem als der Trauer darüber entspringt, dass der von Abdul Rahman Azzam Pasha, dem ersten Generalsekretär der Arabischen Liga, 1947 angekündigte »Vernichtungskrieg«, über den nachfolgende Generationen »wie über die Massaker der Mongolen und die Kreuzzüge sprechen« würden, nicht mit der angestrebten Zerstörung jüdischer Staatlichkeit geendet hatte. Auch dass ein solcher Vernichtungskrieg von den Arabern überhaupt geplant und geführt wurde, soll hinter der »Nakba«-Lüge versteckt werden, ebenso wie die Vertreibung von 850.000 Juden aus arabischen Ländern, die (nicht erst) 1948 begann.

Bastion der »Nakba«-Lüge

Diese Propaganda hat auch in der amerikanischen Hauptstadt Washington eine, wenn auch kleine, Bastion. Rashida Tlaib, eine Abgeordnete des Repräsentantenhauses, welche die Existenz eines jüdischen Staates – in welchen Grenzen auch immer – ablehnt und regelmäßig durch antisemitische Äußerungen auffällt, hielt am Mittwoch eine Veranstaltung zum »Nakba-Tag« (gemeint war der Jahrestag der Gründung des Staates Israel, »Nakba« bedeutet »Katastrophe«) auf dem Kapitol ab. 

Unterstützt wurde sie dabei von Senator Bernie Sanders. Sanders ist Mitglied der Partei Demokratische Sozialisten von Amerika (DSA), vertritt den Bundesstaat Vermont im Senat und ist Vorsitzender des Senatsausschusses für Gesundheit, Bildung und Arbeit. Dessen Sitzungssaal stellte er Rashida Tlaib für deren Anti-Israel-Veranstaltung zur Verfügung. Tlaib hatte ursprünglich gehofft, die Veranstaltung im Besucherzentrum des Kongresses abhalten zu können, doch der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, vereitelte ihren Plan, indem er den Raum selbst reservierte und eine Feier anlässlich der 75-jährigen Beziehungen zwischen den USA und Israel veranstaltete.

Rashida Tlaib, 1976 in Detroit als Tochter palästinensisch-muslimischer Eltern geboren, ist seit Januar 2019 Mitglied des amerikanischen Repräsentantenhauses. Sie diffamiert und delegitimiert Israel bei Reden im Parlament als »Apartheid-Israel« und fordert einen Staat »Palästina« vom Jordan bis zum Mittelmeer. Als Präsident Joe Biden Anthony Blinken – einen Juden – zum Außenminister ernannte, fürchtete Tlaib sogleich und ohne jeglichen sachlichen Grund, Blinken wolle ihr von der Verfassung garantiertes Recht auf Redefreiheit in Bezug auf Israel einschränken. Tlaib glaubt auch an die Existenz einer jüdischen Weltverschwörung. 

So meinte sie im August 2021: Blicke man »hinter den Vorhang«, sehe man »in Gaza und Detroit … dieselben Leute«: 

»… die Geld verdienen, und ja, das tun sie, mit Rassismus, mit dieser kaputten Politik. Dort gibt es jemanden, der Geld verdient. Sie tun es von Gaza bis Detroit. Und es ist ein Weg, Menschen zu kontrollieren und zu unterdrücken. Und es sind diese Strukturen, gegen die wir weiterhin kämpfen.«

Von ihrer eigenen Partei wurde Tlaib scharf kritisiert, als sie sagte, wer Israel unterstütze, könne nicht »progressiv« sein.

Das Gerücht über Israel

Bei ihrer Rede auf der »Nakba«-Veranstaltung lobte sie Bernie Sanders dafür, den Saal im Senatsgebäude zur Verfügung gestellt zu haben. Laut der Website Jewish Insider sagte sie, jeder brauche einen »Aamu« –ein arabisches Wort, das »Onkel« bedeutet –, »darum möchte ich Sie auch in dem Ausschusssaal von Senator Sanders willkommen heißen«. 

Sanders, der selbst nicht bei der Veranstaltung anwesend war, teilt mit Tlaib die Neigung, Gerüchte zu streuen, die Israel dämonisieren sollen. So behauptete er 2016 während seiner Kandidatur für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Israel habe 2014 im Gazastreifen 10.000 Menschen getötet:

»Ich habe nicht die genaue Zahl, aber ich glaube, es waren über 10.000. Wie ich weiß, wurden eine Menge Wohnungen dem Erdboden gleichgemacht. Krankenhäuser, denke ich, wurden bombardiert. Also, ja, ich meine – und ich glaube nicht, dass ich damit allein bin –, dass Israels Gewalteinsatz wahlloser war, als er es hätte sein sollen.«

Korrekt ist, dass während des Gazakonflikts 2014 im Gazastreifen insgesamt 2.251 Personen getötet wurden, ein großer Teil davon Kombattanten der Hamas und anderer Terrorgruppen. Viele Bewohner des Gazastreifens wurden von Raketen der Hamas getötet.

US-Senatorin Jacky Rosen, Co-Vorsitzende der überparteilichen Task Force des Senats zur Bekämpfung des Antisemitismus, erklärte gegenüber Jewish Insider: »Die Gründung des einzigen jüdischen Staates der Welt als Katastrophe‹ zu bezeichnen, ist zutiefst beleidigend, und ich lehne es entschieden ab, diese Veranstaltung auf dem Capitol Hill stattfinden zu lassen.« Israel sei als Zufluchtsort für das jüdische Volk gegründet worden, das vor Jahrtausenden der antisemitischen Verfolgung und Gewalt geflohen sei, so Rosen weiter. »Lassen Sie mich ganz klar sagen: Die Vereinigten Staaten sind und werden immer ein treuer Verbündeter des Staates Israel bleiben.«

Wie schon 2022 wird Rashida Tlaib auch heuer wieder eine Resolution in das Repräsentantenhaus einbringen, mit der das Parlament die »andauernde Nakba« Israels gegen die Palästinenser anerkennen soll.

Die Ursache des arabisch-israelischen Konflikts ist die Weigerung arabischer Führer und Demagogen, überhaupt einen jüdischen Staat anzuerkennen. Im Juni 1948 schrieb das Time Magazine, die Möglichkeit, den Waffenstillstand (11. Juni bis 9. Juli 1948) zu einem dauerhaften Frieden auszuweiten, hänge »nun von der Bereitschaft beider Seiten ab«, bei den Verhandlungen auf Rhodos »ein wenig nachzugeben«. Weiter hieß es: 

»Die Israelis erklärten jedoch, dass sie niemals eine Lösung in Betracht ziehen würden, die nicht die Souveränität Israels anerkennen würde; die Araber weigerten sich nach wie vor, auch nur die Existenz des jüdischen Staates anzuerkennen. Der König von Transjordanien, Abdullah, sagte: ›Es gibt in Palästina ein Feuer, das gelöscht werden muss. Die westlichen Staaten wollen dieses Feuer unter einer Glut begraben, die wieder auflodern und erneut in Flammen aufgehen könnte.‹«

Mit dem Feuer, das Abdullah »löschen« wollte, war natürlich die Existenz des Staates Israel gemeint, die ausgelöscht werden sollte. 75 Jahre später ist die Abgeordnete Rashida Tlaib immer noch nicht über dieses Denken hinausgekommen, fordert ein »Palästina« vom Jordan bis zum Mittelmeer. Dies ist die wahre, seit 75 Jahren andauernde Katastrophe. Man darf es auch »Nakba« nennen, wenn man will.

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