Mena-Exklusiv

ORF erklärt israelische Dörfer zu „Siedlungen“

Von Alexander Gruber

Können Sie sich erinnern, auf orf.at kürzlich davon gelesen zu haben, dass aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuerte, jedoch fehlgeleitete Raketen in einer Schule und in einem Wohnhaus in Gaza selbst einschlugen? Wenn nicht, so ist dies nicht weiter verwunderlich: Dass palästinensische Angriffe auf Israel dem ORF kaum eine Berichterstattung wert sind, ist nämlich genauso wenig etwas Neues, wie die Tatsache, dass dieses Desinteresse sich schlagartig in sein Gegenteil verkehrt, sobald sich Israel gegen die Angriffe zu Wehr setzt.

So auch dieses Mal: Palästinensische Terroristen feuerten Raketen auf Israel ab, die israelische Luftwaffe bombardierte als Reaktion darauf zwei Stützpunkte der Hamas im Gazastreifen. Wie wohl lautete die Überschrift, mit denen orf.at die Darstellung dieser Ereignisse betitelte?

Den Tathergang erfuhren die Leser erst im Artikel selbst, nachdem gemäß dem Aufmacher Israel bereits als Aggressor charakterisiert war. Soweit also auch hier nichts Neues.

Neu – und dann zugleich so neu auch wieder nicht – scheint jedoch zu sein, dass mittlerweile nicht nur jüdische Gemeinden im Westjordanland als „Siedlungen“ bezeichnet werden. Neuerdings gelten für den ORF offensichtlich auch Dörfer in Israel als „Siedlungen“, damit für die geneigten Leser auch nach der Information über den Hamas-Angriff nicht außer Frage stehen kann, wer das eigentliche Haupthindernis für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern darstelle:

Abgesehen von der Tatsache, dass es zwei Gemeinden im israelischen Kernland nahe Sderot waren, die von den palästinensischen Terroristen ins Visier genommen wurden, schlugen die Geschosse auch nicht nur „nahe“ der Dörfer ein, sondern eines davon traf ein Haus, dessen Bewohner sich zuvor in ihren Schutzraum gerettet hatten, wovon in dem Bericht jedoch nichts zu erfahren ist. So nutzt orf.at noch die Geschichte eines Raketenangriffs auf israelische Zivilisten, um nicht nur mittels der Überschrift, sondern auch mittels der pejorativen Darstellung seiner Bevölkerung als Einwohner von „Siedlungen“ Stimmung gegen Israel zu machen.

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