Konflikte zwischen Syrien und pro-iranischen Milizen um Landkorridor

„Seit zwei Wochen ist es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen pro-iranischen schiitischen Milizen und syrischen Regierungsstreitkräften in einem Teil Syriens von herausragender strategischer Bedeutung an der Grenze zum Irak gekommen: eine Entwicklung, die Israel mit großer Sorge beobachtet. Nach Jahren der Zusammenarbeit, in denen der Iran den syrischen Präsidenten Bashar Assad in dem Bürgerkrieg in seinem Land unterstütze, ist es erstmals zu Kämpfen zwischen den beiden Parteien gekommen. (…) Sie konzentrieren sich auf das Umland der nahe des Al-Qa’im-Grenzübergangs zwischen Syrien und dem Irak gelegenen Stadt al-Bukamal. Der Grenzübergang ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherung des Handels zwischen Syrien und dem Irak und damit mittelbar auch für die Route vom Iran bis ans Mittelmeer. Die am Euphrat gelegene Stadt Al-Bukamal befindet sich am östlichen Rand Deir Ezoors. (…)

Vermutlich geht es dem Iran darum, die Kontrolle über diese entscheidende Route unabhängig von den syrischen oder sonstigen Streitkräften zu erlangen. Israel beobachtet die Entwicklung genau und fürchtet, es könne dem Iran gelingen, einen Landkorridor bis zum Mittelmeer zu etablieren, der für den jüdischen Staat eine erhebliche Bedrohung darstellen würde. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu setzt sich auf dem internationalen Parkett seit langem gegen die Präsenz und den Einfluss des Iran in Syrien ein. In jüngster Zeit hat er versucht, Russland zur Vertreibung sämtlicher iranischer Streitkräfte aus Syrien zu bewegen. Arabischen Medienberichten zufolge hätten die schiitischen Milizen in den letzten Wochen begonnen, schiitische religiöse Institutionen in Al-Bukamal einzurichten. Sie seien in die Wohnungen syrischer Vertriebener eingezogen, die nicht zurückkehren könnten. Die Iraner versuchten seit Monaten, in der Gegend um den Grenzübergang eine Präsenz zu etablieren und der Kommandeur der Quds-Einheit des iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarden Qassem Soleimani habe sich mehrfach dort aufgehalten.“ (Avi Issacharoff: „Pro-Iran militias turn on Assad, try to establish land corridor to Mediterranean“)

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