Erweiterte Suche

Gezielte Operationen Israels in Rafah

Israelische Truppen übernehmen den Grenzübergang Rafah im südlichen Gazastreifen
Israelische Truppen übernehmen den Grenzübergang Rafah im südlichen Gazastreifen (© Imago Images / Xinhua)

Das israelische Kriegskabinett gab bekannt, dass es beschlossen hat, die Operation in Rafah fortzusetzen, um militärischen Druck auf die Hamas auszuüben.

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) begannen am Montagabend mit »gezielten Operationen« gegen terroristische Einrichtungen der Hamas im östlichen Teil von Rafah im südlichen Gazastreifen. Die Ankündigung der Armee erfolgte wenige Minuten, nachdem das israelische Kriegskabinett einstimmig beschlossen hatte, »die Operation in Rafah fortzusetzen, um militärischen Druck auf die Hamas auszuüben und so die Freilassung unserer Geiseln und die anderen Ziele des Kriegs voranzubringen«, so das Büro des Premierministers.

Einem Bericht des israelischen Nachrichtensenders Channel 12 zufolge, der sich auf arabische Medien beruft, sind die IDF-Bodentruppen in den Osten Rafahs vorgedrungen, begleitet von schweren Luftangriffen auf die Terror-Infrastruktur.

Am Montag riefen die IDF die Bewohner von Ost-Rafah auf, sich vor einer geplanten Militäroffensive, mit der die verbliebenen vier Terrorbataillone der Hamas in ihrer letzten Bastion im Gazastreifen besiegt werden sollen, in humanitäre Zonen zu begeben. Die IDF hat zwei Evakuierungszonen abgesteckt: die Al-Mawasi-Zone entlang der zentralen und südlichen Küste des Gazastreifens und eine weitere in der Stadt Khan Yunis. In der Mitteilung vom Montag werden die Nichtkombattanten in die Zone in Al-Mawasi verwiesen, in der Feldlazarette und Zelte sowie größere Mengen an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und anderen Hilfsgütern bereitstehen.

USA informiert

Das israelische Kabinett beschloss die Evakuierung am Sonntagabend, Verteidigungsminister Yoav Gallant informierte über Nacht den amerikanischen Verteidigungsminister Lloyd Austin über die Entscheidung. In dem Gebiet, das ursprünglich für die Evakuierung vorgesehen war, leben rund 100.000 Menschen.

Gallant informierte Austin über »die zahlreichen Bemühungen des Staates Israel, eine [Vereinbarung] über die Freilassung der Geiseln und einen vorübergehenden Waffenstillstand zu erreichen und sagte, die Hamas lehne zum gegenwärtigen Zeitpunkt jeden Vorschlag ab, der dies ermöglichen würde«, heißt es in einer Wiedergabe des Telefonats aus Gallants Büro. Der israelische Verteidigungsminister betonte, dass es »keine andere Wahl gebe und dies den Beginn der israelischen Operation in Rafah bedeute«.

US-Präsident Joe Biden erklärte am Montag in einem Telefonat mit Premierminister Benjamin Netanjahu, dass ein Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas der beste Weg sei, um das Leben der 132 Geiseln zu schützen, die von der Terrororganisation im Gazastreifen festgehalten werden. Biden äußerte seine Besorgnis über die bevorstehende Militäroperation der IDF in Rafah, die von Washington abgelehnt wird.

Das Gespräch fand zu einem Zeitpunkt statt, zu dem die Hamas behauptete, einen von Vermittlern vorgeschlagenen Waffenstillstand akzeptiert zu haben, was hohe Beamte in Jerusalem als »einen Versuch der Hamas, Israel als Verweigerer darzustellen« bezeichneten. Der Vorschlag, dem die Hamas zugestimmt haben will, sei weder Israel noch den Vereinigten Staaten bekannt und dementsprechend in Netanjahus Gespräch mit Biden auch nicht zur Sprache gekommen, betonte ein von Ynet zitierter hoher israelischer politischer Beamter.

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren sowie ein Editorial des Herausgebers.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Wir reden Tachles!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie einen unabhängigen Blick zu den Geschehnissen im Nahen Osten.
Bonus: Wöchentliches Editorial unseres Herausgebers!

Nur einmal wöchentlich. Versprochen!