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Iran verlegt neuerlich Atomanlagen unter die Erde

Luftabwehrkanonen in der iranischen Atomanlage Natanz
Luftabwehrkanonen in der iranischen Atomanlage Natanz (Quelle: JNS)

Wie amerikanische und israelische Geheimdienste mit Besorgnis feststellten, wird im Iran eine neue Anlage, die tief unter der Erde liegt, für die Anreicherung von waffentauglichem Uran errichtet.

Wie die New York Times vergangene Woche berichtete, konnten israelische und amerikanische Geheimdienste im Iran den Bau einer riesigen unterirdischen Atomanlage südlich von Natanz beobachten. Dabei soll diese neue Einrichtung in der Lage sein, »bunkerbrechenden Waffen und Cyber-Angriffen« widerstehen zu können.

Die Anlage in Natanz besteht aus über- und unterirdischen Einrichtungen, wobei letztere relativ nah an der Erdoberfläche gebaut sind, womit sie »ein einfaches Ziel für Bombenangriffe« darstellen.

Am 11. April 2021 zerstörte eine gewaltige Explosion – für die der Iran später Israel verantwortlich machte – in Natanz mehrere tausend Zentrifugen, die Uran auf ein waffentaugliches Niveau anreichern konnten.

Um solch einen Anschlag in Zukunft zu verhindern, errichte der Iran laut dem vom Jewish News Syndicate zitierten Bericht nun eine neue, besser geschützte Anlage in der Nähe von Natanz:

»Um seine zukünftigen Programme zu schützen, begann der Iran mit dem Bau von Anlagen tief unter der Erde. Der bisher größte Erfolg ist die Anlage in Fordo, die unter einem Berg auf einer von den Revolutionsgarden betriebenen Basis errichtet wurde.

Die neue Anlage liegt in der Nähe von Natanz, ähnelt aber der in Fordo. Für einen Angriff auf diese Anlagen würden die größten bunkerbrechenden Bomben aus dem amerikanischen Inventar benötigt werden. Israel besitzt solche bunkerbrechenden Bomben noch nicht und hat auch keine Fähigkeiten [sprich: entsprechende Flugzeuge; Anm. Mena-Watch], sie an ihr Ziel zu transportieren.«

Während der Bau der neuen unterirdischen Anlage auf Satellitenfotos festgehalten werden konnte und von Organisationen überwacht wird, die sich mit dem Atomwaffensperrvertrag und der Weiterverbreitung von Nukleartechnik beschäftigen, hat sich die Regierung von US-Präsident Joe Biden zu diesem Thema noch nicht öffentlich geäußert.

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz ging bislang einmal auf die neue iranische Anlage ein, als er in einer Rede am 17. Mai davon sprach, der Iran arbeite momentan daran, tausend fortschrittliche Anreicherungszentrifugen vom Typ IR-6 herzustellen, die auch in einer unterirdischen Anlage nahe Natanz installiert werden sollen.

Die US-Regierung ist weniger besorgt über das iranische Tunnelsystem bei Natanz als Israel, weil sie davon ausgeht, dass die Einrichtung noch Jahre von ihrer Fertigstellung entfernt sei, weswegen noch genug Zeit bleibe, sich damit zu befassen.

Für Israel hingegen stellt die neue unterirdische Einrichtung »einen weiteren Beleg für die unermüdlichen Bemühungen des Irans« dar, sich die Fähigkeit zum Atombombenbau anzueignen – und damit einen weiteren Grund, seine Angriffe auf das iranische Atomprogramm zu verstärken.

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