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Sarah Idan, »Stimme der Vernunft« bei den US-Demokraten

Die gebürtige Irakerin Sarah Idan nimmt es mit dem israelfeindlichen Flügel der Demokraten auf. (Jew Tube/CC BY 3.0)
Die gebürtige Irakerin Sarah Idan nimmt es mit dem israelfeindlichen Flügel der Demokraten auf. (Jew Tube/CC BY 3.0)

Mit den Israelfeinden in der Demokratischen Partei hat die säkulare Muslimin und ehemalige irakische Schönheitskönigin Idan nichts am Hut.

Ist im Zusammenhang mit dem Nahen Osten und Israel von den US-Demokraten die Rede, so geht es meistens um das Treiben des radikalen Flügels der Partei. Israelhass, offener Antisemitismus, die Verharmlosung oder gar Glorifizierung von Terror, das sind die Themen, mit denen Personen wie Ilhan Omar, Rashida Tlaib oder Alexandra Ocasio-Cortez immer wieder Schlagzeilen machen.

Sarah Idan gehört nicht zu dieser Gruppe. Die 33-Jährige kandidiert im nächsten Jahr in ihrem Heimatstaat Kalifornien für einen Sitz im Repräsentantenhaus. Ihre interessante Geschichte bringt sie gegenüber The Algemeiner mit der Feststellung auf den Punkt, was ihre Wahl bedeuten würde: Sie wäre die erste irakische Immigrantin und säkulare muslimische Zionistin, die in der Geschichte der USA ins Parlament einziehen würde.

An Idans Biografie ist vieles ungewöhnlich. Geboren wurde sie 1990 in Bagdad. Ihr Vater war ein ehemaliger Baathist, der die Partei verlassen hatte, weil er mit der Gewalt und Grausamkeit Saddam Husseins nichts mehr zu tun haben wollte. Im Alter von 18 Jahren begann Idan als Übersetzerin für das amerikanische Militär im Irak zu arbeiten, zog zwei Jahre später in die Vereinigten Staaten und ist seit 2015 amerikanische Staatsbürgerin.

Solidarisch mit Israel

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Idan im Jahr 2017, als sie den Irak bei einem Miss-Universe-Wettbewerb vertrat und auf Social Media ein Foto verbreitete, auf dem sie Seite an Seite mit der israelischen Vertreterin bei dem Schönheitswettbewerb zu sehen war. Die Folge war eine massive Welle an Hass und Todesdrohungen gegen Idan und ihre Familie, die in ein anderes arabisches Land fliehen musste.

Einschüchtern ließ Idan sich davon freilich nicht, sondern wurde ganz im Gegenteil zu einer lautstarken Verteidigerin Israels und Werberin für eine arabisch-israelische Kooperation, wie sie unter anderem bei ihrem beeindruckenden Statement vor dem notorisch israelfeindlichen Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf unter Beweis stellte.

Ihre Haltung zu Israel und der Unterschied zwischen ihr und Omar, Tlaib und Konsorten sind mit ein Grund, warum sie in den US-Kongress einziehen will. Wie sie The Algemeiner erklärte, sei sie traurig darüber, dass die Demokratische Partei von der extremen Linken in Geiselhaft genommen worden sei, die keineswegs die liberale Haltung der Parteimehrheit repräsentiere und nicht davor zurückschrecke, sich auf die Seite der Feinde der Vereinigten Staaten zu schlagen und amerikanische Verbündete wie Israel zu dämonisieren.

Als säkulare Muslimin wolle sie eine »Stimme der Vernunft« sein und dem israelfeindlichen Flügel der Partei entgegentreten, indem sie sagt: »Ich bin eine arabische, muslimische, farbige Einwanderin und ich teile weder eure Ideologie noch eure Agenda.« Im Unterschied zu Omar, Tlaib etc. sei sie nicht bereits in früher Kindheit in die USA gekommen, sondern in einem arabischen Land aufgewachsen. Sie habe daher ein weitaus realistischeres Bild vom Nahen Osten und ein besseres Verständnis von den tatsächlichen Problemen der Menschen in der Region. »Wir brauchen [im Kongress] säkulare Muslime, die an Freiheit glauben und eine nicht-radikale Stimme sein wollen.«

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