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„Haaretz“-Redakteur Gideon Levy: Ein zeitgenössischer Otto Weininger (Teil 1)

Otto Weininger und Gideon Levy
Otto Weininger und Gideon Levy (Quelle: Photogravure Richard Paulussen, Gemeinfrei, © Imago Images / ZUMA Press)

Nach einem Interview nannte der Autor Tuvia Tenenbom den Haaretz-Redakteur und -Kolumnisten Gideon Levy einmal den „seltsamsten sich selbst hassenden Juden, den man finden kann.“

Dass Selbsthass und Narzissmus nicht etwa einander ausschließende Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille sind, sieht man an der israelischen Tageszeitung Haaretz. Auf den ersten Blick springen dem unvoreingenommenen Beobachter erst einmal nur Selbsthass und Selbstgeißelung entgegen:

So geht das tagein, tagaus. Im März 2020, als die israelische Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie Lockdown-Maßnahmen verhängte, die mit denen in anderen Ländern der Welt vergleichbar waren, wurde das in Haaretz als „ökonomischer Holocaust“ angeprangert.

2017 schrieb Haaretz-Kolumnist Yossi Klein, religiöse Zionisten seien „gefährlicher als die Hisbollah“.

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Und drei Tage nachdem ein dreijähriges israelisches Mädchen lebensgefährlich verletzt wurde, als das Auto, in dem es mit seiner Mutter saß, mit einem LKW kollidierte, weil jemand Steine auf das Auto geworfen hatte, schrieb Haaretz-Kolumnistin Amira Hass:

„Steine zu werfen, ist das Geburtsrecht und die Pflicht eines jeden, der fremder Herrschaft unterworfen ist.“

Das Mädchen, Adele Biton, lag nach der Stein-Attacke, die zu dem Unfall führte, noch zwei Jahre im Koma, ehe es starb. Haaretz-Herausgeber Amos Schocken verteidigte Amira Hass’ Kommentar mit den Worten, die Mutter habe ihr Kind wissentlich in Gefahr gebracht, als sie in eine Siedlung gezogen sei. Und manchmal müsse man eben „Gewalt mit Gewalt bekämpfen“. Wo gehobelt wird, da fallen Späne…

Wie muss jemand gestrickt sein, der jeden Morgen beim Frühstück lesen will, was für ein Mistkerl er angeblich sei, und dass andere das „Recht“ hätten, ihn zu töten? Nun, erst einmal sind es nicht viele Israelis, die Haaretz lesen. Die hebräische Papierausgabe hat eine geringe Reichweite, verglichen mit der für den kommerziellen Erfolg immer wichtiger werdenden englischsprachigen Website.

Haaretz gehe es vor allem darum, „die Mehrheit der Israelis wütend zu machen, indem sie im Ausland absurde Thesen über ihr Land verbreitet“, schrieb Shmuel Rosner, der ehemalige Feuilletonredakteur, Chef der Nachrichtenabteilung und Amerikakorrespondent von Haaretz vor einigen Jahren in einem Gastbeitrag für die New York Times.

Wo der Narzissmus ist, von dem wir eingangs sprachen? Das „wir“ in „wir Juden“ oder „wir Israelis“ ist ein rhetorisches „wir“, wenn es von Haaretz-Kolumnisten kommt. Gemeint sind die anderen Juden und Israelis, nicht die Mitarbeiter von Haaretz. Die Anderen – Israel und die Israelis – werden in Haaretz stets als so verbrecherisch, unmoralisch und grausam dargestellt, damit der Heiligenschein, den Haaretz-Autoren zu tragen glauben, umso heller leuchtet.

Die Kolumnisten stehen außerhalb jener Gemeinschaft, die angeklagt und bestraft werden soll. Oder glaubt jemand wirklich, Amira Hass würde es goutieren, wenn jemand einen Stein auf ihr Auto würfe, während sie in der West Bank unterwegs ist? Wenn sie schreibt, dass Palästinenser das Recht hätten, Steine auf Juden zu werfen, dann meint sie: auf die anderen Juden, nicht auf eine Haaretz-Kolumnistin.

Universität Birzeit: Juden unerwünscht

Dazu gab es vor einigen Jahren ein interessantes Experiment. Es war 2014, rund ein Jahr nachdem Hass ihren Beitrag veröffentlicht hatte, in dem sie Terrorismus gegen Juden rechtfertigt hatte. Hass war zu einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Universität Birzeit bei Ramallah eingeladen, einer bekannten Brutstätte für Hamas-Terroristen (die Hamas gewinnt in der Regel die absolute Mehrheit der Sitze im Universitätsrat).

Dort warf zwar niemand einen Stein gegen ihr Auto, aber sie wurde am Eingang abgewiesen, musste draußen bleiben wie ein Hund vor dem Supermarkt. Juden ist der Zutritt zur palästinensischen Universität nämlich verboten, wie im Deutschland des Jahres 1938. Für die Haaretz-Kolumnistin wurde keine Ausnahme gemacht.

Anschließend schrie Hass in einem HaaretzBeitrag (der unter der Überschrift „Als eine Haaretz-Journalistin aufgefordert wurde, eine palästinensische Universität zu verlassen“ erschien) Zeter und Mordio. Es stand zu befürchten, sie würde sich von der Liebe ihres Lebens, dem Hass auf Israel, abwenden und sich ein neues Steckenpferd suchen. Sie drohte:

„Ich habe andere Orte, um meine subversiven Energien zu investieren.“

Klar, Leute mit „subversiven Energien“ werden ja immer gebraucht, so wie Orthopäden, Klempner und Dachdecker. Im Ernst: Es überraschte wohl niemanden, dass Hass sich keinen anderen Ort suchte, sie blieb bei ihrem Leisten, jenem Handwerk, das sie erlernt hat und mit dem sie ihre Rechnungen bezahlt: die Verunglimpfung Israels.

Der Fall zeigte indessen, dass eine Haaretz-Kolumnistin säuerlich dreinschaut, wenn sie etwas von ihrer eigenen Medizin schlucken muss. Die Palästinenser sollen doch bitteschön nur die anderen Juden hassen und nicht sie.

Vielleicht sind die Verantwortlichen an der Birzeit-Universität nicht feinsinnig genug? Eigentlich sind sie sehr egalitaristisch: Sie diskriminieren eben nicht zwischen den Juden, den sie nicht mögen, und denen, die Leitartikel für Haaretz schreiben. Im Deutschland der 1930er Jahre hätte es Amira Hass auch nichts genützt, wenn sie hätte nachweisen können, dass sie zwar Jüdin ist, aber eine, die in einer antisemitischen Zeitung Artikel publiziert hat.

Ihr Narzissmus hatte Hass getäuscht. Sie hatte sich eingeredet, sie sei in den Augen der Antisemiten etwas Besonderes unter den Juden, weil sie das in ihren eigenen Augen ist – das ist sie aber nicht. In Birzeit galt sie einfach nur als Jüdin, obwohl sie auf die Anmeldeliste eigens „Haaretz“ geschrieben hatte, wie sie erklärte (ironischerweise war es das, was ihr den Zutritt versperrte: Amira Hass ist unter Palästinensern nicht sehr bekannt, aber dass Haaretz eine israelische Zeitung ist, weiß jeder).

„Nobelpreis für Wahrheit“?

Haaretz-Kolumnisten sind solche Narzissten, dass in dem Blatt einer den anderen beweihräuchert. Allen Ernstes veröffentlichte vor einigen Tagen ein Haaretz-Kolumnist eine Kolumne in Haaretz, in der er forderte, dass ein anderer Haaretz-Kolumnist einen „Nobelpreis für Wahrheit“ verliehen bekommen müsse.

Der Autor war Odeh Bisharat, der in Haaretz einmal beklagt hatte, Nichtjuden, die über den Holocaust „diskutieren“ wollten, riskierten, von den (jüdischen) „Wächtern“ jenes „Kults“ „verbrannt“ zu werden, der die „Heiligkeit des Holocaust“ verteidige und jede „Diskussion“ als „Häresie“ betrachte.

Wen Bisharat für den Nobelpreis für Wahrheit vorschlug? Nein, es war nicht Amira Hass. Sondern Gideon Levy, der schon jetzt mit so vielen Lorbeeren und Medaillen behängt ist, dass er aussieht wie ein Weihnachtsbaum. Jener Gideon Levy, der vor wenigen Monaten öffentlich seine Freude darüber bekundet hatte, dass einige Mörder, die Juden getötet hatten, aus dem Gefängnis geflohen waren. Levy verglich die Flucht mit dem Happy End in einem Spielfilm.

So, wie Amira Hass nicht will, dass die von ihr gehätschelten Terroristen ihr selbst etwas tun, so würde auch Gideon Levy das sicher nicht wollen. Er sympathisiert mit Leuten, die andere Juden umbringen, etwa mit der Hamas. Das klingt dann etwa so:

„Die Palästinenser besitzen keine Armee. Und ihr einziger Weg, um für ihre Freiheit und ihre Rechte zu kämpfen, ist das, was wir Terrororganisationen nennen. Leider. Welche anderen Optionen haben wir ihnen gelassen? “

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Oder so:

„Wenn Sie das Problem wirklich ein für alle Mal lösen wollen, müssen Sie sich fragen: Was bringt einen jungen Palästinenser, der nicht geboren wurde, um zu töten, dazu, sein Leben zu opfern und diese schrecklichen Gräueltaten und Verbrechen gegen Zivilisten zu verüben, in Tel Aviv, Jerusalem und überall?

Wenn Sie nicht fragen, warum, werden Sie es nie lösen. Sie müssen zu dem Schluss kommen, dass Sie ihn in die Ecke gedrängt haben, in der er nichts zu verlieren hat.“

Gideon Levy ist nicht unwissend; anders als viele deutschsprachige Journalisten weiß er sicherlich sehr genau Bescheid über die unzähligen Versuche, die israelische Regierungen in den letzten 70 Jahren unternommen haben, um mit allen Völkern der Region Frieden zu schließen.

Er weiß, dass der damalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert 2008 dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, den Gazastreifen, Ostjerusalem und mehr als 100 Prozent der West Bank für einen arabischen Staat Palästina anbot und Mahmud Abbas ablehnte, weil ihm das immer noch zu wenig war.

Gideon Levy mag einfach keine Juden. Das gestand er einmal freimütig in einem Interview, das er dem amerikanisch-israelischen Publizisten Tuvia Tenenbom gab und das Eingang in dessen Buch „Allein unter Juden“ („Catch the Jew“) fand.

Darin sagte Levy zu Tenenbom, die Israelis hätten „Rassismus in ihrer DNA“. Andere Völker verübten zwar auch Missetaten, aber es gebe eine Sache, die die Israelis von allen unterscheide: sich für das „auserwählte Volk“ zu halten, „dass wir besser sind als andere“, „dass wir alles verdienen“, das sei die „DNA“ der Israelis und Juden. Israel sei mit Südafrika unter der Apartheid zu vergleichen, und nur durch „wirtschaftlichen Druck“ von außen „oder, Gott behüte, durch Blutvergießen“ könne sich etwas ändern.

Tenenbom erfuhr von Levy, dass dieser kein Arabisch spricht. Bei seinen Berichten über die Palästinenser vertraue er den Übersetzern. Einer, der gegenüber Tenenbom behauptete, für Levy übersetzt zu haben, ist übrigens Atef Abu a-Rub, damals Chefermittler der Organisation B’Tselem. Atef Abu Aroub ist ein Holocaustleugner und wurde von B’Tselem nach langem Zögern und notgedrungen gefeuert, nachdem Tenenbom das Interview veröffentlicht hatte, in dem Abu Aroub den Holocaust als „Mythos“ bezeichnet.

Tenenbom fragte Levy, ob er auch über „Verbrechen der Palästinenser“ berichte. Nein, antwortete Levy, dafür sei er „nicht zuständig“. Er sagte auch: „Alle meine Freunde sind Israelis. Ich habe keinen einzigen palästinensischen Freund.“ Das sei „traurig“, schreibt Tenenbom. Aus alldem, was Levy ihm anvertraute, folgerte Tenenbom, dass Levy sich eigentlich überhaupt nicht für die Palästinenser interessiere:

„In seinem Herzen, im dunkelsten Winkel, ist dieser Gideon der größte jüdische Rassist, der je existiert hat. Juden müssen sich wie Übermenschen benehmen, weil sie es sind. Und solange sie sich nicht wie die Herr-Jesus-Rasse benehmen, hasst er sie. Er ist der seltsamste sich selbst hassende Jude, den man finden kann.“

Teil 2: Was Gideon Levy im Detail mit dem jüdischen Antisemiten Otto Weininger verbindet, ist das Geheimnis seines Erfolgs.

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