Gewalt gegen Schulkinder im Libanon weit verbreitet

„Das Verbot an libanesischen Schulen, Kinder im Namen der Disziplin zu schlagen, zu beschimpfen oder ihnen auf andere Art und Weise Schmerzen zuzufügen, wird vom Schulpersonal häufig missachtet. Der 64-seitige Bericht ‚Ich möchte nicht, dass mein Kind geschlagen wird: Körperstrafen an libanesischen Schulen‘ stellt fest, dass Kinder in der Schule körperlich gezüchtigt werden, weil ihre Peiniger keiner Rechenschaftspflicht unterliegen. Human Rights Watch forderte, dass der Libanon das langjährig geltende Verbot der körperlichen Bestrafung auch durchsetzen sollte und gab Vorschläg, wie das Bildungsministerium, mit Unterstützung von internationalen Spendern, den Missbrauch beenden könne. (…)

Der Bericht, der auf 51 dokumentierten Fällen von körperlicher Gewalt gegenüber Kindern an öffentlichen und privaten Schulen im ganzen Libanon beruht, stellte fest, dass die häufigsten Strafformen Erniedrigung, Beleidigung, Schläge oder Hiebe mit der Hand waren. Einige Kinder berichteten von schwereren Misshandlungen, einschließlich Schlägen mit Stöcken, Gummischläuchen und Elektrokabeln sowie von Fällen, in denen die sogenannte ‚Disziplinierung‘ zu schweren Körperverletzungen und Leid führte. (…)

Das Bildungsministerium verbot die körperliche Bestrafung bereits in den 1970er Jahren und seit dem Jahr 2014 gibt es im libanesischen Strafgesetzbuch keine Rechtfertigung für das Ausüben von Gewalt von Schulpersonal gegenüber Schülern mehr. Die Eltern, die Beschwerde einlegten, gaben jedoch an, dass die Schulbeamten sie in der Regel abgewiesen hätten und in einigen Fällen schlugen Lehrer oder der Schulleiter das Kind aus Vergeltungsgründen erneut. In anderen Fällen legten die Eltern bei der Polizei Beschwerde ein, jedoch erfolglos. Das Bildungsministerium gab keinen der im Bericht dokumentierten Fälle zur strafrechtlichen Verfolgung frei.“ (Bericht von Human Rights Watch: „Lebanon: School Staff Beating Children“)

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